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Trecker, Trabis und Teilemarkt

Einfahrt der Jubilare: Vor 50 Jahren begann die Serienproduktion der Zugtraktoren (ZT) 300 im Kombinat Fortschritt Landmaschinen bzw. VEB Traktorenwerk Schönebeck (Elbe). 16 der grünen, roten und blauen Maschinen waren beim Treffen in Alt Tucheband dabei.
Einfahrt der Jubilare: Vor 50 Jahren begann die Serienproduktion der Zugtraktoren (ZT) 300 im Kombinat Fortschritt Landmaschinen bzw. VEB Traktorenwerk Schönebeck (Elbe). 16 der grünen, roten und blauen Maschinen waren beim Treffen in Alt Tucheband dabei. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 21.05.2017, 19:10 Uhr - Aktualisiert 22.05.2017, 12:14
Alt Tucheband (MOZ) Die elfte Auflage des Oldtimer- und Militärfahrzeug-Treffens lockte am Wochenende wieder Tausende auf das alte Gärtnereigelände an der B1. Mehr als 400 Aussteller zeigten ihre Technik.Im Mittelpunkt standen allerdings die Zugtraktoren aus den Fortschrittwerken. Sie hatten 50. Jubiläum.

Ein tolles Programm hatten die rund 50 Mitglieder des Vereins "Die Tuchebander" wieder auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit ihren Partnern wie der Feuerwehr Alt Tucheband, dem Angelverein sowie ihren Familien und Freunden konnten sie eine tolle Organisation des Treffen bieten. Das reichte von der Parkplatzeinweisung über die wieder unterhaltsame Moderation von Sven Höse, die originelle Beköstigung aus der NVA-Feldbäckerei bis zur musikalischen Unterhaltung durch Blasmusiker und Oderdammis.

50 Jahre ZT 300 an der B1 gefeiert. 400 Aussteller zeigten Alttechnik. Der Müllroser Bläserverein und die Oderdammies spielten auf.
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11. Oldtimer- und Militärfahrzeugtreffen Alt Tucheband

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Pünktlich um 11 Uhr hielten sie Einfahrt, die Hauptakteure des Treffens, die Trecker der ZT-Reihe. Was dem Laien schnöde Traktoren sind, das ist dem Fan ein ganzer Kosmos. Und Fans der ZT-Familie gibt es auch im Oderbruch sehr viele. Schließlich waren die Maschinen lange Zeit das Nonplusultra in der Landwirtschaft. Die Logos der LPG Golzow oder Groß Neuendorf prangen noch stolz an einigen Treckern. Selbst die Farben der ZT verraten einiges, wie Werner Zellmer berichtete. Denn als vor 50 Jahren die Serienproduktion der bis zu 100 PS starken Zugtraktoren begann, war die ZT 300-Farbe Rot (offiziell Blutorange/Grauweiß/Fehgrau). Als der Werksleiter wechselte, wechselte auch die Farbe in Blau (offiziell Himmelblau/Grauweiß/Fehgrau). Da aber für diese Farben Zusatzstoffe importiert werden mussten, änderte sich der Lack später in grün (offiziell Sienagrün/Grauweiß/Fehgrau und Chlorbunagrün). Fellmer verbindet mit den ZT auch die Geschichte der Pflugmeisterschaften, die er seit den 1970er Jahren mitbegleitet hat, von den Betriebs- bis zu den DDR-Meisterschaften. Klar, dass er nächstes Jahr zu den Pflug-Weltmeisterschaften nach Tübingen reist.

Interessante Geschichten rund um den ZT wussten auch Georg Wihan von der Landwirtschaft Golzow und Mirko König von der "ZT-Schmiede Zechin" zu berichten, die die Historie der Typenfamilie sehr anschaulich präsentierten. In Schönebeck wurden 87 000 Stück produziert, immer wieder angepasst an die unterschiedlichste Bedürfnisse und gewachsene Ansprüche der DDR-Landwirtschaft, wie auf einer großen Jubiläumswandtafel nachzulesen war.

In Aktion zu erleben waren die Maschinen bei den Oderbruchmeisterschaften im Steinwalzziehen. Dabei ging es in den beiden Klassen bis 60 PS und darüber darum, eine drei Tonnen schwere Steinwalze über einen Hügel zu ziehen. Ein Spektakel, das die Zuschauer bejubelten. Die Sonne sorgte dazu für eine Aufheiterung an dem kühlen Maitag.

Ein lautstarkes Spektakel gab es auf der Geländebahn, wo neben dem NVA-Schützenpanzer BMP-1 erstmals auch der Pionierschwimmwagen PTS-M, ein zehn Tonnen schweres Kettenfahrzeug zu erleben war. Familie Tietz die aus Frankfurt und Oranienburg ins Oderbruch kam, hatte sich für die Fahrt im Schützenpanzer entschieden. Der Panzer-Fahrer aus Groß Schönebeck drehte einige Runden mit dem Kettenfahrzeug. Familie Tietz ist begeistert von der Panzerfahrt. Dass ganz in der Nähe beim Radwegbau wieder viele Gefallene des letzten Krieges geborgen wurden, wussten sie vielleicht gar nicht. Das war auch für die zahlreichen Militariahändler auf dem Teilemarkt kein Thema. Dort konnte man eigentlich alles erwerben, was man während des NVA-Dienstes so kennengelernt hat, mit Ausnahme von Waffen. Aber auch viele Stände mit historischen Auto- und Motorradteilen gab es am Markt.

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