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Amt Barnim-Oderbruch sieht sich zu Unrecht am Pranger und verweist auf Bauordnung / Landkreis begleitet Bauvorhaben

Altwustrowern stinkt geplanter Gärrestbehälter gewaltig

Steffen Göttmann / 16.05.2017, 19:05 Uhr
Altwustrow (MOZ) In Altwustrow kocht der Volkszorn über den Bau eines Gärrestbehälters. Obwohl das Thema nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Oderaue in Neureetz stand, machten die Bürger ihrem Ärger in der Einwohnerfragestunde Luft.

"Wir haben Angst, dass wir künftig mit einer großen Geruchsbelästigung leben müssen", meldete sich Hendrik Martens aus Altwustrow zu Wort. Der sechs Meter hohe Behälter mit einem Durchmesser von 38 Metern werde laut Martens am Ortsrand errichtet. "Welche Möglichkeiten haben wir, um Einfluss zu nehmen?", fragte er. Die Bürger seien nicht grundsätzlich gegen den Bau des Gärrestbehälters, sondern nur gegen den Standort.

Der Bauantrag sei bereits am 17. April 2015 gestellt worden, sagte Elke Bundrock vom Bauamt des Amtes Barnim-Oderbruch. Die Genehmigung für den Bau des Gärrestbehälters sei vom 8. September 2015.

Das Amt habe die Unterlagen für eine Stellungnahme bekommen und die Stellungnahme erarbeitet. Der Standort befinde sich im Außenbereich auf landwirtschaftlichen Flächen. Das Amt könne nur dann eine negative Stellungnahme abgeben, wenn es von Seiten der Gemeinde Planungen gibt, die gegen den Bau sprechen. "Es liegen aber keine Planungen vor, die aussagen, dass die Fläche nicht landwirtschaftlich genutzt werden darf", erklärte Elke Bundrock. Innerhalb des Baugenehmigungverfahrens seien alle Fachämter des Landkreises Märkisch-Oderland beteiligt worden und zwar genau in dem Umfang, wie es die Bauordnung vorschreibt. Demnach müsse der Gülle-Gärrestbehälter mit einer geschlossenen Abdeckung versehen werden, betonte die Mitarbeiterin des Bauamtes. Die Gülle dürfe nur in den geschlossenen Behälter gefüllt werden.

"Das Amt darf den Bau nicht verbieten", stellte Elke Bundrock klar. Die Windrichtung sei kein geltender Grund - weder von der Gemeinde noch vom Amt, die dem Bau einer solchen Anlage widerspreche. Die gleichen Mechanismen gebe es beim Bau von Windrädern. Widerspricht die Gemeinde dem Bau oder lehnt ihn ab, werde der Beschluss durch das Landesumweltamt als übergeordneter Behörde ersetzt und dem Bau zugestimmt. Der Landkreis habe die Baugenehmigung erteilt und begleite den Bau, ergänzte Elke Bundrock.

Die Altwustrower fühlen sich vom Amt übergangen. Sie hätten sich eine frühere Information über den Bau der Anlage gewünscht. Unterdessen ist für Freitagnachmittag ein Treffen von Anwohnern mit dem Landwirt, der den Behälter errichten will, vor Ort vorgesehen.

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