Das Nachrichtenportal für Brandenburg

Schmuckstück für das ganze Dorf

Eva-Martina Weyer / 06.05.2017, 06:20 Uhr
Groß Pinnow (MOZ) Die Bauarbeiten in der kleinen Dorfkirche von Groß Pinnow können weitergehen. Am Freitagnachmittag hat Bundestagsabgeordneter Stefan Zierke (SPD) einen Fördermittelbescheid in Höhe von 55 600 Euro an Küsterin Hannelore Kistel überreicht.

Hannelore Kistel hat frische Tulpen auf den Altar gestellt. Und das nicht nur wegen des schönen Anlasses, dass Bundestagsmitglied Stefan Zierke den Bescheid über Bundesfördermittel mitbringt. "Auf dem Altar müssen immer Blumen stehen", findet die Küsterin. Hannelore Kistel hat die Schlüsselgewalt und die schöne Pflicht des Sauberhaltens. Sie macht das gern, denn die Kirche liegt ihr am Herzen. So ist das übrigens bei allen Dorfbewohnern von Groß Pinnow.

Vor zwei Jahren ist die Kirche von Grund auf saniert worden. Aus Kostengründen wurde damals auf das Verfugen des Feldsteinmauerwerkes verzichtet. Auch die Inneneinrichtung mit Altar und Gestühl wurde nicht restauriert.

Diese Arbeiten werden jetzt in Angriff genommen. Sie kosten 111 200 Euro und können jetzt Dank der Bundesfördermittel von 55 600 Euro, der Unterstützung des Landkreises und der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark nachgeholt werden.

Hannelore Kistel kommt ins Staunen, wer alles an der Finanzierung beteiligt ist. Stefan Zierke fasst die Bemühungen so zusammen: "Es ist ein Klinkenputzen bei der Frage - wer gibt Geld? Am Ende hat man Erfolg und das Bauen kann losgehen."

Die Bauarbeiten beginnen im Juni. Danach wäre die kleine Dorfkirche vollständig saniert. Der farbig gefasste Altaraufsatz aus Holz ist 1756 errichtet worden. Denkmalschützer bescheinigen dem Altar eine gute handwerkliche Qualität. Sie vermuten unter allen Farbschichten noch die barocke Urfassung.

Die Kirche ist ein im 13. Jahrhundert errichteter Feldsteinbau und der heiligen Katharina gewidmet. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Kirche mehrfach stark beschädigt worden. Doch die Dorfbewohner haben sich mit den Zerstörungen nie abgefunden und ihre Kirche immer wieder in einen nutzbaren Zustand versetzt. Das ist in Kirchenbüchern nachvollziehbar.

Als Groß Pinnow Ende des Zweiten Weltkrieges lange Zeit unter starkem Beschuss lag, ist der Kirchturm zerstört worden. Er wurde in den 1950er Jahren instandgesetzt. Seitdem hat es keine größeren Sanierungsarbeiten mehr geben. Im Laufe der Jahre waren Dach und Deckentragwerk in so schlechten Zustand geraten, dass sie 2011 eine Notabstützung erhielten.

Unter anderem durch Spendenaktionen hat die Kirchengemeinde so viel Geld zusammentragen können, dass die Kirche 2013 und 2014 von Grund auf saniert werden konnte. Sie hat einen völlig neuen Kirchturm. Von ihm zeigt eine Uhr Einwohnern und Besuchern an, was die Stunde geschlagen hat.

Jürgen Großklas hat sich schon damals für die Kirchensanierung stark gemacht. Er war es auch diesmal, der sich an den Landkreis und an SPD-Abgeordnete mit der Bitte um Hilfe wandte. Die Bitte ist bis zu Stefan Zierke gedrungen, der ein Sonderprogramm für Denkmalschutz als richtigen Fördertopf ansah. Er hat sich über die notwendigen Arbeiten vor Ort informiert.

Hannelore Kistel ist voller Vorfreude. Der nächste Termin für eine Trauung liegt dem Pfarrer schon auf dem Tisch.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG