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Opernregisseur und Bühnenbildner Achim Freyer präsentiert seine neuesten Arbeiten in Bergsdorf

Verrücktheiten mit italienischem Charme in Bergsdorf

Multitalent und Weltenbummler: Achim Freyer stellt seine größtenteils in der Toscana entstandenen Werke in Bergsdorf aus.
Multitalent und Weltenbummler: Achim Freyer stellt seine größtenteils in der Toscana entstandenen Werke in Bergsdorf aus. © Foto: MZV
Martin Risken / 27.04.2017, 09:05 Uhr
Bergsdorf (GZ) "Es hat immer etwas Befreiendes, wenn die Bilder aus dem Atelier in einen neutralen Raum kommen", sagt Achim Freyer, während er in der Feldsteinscheune des Kurt-Mühlenhaupt-Museum seine großformatigen Werke aufhängen lässt. Zwei Tage ließ sich der 83-jährige Künstler Zeit, um die Bilder so zu platzieren, damit sie miteinander korrespondieren und die Wirkung entfalten, die sich Freyer wünscht. Viele, zum Teil noch nie öffentlich gezeigte Werke präsentiert der älteste noch lebende Meisterschüler von Berthold Brecht ab 7. Mai in einer Ausstellung in Bergsdorf.

Der Titel "Vento del sud" soll die Beziehung zu Italien herstellen und seine Liebe zu Land und Leuten reflektieren. Es war das Sehnsuchtsland der Deutschen, in das sich Achim Freyer 1972 nach seiner Flucht aus der DDR zurückgezogen hatte. "In Italien findet man eher Freude als in Westdeutschland", sagte der 83-Jährige, der sich vor allem als Opernregisseur und Bühnenbildner weltweit einen Namen gemacht hat.

Noch heute ist sein Atelier in der Toskana sein zweites Zuhause, neben der großzügigen Dachgeschosswohnung in Berlin-Lichterfelde. Auf Themen, mit denen sich der Künstler immer wieder beschäftigt, will sich Achim Freyer aber nicht festlegen. Figuren, Gespenster und Vögel sind Motive, die sich in seinen Bildern entdecken lassen. Vieles wirkt auf den Betrachter geheimnisvoll, aber auf jeden Fall spart Freyer keineswegs mit Farben. Es sei für ihn sehr aufregend, wie sich das Bild auf der Leinwand entwickelt, wenn er kein festgelegtes Motiv im Kopf hat. "Action Painting" nennt er seinen bevorzugten Malstil. Es entstehen Ansammlungen von bunten Flecken auf der Leinwand, in denen sich beim näheren Hingucken manchmal auch Figuren erkennen lassen. Seine Arbeiten passen jedenfalls hervorragend in die Feldsteinscheune, wovon sich die Besucher ab 7. Mai selbst ein Bild machen können. Mit Kurt Mühlenhaupt verbindet ihn künstlerisch nur wenig. Dennoch mag er seine Arbeiten, einige davon befinden sich auch in dieser riesigen Ausstellung im Kunsthaus Freyer. Mit 83 Jahren ans Aufhören zu denken, das kommt für Achim Freyer aber nicht in Frage. Seine Ausstellung in Bergsdorf ist nur ein Projekt, denen sich der vielseitig interessierte Künstler gegenwärtig widmet. In der Hamburger Staatsoper inszeniert er den "Parsifal", parallel dazu werde es eine Ausstellung zu dem Thema geben. Das Bühnenbild hat er schon klar vor Augen: eine große begehbare Spirale, der Orchestergraben mit einem Schleier verhüllt.

Noch in diesem Jahr werde es zudem eine Neuinszenierung von Hänsel und Gretel in Berlin geben. Um Weihnachten herum will er das Stück in der Staatsoper in Berlin zur Aufführung bringen. Es gehe um die kritische Auseinandersetzung mit heutigem Konsumverhalten. "Die permanente Verführung wird im Mittelpunkt stehen", verrät Freyer, den es ein wenig ärgert, dass der Ernst des Stückes übersehen werde. Doch damit nicht genug: Für 2018 ist die Inszenierung von "Der Ring des Nibelungen" in Südkorea geplant. Noch aber sei nicht sicher, ob das Projekt zustande kommt.

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