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Rüpel-Storch Ronny ist wieder da

In diesem Frühling hat sich Ronny noch nichts zu schulden kommen lassen-
In diesem Frühling hat sich Ronny noch nichts zu schulden kommen lassen- © Foto: Hilde Peltzer-Blase
Volkmar Ernst / 03.05.2017, 18:07 Uhr
Glambeck (OGA) Er ist wieder da, der Glambecker Rüpel-Storch Ronny, der vergangenes Jahr mit seinen Attacken auf Fensterscheiben und Autokarossen deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hat. Vor gut einer Woche ließ sich Meister Adebar in Glambeck wieder blicken, wie Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase bestätige.

Sie ist sich sicher, dass es sich tatsächlich um Ronny handelt, da er ihrem Garten bereits einen Besuch abgestattet hat. Doch Ronny hinkt, wie sie feststellen musste. Sie vermutet, dass sich das Tier vielleicht bei einem Revierkampf mit einem Artgenossen verletzt haben könnte. Aber sie hat auch beobachtet, wie er im Dorf unterwegs war und bereits in einige Fenster sah. "Aber er war immer friedlich und hat sich nur sein Spiegelbild angesehen", so Hilde Peltzer-Blase. Auch beim Nestbau hat sie den Storch schon beobachtet.

"Wenn sich ein Storch ernsthaft verletzt hat, dann ist er weder im Ort unterwegs noch kümmert er sich um den Nestbau. Dann sitzt er einfach nur still irgendwo in einer Ecke und wartet aufs Ende", gibt der Oberhaveler Storchenexperte Roland Heigel sozusagen Entwarnung. Das schlussfolgert der Fachmann aus dem Verhalten des Tieres, ohne Ronny selbst gesehen zu haben. Er vermutet, dass sich das Tier das Bein an einer Mauer oder einem Draht verletzt hat. "Wenn zwei Tiere miteinander kämpfen, dann verletzen sie sich meist am Hals oder Oberkörper", ergänzt der Fachmann.

Zudem warnt er davor, das Tier fangen zu wollen. "Das ist grundsätzlich verboten. Außerdem würde das den Brutzyklus stören", so Experte Heigel.

Tatsächlich soll Ronny eine Partnerin gefunden haben und sich gemeinsam mit ihr um den Nestbau auf der Kirche kümmern, hat die Glambecker Ortsvorsteherin gesehen. Ausgehend davon vermutet sie, dass Ronny dadurch weit weniger Zeit haben wird, um nebenbei noch auf Terrassentüren oder die Karossen abgestellter Autos einzuhacken.

Das bestätigt auch Heigel und verweist auf die direkt bevorstehende Brutzeit. Da müsse zuerst das Nest als Gelege für die Eier hergerichtet werden. Schon das nehme erheblich Zeit in Anspruch. Die Brut selbst dauere 33 Tage, wobei sich die Elterntiere dabei abwechseln. Weiter gehe es dann mit der Aufzucht der Jungtiere, für die etwa 90 Tage benötigt werden, bevor diese fit für den Flug in den Süden sind. "Wenn die Nahrungssituation schlecht ist, dann sind die Elterntiere ständig auf der Suche nach Fressbarem. Ist die Lage am Fressmarkt gut, dann kann es sein, dass Ronny Zeit hat. Wer viel Zeit hat, der macht auch Dummheiten. Das ist bei den Menschen nicht anders", sagt Heigel und lacht.

Kollege Uwe Rohtermundt, der sich in Falkenthal um die Storchenpaare kümmert, ergänzt, dass die Brut und die Aufzucht der Jungstörche für die Elterntiere sozusagen ein Vollzeitjob sei. Er freut sich indes darüber, dass im Gegensatz zu Glambeck in Falkenthal bereits neun der elf vorhandenen Storchennester besetzt seien. "Das ist seit drei Jahren das erste Mal, dass so viele Storchenpaare im Ort sind. Bislang waren maximal sieben Nester besetzt", sagt er fest, schränkt jedoch gleich ein: "Jetzt eine Bilanz zu ziehen, ist noch zu früh. Wir müssen abwarten, wie viele Jungtiere tatsächlich aufgezogen werden." Das gelte im übertragenen Sinne auch für das Verhalten des Glambecker Storchenpaares. Weder seien spätere Revierkämpfe auszuschließen, noch, dass Ronny wieder zum Rüpel wird.

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