Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gegenwind für Fürstenwalde

Cornelia Link-Adam / 01.05.2017, 07:54 Uhr
Langewahl (MOZ) Langewahl ist derzeit doppelt sauer auf Fürstenwalde. Zum einen wehrt sich die Gemeinde gegen die Idee, keine Langewahler Schulkinder mehr in der Goßmann-Grundschule zu unterrichten. Zu anderen kämpft man gegen einen geplanten Windpark, den Fürstenwalde befürwortet.

Über die Vorgehensweise von Fürstenwalde wurde am Donnerstagabend in der Langewahler Sitzung der Gemeindevertretung mehrfach der Kopf geschüttelt. Bürgermeisterin Bärbel Kleinschmidt hatte nur aus der Märkischen Oderzeitung erfahren, dass im Sozialausschuss der Stadt wegen gestiegener Schülerzahlen die Idee ins Spiel gebracht wurde, die Fürstenwalder Schüler zu bevorzugen. Das würde bedeuten, dass ab 2018 die Langewahler nicht mehr in die Goßmann-Grundschule in Fürstenwalde-Süd gehen können und nach Bad Saarow ausweichen müssen.

"Über die Verfahrensweise bin ich sehr enttäuscht", so Kleinschmidt, die auch schon viele verunsicherte Eltern in ihrer Sprechstunde hatte. Alle befürworten die nahe Goßmann-Schule, zumal dort alle Langewahler seit dem Aus der Dorfschule 1974 waren. "Sollen sie nun nach Bad Saarow, bedeutet das erhöhten Aufwand." Zumal Bad Saarow selbst genügend Schüler habe und schon auf Container ausweicht. "Laut Kreis-Schulentwicklungsplan bis 2022 sind die Bezirke klar definiert und Langewahl gehört zur Goßmann-Grundschule."

Ähnlich sah das auch der Abgeordnete Bernd Stiller, der auch im Kreistag sitzt. "Aktuell haben wir den Plan zur Überarbeitung auf dem Tisch, da steht nix drin, dass Fürstenwalde andere ausschließen wird." Erstaunt zeigte er sich darüber, wie Bürgermeister Ulrich Hengst und Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling mit entsprechenden Veröffentlichungen die Aktion vorantreiben würden. "Dabei ist der Bedarf der Fürstenwalder nur für zwei Jahre hoch, flacht dann wieder ab. Dafür die anderen Schüler der Randgemeinden woanders hinzuschicken, macht keinen Sinn", so Stiller. Er wird sich in den Kreisausschüssen dafür einsetzen, dass die Langewahler Kinder auch weiterhin zur Goßmann-Schule gehen können.

Dass die 2002 getroffene öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Fürstenwalde nicht ohne weiteres kündbar sei, betonte Sozialamtsleiter Jürgen Knuth. Auch er sei vorab nicht informiert worden, geschweige denn Amtsdirektor Christian Riecke. Darüber hinaus könne der Sozialausschuss auch nur Empfehlungen geben, beschlossen sei in Fürstenwalde noch gar nichts. Daher empfahl er den Langewahlern abzuwarten, wie sich der Bürgermeister positioniert. "Bis dato hat sich für uns nichts geändert, gilt weiterhin Status quo."

Gegenwind bekam Fürstenwalde aber auch noch in einem anderen Fall. Schon bei der letzten Sitzung - nicht einmal ein Monat her - hatten die Gemeindevertreter geschimpft, dass die Stadt einen geplanten Windpark abgewendet habe, der dafür nun Langewahl treffen könnte. Entstehen soll er laut dem 3. Windplan-Entwurfs der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree vom Luch in Richtung A 12. Aber Windräder im Feld, Wald und Teichen will die Gemeinde auf jeden Fall verhindern. Sie hat in ihrer ablehnenden Stellungnahme klargemacht, dass die Langewahler durch den Lärm der A 12 schon genug in der Lebensqualität beeinträchtigt sind. Weitere Argumente sind Beeinträchtigung der Tiere, Schlagschatten und Mindestabstände. Langewahl hofft auf Erfolg, zumal die ebenfalls betroffene Gemeinde Berkenbrück sich gegen das Gebiet ausgesprochen hat.

"Die Stellungnahme ist eingereicht, nun warten wir ab, was passiert", so die Bürgermeisterin. Bauamtsleiterin Simone Tannhäuser regte zudem an, einen B-Plan über die gemeindeeigene Fläche zu legen, um Einfluss zu haben, was darauf passiert. Das fand Zustimmung. Ein entsprechender Beschluss wird zur nächsten Sitzung vorbereitet.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG