Das Nachrichtenportal für Brandenburg

"Right Now" wenn der Flieder blüht in Friesack

Die Partyband "Right Now" rockt am Abend des 20. Mai die Freilichtbühne in Friesack.
Die Partyband "Right Now" rockt am Abend des 20. Mai die Freilichtbühne in Friesack. © Foto: promo
Rene Wernitz / 12.05.2017, 12:39 Uhr
Friesack (MOZ) Friesack feiert. Rechtzeitig zur 120. Auflage des Fliederfestes am 20. Mai blüht die Stadt mit dem auf, was dort zu Hauf wächst. Die Ursache dafür besteht im sogenannten Verschönerungsverein, der 1897, also vor 120 Jahren gegründet wurde und jede Menge Flieder pflanzte. Über die Ursprünge weiß Günter Kirchert am besten Bescheid, der Vorsitzender des Heimatvereins ist.

Laut seinen Angaben ging dem Fliederprojekt in Friesack die Einweihung eines Denkmals für den ersten Hohenzollern in der Mark Brandenburg voraus. Kaiser Wilhelm II., der der letzte Hohenzollernregent sein sollte, war 1894 höchstpersönlich in der Stadt zugegen, als sein Vorfahr Kurfürst Friedrich I. die Ehrung dort erfuhr. Dieser hatte die damals in Friesack bestehende Burg eingenommen und dadurch das Raubrittergeschlecht der Quitzows auch an dieser Stelle in seine Schranken gewiesen. Der Besuch des Kaisers muss Eindruck hinterlassen haben und gab wohl auch die Initialzündung. In der Folge gründete sich der Verschönerungsverein.

Kirchert ist offenbar kein in Erinnerungen schwelgender und rückwärts gewandter Nostalgiker, wie man sie vielerorts kennt. Er hat auch Pläne. So zum Beispiel die Anpflanzung von noch mehr Flieder. Doch das Amt lässt sich offenbar Zeit damit, geeignete Flächen zu benennen, wie er durchblicken lässt.

Indes empfiehlt der Heimatvereinsvorsitzende einen Besuch des Hohenzollern-Parks, wo heute eine Nachbildung des originalen Denkmals steht. Dort ist der Flieder am intensivsten: "Es duftet, riecht gut, und sieht gut aus, wenn es blüht", so Kirchert.

Am 20. Mai ist beste Gelegenheit, die Fliederstadt von ihrer namensgebenden Seite zu erleben. Denn pünktlich zur Fliederblühte ist wieder Fliederfest in

Noch können sich Budenbetreiber, Trödler, Teilehändler etc. bei den Organisatoren per E-Mail an tobias-wollenberg@gmx.de und kristian@soundworxs.de oder telefonisch unter 0172/9463070 oder 0173/4327182 für das Fliederfest anmelden. Es beginnt um 14.00 Uhr.

Glanzlichter sind die Wahl einer Fliederkönigin, ein Talente-Wettbewerb und der Auftritt der Line-Dance-Gruppe aus Wagenitz. Am Abend, ab 20.00 Uhr, wird die Partyband "Right Now" die Friesacker Freilichtbühne rocken. Sie ist eine der populärsten Coverbands der Region. Das Sextett aus Berlin spielt Hits, Evergreens und geheime Song-Perlen aus 40 Jahren Rock- und Pop-Geschichte, natürlich auch aktuelle Titel aus den Charts. "Right Now" verspreche "Konzert und Party" in einem, so Veranstalter Tobias Wollenberg. "Das passt nach Friesack wie der Deckel auf den Topf". Nach dem Konzert darf mit DJ Micha weiter getanzt und gefeiert werden. Der Eintritt zum 120. Fliederfest ist am Nachmittag kostenfrei, die Abendveranstaltung kostet allerdings zehn Euro.

Und wenn selbst der Flieder nicht mehr blüht, bietet Friesack gute Gründe zum Besuch. Unter anderem eine Eisdiele in der Berliner Allee, wo man Autos abstellen kann, um zum nahen Park zu spazieren. Das Haus stammt aus dem Jahr 1878 und war vom Ziegeleibesitzer Otto Beyer erbaut worden. Zu der Zeit war bestimmt noch vom Mühlenberg die Rede. Ein Name, den heute kaum noch jemand kennt, so Günter Kirchert. Sieben Mühlen gab es dort, wo heute das Denkmal steht. Die letzte Mühle wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. "Denkt man sich die Flügel ran, wird es nachvollziehbar."

Damit junge und gestandene Friesacker, natürlich auch Touristen, gut über die Geschichte Bescheid wissen, gibt es ein Heimatmuseum. Es befindet sich am Markt, schräg gegenüber ist das Rathaus. Für das Museum musste der 1994 gegründete Heimatverein bei Null anfangen. Denn die 1902 geschaffene Einrichtung hatte den Krieg nicht überstanden. "Alles war vernichtet", so Kirchert. Das Museum befindet sich im Heimathaus, in dem es zudem eine Bibliothek gibt.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG