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Gemeinde überarbeitet Bebauungsplan / Anwohner zweifelt Staub- und Lärmschutzgutachten an

Nächster Anlauf für Trabrennbahn

Pferde auf der Winterkoppel: Eine Trabrennbahn könnte ich Eichstädt für viel sportliche Betätigung der Vierbeiner sorgen.
Pferde auf der Winterkoppel: Eine Trabrennbahn könnte ich Eichstädt für viel sportliche Betätigung der Vierbeiner sorgen. © Foto: OGA
Wiebke Wollek / 18.05.2017, 10:51 Uhr
Eichstädt (OGA) Das Bebauungsplanverfahren zur Trabrennbahn in Eichstädt wird weitergeführt. Darüber informierte Bürgermeister Peter Leys (BfO) in der Ortsbeiratssitzung am Montagabend. Nachdem der 2012 beschlossene B-Plan in einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg 2015 für unwirksam erklärt wurde, hat die Gemeinde nun einige Punkte überarbeitet.

Dazu gehören eine neue Umweltprüfung, ein Staubgutachten und ein Lärmschutzgutachten. Als nächster Schritt folgt die Fertigstellung des überarbeiteten Bebauungsplanes, der dann der Gemeindevertretung vorgelegt wird. Auch die Bürger sowie Träger öffentlicher Belange werden am erneuten Verfahren beteiligt.

Seit 2011 sorgt die Trainingsanlage immer wieder für heftige Diskussionen. Anwohner Axel Tengler nutzte die Einwohnerfragestunde der Sitzung dazu, seinem Ärger Luft zu machen. Er fühlt sich durch Staub und Lärm massiv belästigt. "Das Gedröhne dringt selbst bei geschlossenen Fenstern in unsere Stube", beschwerte sich Tengler. "Meine Frau und ich arbeiten häufig von zu Hause aus, da ist der Krach ein großes Problem."

Darüber hinaus bezweifelt er, dass das Lärmschutzgutachten ordnungsgemäß durchgeführt worden ist. Nach seinen Beobachtungen sei dafür nur ein einzelnes Mikrofon aufgestellt worden. Das kann sich Peter Leys jedoch nicht vorstellen. "Das waren öffentlich bestellte Gutachter. Ich bezweifle, dass mit einem nicht geeichten Gerät gemessen wurde", sagte Leys.

Auch ein zweites Gutachten, das die Staubbelastung in der Luft messen sollte, hält Axel Tengler für nicht aussagekräftig, denn an diesem Tag sei viel länger als sonst gewässert worden. Außerdem kritisiert Tengler, nicht offiziell darüber informiert worden zu sein, wann die Messungen durchgeführt werden. Er habe es nur durch zufällige Beobachtungen mitbekommen "Da wurden im privaten Kämmerlein Gutachten gemacht, dabei müssten doch alle informiert werden, die davon betroffen sind", meint Tengler. Leys hielt dagegen: "Das sind unabhängige Gutachten."

Peter Leys kann nicht nachvollziehen, dass sich Axel Tengler von den Treckern derart gestört fühlt. "Ich halte die Belastung für absolut erträglich", sagte der Bürgermeister, der selbst unmittelbar in der Nähe der Trainingsanlage wohnt.

Ulrich Mommert, Besitzer des Gestüts, auf dem sich die Trainingsanlage befindet, war bei der Ortsbeiratssitzung diese Woche nicht anwesend. Am Mittwoch erklärte er auf Nachfrage: "Die Staubeinwirkung ist gleich Null. Es gibt zwei Wasserwagen, die für ständige Bewässerung sorgen. Auch der Lärm ist kein Thema." Er verwies auf die Gutachten. Axel Tengler betonte am Montag: "Ich habe keine Lust, ein langes Verfahren in die Welt zu bringen. Ich möchte eine vernünftige Lösung und endlich Ruhe."

Peter Leys ist zuversichtlich, dass der überarbeitete Bebauungsplan gebilligt wird. Sollte die Gemeinde noch einmal vor Gericht verlieren, wäre dies mit immensen Kosten verbunden.

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