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Katrin Hartmann 04.05.2017 06:40 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Hauptsache, es qualmt - ganz lange

Wriezen (MOZ) Dass es aus dem Kalkofen am Dienstagabend nicht qualmte, ist verwunderlich. Denn drinnen sorgten fünf Pfeifenfreunde für ordentlich Rauch. Am Sonnabend wollen sie ihre Titel der Ostdeutschen Meisterschaften im Langsampfeiferauchen vom vergangenen Jahr verteidigen.

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Entzünden das Feuer: Eckhard Brennecke (l.) und Nils Nestler beim ersten Versuch, ihre Pfeife anzuzünden.

© MOZ/Katrin Hartmann

Die Waage zeigt mehr als drei Gramm. Eckhard Brennecke nimmt wieder etwas Tabak herunter. 2,7 Gramm. Das ist zu wenig. Also wieder etwas von den getrockneten Blättern aus Schottland auf die Waage.

Müssen es denn genau drei Gramm sein? Eckhard Brennecke nickt. "Gleiche Bedingungen für alle", sagt der Präsident der Wriezener Pfeifenfreunde.

Wer an den Ostdeutschen Meisterschaften im Langsampfeiferauchen, die am Sonnabend in Berlin stattfinden, teilnehmen möchte, bekommt den Wettkampftabak bereits vorher zu testen. "Den fürs Wochenende haben wir jetzt schon ein paar Mal ausprobiert", sagt Eckhard Brennecke beim letzten Training vor den Meisterschaften am Dienstagabend. Und das Urteil klingt zuversichtlich."Der lässt sich gut zerbröseln", sagt Pfeifenfreund Nils Nestler.

Die fünf Männer an dem Tisch haben hohe Ziele. Sie wollen ihre Titel in der Einzel- und Mannschaftswertung verteidigen. Und wie? "Wir müssen einfach am längsten rauchen", sagt Nils Nestler.

Nico Brennecke, Sohn von Eckhard Brennecke, hatte im vergangenen Jahr eine überzeugende Zeit hingelegt, mit der er sich den Meisterschaftstitel sicherte. Eine Stunde, 50 Minuten und zehn Sekunden schaffte es der Wriezener, den glühenden Tabak in seiner Pfeife am Leben zu erhalten.

Nur wer schon einmal Pfeife geraucht hat, versteht, dass dies nicht so einfach ist. "Manchmal ist der Tabak zu stark gepresst. Manchmal zu locker", erklärt Nico Brennecke. Die Kunst sei es, die drei Gramm Tabak so in die Pfeife zu stopfen, dass ein gewisser Zwischenraum für den Sauerstoff bleibt, der die Glut am Leben erhält. Ist dieser zu groß, geht die Pfeife aus.

Als das Thema am Tisch auf die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr kommt, winkt Eckhard Brennecke ab. "Ein anderes Thema bitte." Bei den Meisterschaften in Bremen schnitten die Wriezener Pfeifenfreunde nur mit für sie unzufriedenen hinteren Plätzen ab.

Aber neue Meisterschaft, neues Glück. Jeder Teilnehmer wird am Sonnabend eine unbenutzte Wettkampfpfeife, einen Stopfer, zwei Streichhölzer - falls eins beim Anzünden zerbricht - und eine Schachtel sowie die besagten drei Gramm Tabak bekommen. "Wenn man vorher merkt, dass eines der Streichhölzer zerbrechen könnte, kann man es auch noch austauschen", bemerkt Burkhard Miesterfeld, ebenfalls Freund des langsamen Pfeiferauchens.

In den ersten fünf Minuten müssen die Langsampfeiferaucher dann den Tabak zerbröseln und je nach Belieben in die Pfeife stopfen. Eine Vorbereitung, die jeder am Tisch ein bisschen anders macht. Der eine zerbröselt den Tabak mit den Fingern, der andere nutzt zusätzlich den Stopfer. Danach folgt der Start. In der ersten Minute müssen die Pfeifenfreunde ihre Pipen mit einem oder auch dem zweiten Streichholz angezündet haben. Danach zählt nur noch, bei wem der Tabak am längsten brennt.

In diesem Moment steige kurz die Aufregung, sagt Pfeifenfreund Fred Fleischer. "Aber die Wriezener sind meistens die Letzten am Tisch, die ihre Pfeifen anzünden", sagt Eckhard Brennecke und Nils Nestler schiebt hinterher: "Wir haben die besten Nerven." Brennecke rauchte das erste Mal 2003 langsam Pfeife. "Da habe ich gleich eine Stunde und 15 Minuten geraucht." Eine Zeit, die sich sehen lassen kann und zudem zeigt, wie zufällig die Ergebnisse beim Langsampfeiferauchen ausfallen können. Immer gilt: Neue Meisterschaft, neues Glück. Für Sonnabend hoffen die Wriezener natürlich auf langlebige Glut im Pfeifenkopf. Bleibt nur noch eines zu wünschen: Gut Rauch!

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