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Ja zum Wechsel

Gelöste Stimmung: Im Präsidium hatten unter anderem die Schöneberger Gemeindevertreter Marko Jelen, Sven Golling, Christiane Möbius, Bürgermeister Wilfried Schramm sowie Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl (v. l.) Platz genommen.
Gelöste Stimmung: Im Präsidium hatten unter anderem die Schöneberger Gemeindevertreter Marko Jelen, Sven Golling, Christiane Möbius, Bürgermeister Wilfried Schramm sowie Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl (v. l.) Platz genommen. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 03.05.2017, 19:45 Uhr
Flemsdorf (MOZ) Am Dienstag fand in Flemsdorf als drittem und letztem Ortsteil der Gemeinde Schöneberg eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Eingemeindung nach Schwedt statt. Es war mit 45 Minuten die kürzeste.

Viele Fragen zur Zukunft unter der Verwaltung der Stadt Schwedt waren bereits durch die Berichte über die vorangegangenen Beratungen geklärt worden. Dennoch freute sich der Schöneberger Bürgermeister und Ortsvorsteher von Flemsdorf, Wilfried Schramm, fast die Hälfte der Einwohner im Beratungsraum im Feuerwehrgebäude begrüßen zu können. Er erklärte noch einmal, dass die Haushaltslage die Gemeindevertretung zum Schritt des Wechsels nach Schwedt bewogen habe. Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl bedankte sich für die Einladung und wollte im Vorfeld der Besprechung, die für den 8. Mai mit Oder-Welse-Amtsdirektor Detlef Krause anberaumt ist, mehr über die Sorgen, Nöte und Erwartungen der Bürger hören. "Die Stadt ist bereit, den Neuanfang zu organisieren, auch für Flemsdorf", sagte er. Wenn es um Investitionen ginge, gebe es die gleiche Herangehensweise wie im Amt. Fördermittel zu erhalten, dauere ein bisschen. "Wir kochen auch nur mit Wasser", so Polzehl.

"Wir haben schon einen Zusammenschluss hinter uns", erklärte Wilfried Schramm. "Bei der ersten Hochzeit waren wir die Reichen. Jetzt sind wir die Armen", meinte er und fügte schmunzelnd hinzu: "Wir wollen natürlich nicht, dass Schwedt arm wird." Der Schwedter Bürgermeister entgegnete: "Zützen und Criewen kamen als letzte Ortsteile zur Stadt, als Schwedt noch arm war. Die Orte haben sich nach vorne entwickelt."

Als Wünsche für die Zukunft wurden unter anderem Verkehrsinseln für die Ortsdurchfahrt genannt, Geld für die Instandsetzung von Anlagen, die die Flemsdorfer Haie nutzen und pflegen und ansehnliches Mobiliar für den Feuerwehrraum, damit er auch attraktiv für eine Vermietung wird. Über die Verkehrsberuhigung müsse mit der oberen Verkehrsbehörde verhandelt werden, entgegnete Jürgen Polzehl. Da gebe es Kriterien. Den Hut zog er vor den Leistungen der Flemsdorfer Haie, die auch dafür sorgen, dass die Schwedter Eisarena bespielt wird. Reparieren gehe eher als große Investitionen. "Werterhaltung geht bei uns reihum", sagte er. Was wird aus den Wohnblöcken in Flemsdorf, fragte ein Mieter. Wenn sie der Gemeinde gehörten, werden sie von den Wohnbauten eingegliedert und auf Vordermann gebracht, so der Schwedter Bürgermeister. Das wird ebenso Gegenstand der jetzt beginnenden Verhandlungen sein wie die Ausstattung der Feuerwehr oder die Beschulung der Kinder. Angst vor Abriss bräuchten die Mieter nicht haben. "Schwedt hat nur abgerissen, weil keiner mehr da war", erklärte Jürgen Polzehl.

25 Jahre feiert das Amt Oder-Welse in diesem Jahr. "Was ist dabei rausgekommen?", stellte ein Einwohner in den Raum. "Welche Perspektive haben wir im Amt Oder-Welse? Keine. Alles wurde weitergeschoben. Wir können nichts mehr bewirken und effektiv arbeiten, dass was übrig bleibt. Das kann so nicht weitergehen." Dafür gab es Beifall im Raum.

Die Errungenschaften für Flemsdorf in dieser Zeit waren schnell aufgezählt: Die Sportanlage wurde hergerichtet - wobei hier Geld von Flemsdorf gerettet wurde. Der Gehweg und die Straßenbeleuchtung hergerichtet, zählte der ehemalige Bürgermeister Manfred Schroeder auf. "Die bisherigen Veranstaltungen haben eindrucksvoll bewiesen, mit dem Beschluss zur Eingemeindung nach Schwedt ist die Gemeindevertretung auf der richtigen Seite", sagte er. Dazu wollten die Abgeordneten die Meinung der Flemsdorfer hören, meinte Wilfried Schramm. "Alles gut!", kam unwidersprochen aus dem Publikum. Jetzt starten die Verhandlungen und Wertermittlungen.

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