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Friesack: Stammburg von Raubrittern

Sandra Euent / 12.05.2017, 13:41 Uhr
Friesack (MOZ) Das 1216 erstmals erwähnte Friesack hat seit fast 700 Jahren Stadtrecht. Es war 1327 verliehen worden. Das fiel in bewegte Zeiten.

Die Dynastie der Askanier war 1320 ausgestorben in Brandenburg. Die Markgrafschaft fiel an das Reich zurück. Der Kaiser, ein Herrscher aus dem Geschlecht der bayerischen Wittelsbacher, gab sie 1323 einem Verwandten zum Lehen. Der Landesherr war weit entfernt. Die Stabilität in der Mark geriet allmählich ins Wanken. Es wurden unruhige Zeiten im Laufe des 14. Jahrhunderts.

In der Folge etablierte sich das Raubrittertum, insbesondere im Havelland. Berüchtigste Vertreter waren zwei Quitzow-Brüder, der eine hieß Johann, der andere Dietrich. Zur Stammburg des Letzteren war 1409 Friesack geworden. Johann hatte 1400 Plaue erobert. Die mittlere Mark mit Berlin hatte arg unter den Raubzügen der Brüder zu leiden. Der Kaiser, nun aus dem Geschlecht der Luxemburger, beauftragte 1411 seinen Burggrafen von Nürnberg damit, das Problem mit den Quitzows zu lösen. Dieser Burggraf sollte später als Friedrich I. zum Begründer der Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg werden. Ehe er aber Kurfürst wurde, rollte er ein mächtiges Geschütz, "Faule Grete" genannt, vor die Burgen der Quitzows.

Im Februar 1414 fiel erst Friesack, dann wurde die Burg in Plaue (nun Ortsteil von Brandenburg/Havel) sturmreif geschossen. Aus der Burg in Plaue wurde ein Schloss, das es heute noch gibt. Die Friesacker Burg gibt es indes nicht mehr. An ihre ungefähre Lage im Ort erinnert der Name Burgstraße.

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