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Denkmalschutz verhindert die Sanierung des Gebäudes durch die Einwohner

Glambecker Spritzenhaus ohne Zukunft

Kein schöner Anblick: Das ehemalige Spritzenhaus wurde provisorisch gesichert. Mehr ist bislang nicht passiert.
Kein schöner Anblick: Das ehemalige Spritzenhaus wurde provisorisch gesichert. Mehr ist bislang nicht passiert. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 03.05.2017, 09:11 Uhr
Glambeck (GZ) Nichts geht voran am sogenannten Spritzenhaus in Glambeck - und das schon seit Jahren. Denn das Haus ist ein Denkmal. Zahlreiche bürokratische Hürden sind zu überwinden, ehe überhaupt Hand an solch ein marodes Gebäude gelegt werden darf.

Das weiß-rote Absperrband signalisiert, dass das Gebäude dringend saniert werden muss. Aber das war den Mitgliedern des Ortsbeirates und eigentlich den Glambeckern insgesamt bereits 2014 bekannt. Deshalb hatten sie sich damals zusammengesetzt und eine preiswerte Variante der Instandsetzung erarbeitet. Das Dach sollte bleiben, doch der obere Teil der Wände, die aus Ziegeln aufgebaut sind, abgetragen werden. Die Fundamente und die sich anschließenden Feldsteinwände wollten die Glambecker in Eigenleistung sichern. Übrig geblieben wäre eine Art offener Pavillon, den Wanderer und Radler als Rastplatz hätten ansteuern können. Auch die Kirchengemeinde und der Ortsbeirat hätten das Gebäude für Veranstaltungen nutzen können. Soweit die Theorie.

Was die Kommunalpolitiker zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, der ehemalige Förderverein Glambeck hatte das Gebäude als Denkmal eintragen lassen. Die Begründung: Der schlichte, viereckige Steinbau war früher einmal von zentraler Bedeutung für das Dorf, weil hier die für die Brandbekämpfung notwendigen Materialien und Gerätschaften lagerten. Damit geht also ohne Zustimmung des Denkmalschutzes nichts.

Entmutigen ließen sich die Glambecker davon nicht, zumal bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises und des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalschutz sogar Fördermittel in Aussicht gestellt wurden. Voraussetzung für deren Bewilligung sollte die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes sein. Das wurde erstellt. Der Ortsbeirat schlug vor, das Gebäude als kleines Museum zu nutzen, in dem Schautafeln, die bislang im Freien vor der Kirche stehen, unterkommen. Der Haken an der Sache ist, dass dies als Umnutzung gilt und dafür ein Bauantrag gestellt werden muss. Auch den würde der Ortsbeirat stellen, doch muss dafür erst noch der Grund und Boden vermessen werden, weil das Gebäude zum einen Teil auf Kirchen- und zum anderen auf Privatgelände steht. Die Eigentümer haben längst schon signalisiert, dass sie auf ihr Eigentumsrecht verzichten. Doch ohne eine exakte Vermessung ist keine Eigentumsübertragung möglich.Doch auch das kostet Geld. Die Frage ist, wer soll das beantragen und wer bezahlen?

Für den Ortsbeirat und die Kirchengemeinde ist damit der Punkt erreicht, dass sie nicht mehr bereit sind, weitere Schritte zu unternehmen, um das Gebäude für die Öffentlichkeit herzurichten und nutzbar zu machen.

Damit wird das weiß-rote Flatterband auch weiterhin den Zugang zum Spritzenhaus versperren. Ein Schmuck für Glambeck ist das Gebäude schon lange nicht mehr. Doch damit werden die Glambecker wohl vorerst weiter leben müssen.

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