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Archäologin erklärt Grabungsfortschritt beim Rundgang / Anwohner beklagen Gehweg-Schäden

Bislang 30 000 Fundstücke in Eichwerder

Anlaufpunkt im Park Jäckelsbruch: Jutta Werbelow schließt das alte Badehäuschen auf.
Anlaufpunkt im Park Jäckelsbruch: Jutta Werbelow schließt das alte Badehäuschen auf. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 09.05.2017, 07:30 Uhr
Eichwerder (MOZ) Nun wurde offensichtlich, was von Eichwerders Anwohnern bereits mehrfach beklagt wurde. Bei einem Rundgang durch den Wriezener Ortsteil hat Ortsvorsteherin Jutta Werbelow (SPD) noch einmal auf die zerfahrenen Bürgersteige aufmerksam gemacht.

Beschädigt worden sind Gehwege durch mehrere Fahrzeuge, darunter Pkw, Motorräder und Lkw, die trotz Absperrung durch den Bereich der Baustelle gefahren sind.

Die Ortsdurchfahrt bleibt noch gesperrt, bis die Grabungsarbeiten der Archäologen vor Ort abgeschlossen sind. Diese befinden sich laut Grabungsleiterin Blandine Wittkopp bereits im letzten Teil. Dadurch, dass die Häufigkeit der Funde dort bereits nachgelassen hat, hoffen Blandine Wittkopp und ihre Mitarbeiter auf ein schnelles Vorankommen. Im Juni vergangenen Jahres wurde die Absperrung, die ursprünglich für ein paar Wochen geplant war, aufgestellt.

Mittlerweile haben die Archäologen mehr als 600 Fundstellen und rund 30 000 Funde sicherstellen können. Für die Wissenschaftler sind die Funde ein Glücksfall, weil unter dem Kopfsteinpflaster der alten Ortsdurchfahrt einige Funde bis 5000 Jahre zurückreichen. "Oft haben wir den Fall, dass solche Funde nach einer Besiedlung während des Mittelalters nicht mehr auftauchen", beurteilte Blandine Wittkopp den Stellenwert der Fundstellen. Einige historische Erkenntnisse können durch die Funde auch neu eingeordnet werden.

Was Eichwerder und die Stadt Wriezen mit dem wertvollen Wissen anfangen kann, darüber wird nun beraten werden müssen. Die Eichwerderaner können sich über die Verzögerung der Baumaßnahme durch die Grabungsarbeiten indes nicht beklagen. Immerhin ist es im Ort viel ruhiger als vorher, wo der Verkehr über das Kopfsteinpflaster polterte.

Einige Autofahrer hatten sich jedoch nicht an die ausgeschriebene Umleitung über Neulewin gehalten, fuhren weiterhin durch den Ort und wichen dabei auf die Gehwege aus. Die Ergebnisse sind nun an mehreren Stellen zu sehen, beklagte Jutta Werbelow die Bruchstellen an den Platten.

Auch der Park Jäckelsbruch war Ziel des Dorfrundgangs. Dort zeigten sich zugewachsene Wege zum alten Badehaus und dem daneben liegenden Badebecken sowie vermooste Figuren im Skulpturenpark. Das Badehaus werde als Abstellmöglichkeit für den Heimatverein genutzt.

Die Pflege der Grünanlagen könne der Verein nicht allein stemmen, so die Ortsvorsteherin und Bürgermeisterkandidatin. Sie erhofft sich dafür Unterstützung von der Stadt.

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