Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Eigentümer von Bungalows gründen Bürgerinitiative / Baurecht und Rechtssicherheit gefordert

Datschen-Knatsch am Schwielochsee

Informationsaustausch: Eigentümer von Wochenendhäusern an südlichen Schwielochsee haben am Sonnabend eine Bürgerinitiative gegründet. Ziel ist der Erhalt der Immobilien.
Informationsaustausch: Eigentümer von Wochenendhäusern an südlichen Schwielochsee haben am Sonnabend eine Bürgerinitiative gegründet. Ziel ist der Erhalt der Immobilien. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 02.05.2017, 07:28 Uhr
Jessern (MOZ) Eigentümer von Wochenendhäusern in Goyatz und Jessern haben am Sonnabend eine Bürgerinitiative gegründet, um für die Bungalows und Datschen, die zwischen den 50-er und 80er Jahren am südlichen Schwielchsee errichtet wurden, Baurecht zu erhalten. Ziele des Vereins "Bürgerinitiative Zukunft Schwielochsee" sind, Bestandsschutz zu erhalten, der es ermöglicht, die Bauwerke zeitgemäß zu sanieren, zu modernisieren oder gegebenenfalls an selbiger Stelle neu zu errichten. Zudem soll es die Option geben, bestehende Wochenendhäuser zu erweitern. Ein weiterer Vereinszweck der Bürgerinitiative ist, zu erreichen, dass sämtliche vom Bauordnungsamt erlassenen Rückbauforderungen zurückgezogen werden.

Hintergrund der Bürgerproteste ist, dass seit etwa drei Jahren die meisten Bauanträge vom Landratsamt Dahme-Spreewald zurückgewiesen werden. Als Begründungen werden den Bürgern naturschutzrechtliche Bedenken mitgeteilt, oder Bedenken wegen der Lage der Grundstücke innerhalb der jüngst neu definierten Hochwasserlinie oder im sogenannten Außenbereich von Ortschaften, was aber schon seit DDR-Zeiten geduldet wird. Die Datschenbesitzer werten die immer rigorosere Auslegung des Baurechts als schleichende Enteignung. Dies machten der Vereinsvorsitzende Dietmar Grünert und der Vereinssprecher Dieter Schenkling unter Beifall der anderen Gründungsmitglieder deutlich. Das Bauverbot habe zu einem regelrechten Investionsstau geführt, man provoziere wohl bewusst, dass Datschen aufgrund nicht genehmigter werterhaltender Maßnahmen zusammenfallen: "Dann ist alles verloren", stellte Grünert klar. "Ich würde hier in der Gemeinde gerne Geld ausgeben, aber man lässt mich nicht", verdeutlicht Datschenbesitzer Henry Schulze ein Paradox. "Man kann gar nicht mehr schlafen. Ich habe täglich Angst, dass der Bagger kommt", sagte Bungalow-Eigentümer Jörgen Piater aus Jessern.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen nach eigenem Bekunden alles andere als eine Kampfsituation am Schwielochsee, sondern das Gegenteil: "Wir wollen uns hier gemeinsam mit den alteingesessenen Bürgern für die Zukunft engagieren", so der Vereinsvorsitzende, der sich für die Unterstützung seitens des Bürgermeisters Hilgenfeld bedankt. Sprecher Schenkling ergänzte, die Gemeinde nehme von den Datschenbesitzern jährlich zwischen 300 000 und 500 000 Euro an Steuern und Pachten ein.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG