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Stromausfall hielt Kochkünstler nicht auf

Lecker: Unter anderem paniertes Hühnchen bereiteten Mustafa Nasiri (links) und seine Freunde beim Begegnungstag zu.
Lecker: Unter anderem paniertes Hühnchen bereiteten Mustafa Nasiri (links) und seine Freunde beim Begegnungstag zu. © Foto: MZV/Hinz
Rebecca Hinz / 22.05.2017, 18:00 Uhr
Klosterheide (MZV) Sie kamen aus Syrien, Italien, Äthiopien, Eritrea, Afghanistan, Iran und dem Tschad. Im ehemaligen Heidegasthof in Klosterheide fanden die Flüchtlinge ab Dezember 2015 eine neue Heimat.

Die Vergangenheit der Geflüchteten ist oft von Krieg und Verfolgung gekennzeichnet. Mittlerweile sind sie in dem Lindower Ortsteil angekommen, lernen die deutsche Sprache und beginnen, sich in Brandenburg ein neues Leben aufzubauen. Es sind vor allem Familien, die in Klosterheide einen Neuanfang wagten.

Mit Rollern und Rädern, Bällen und Hula-Hoop-Reifen aus dem Spielmobil des diakonischen Vereins Esta Ruppin war am Begegnungstag für ein buntes Kinderprogramm gesorgt worden. Fröhliches Kinderlachen empfing die allerdings nur sehr wenigen Besucher, die sich aus Lindow oder Klosterheide zu den Flüchtlingen gesellten.

Mit dabei war auch die Bürgermeisterin von Lindow, Heidrun Otto(CDU), die sich besonders bei den Ehrenamtlichen bedankte. Ohne diese Menschen wäre vieles nicht möglich, so die Stadtchefin. Dieser Begegnungstag sollte insbesondere als Austausch für die Helfer dienen. Eine große Party sollte es gar nicht werden, hieß es, denn einige Flüchtlinge sollen von der Abschiebung bedroht sein - was keine Partystimmung erzeuge. Es soll auch schwierig gewesen sein, einen Termin für den Tag zu finden, denn der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, steht vor der Tür. Die äußerst geringe Resonanz aus dem Ort wurde darauf zurückgeführt, dass viele Familien im Dorf durch Jugendweihe-Feiern eingebunden waren. Ines Meyer-Kormes, Ehrenamtskoordinatorin bei Esta Ruppin, hat am Sonnabend als Moderatorin und Übersetzerin fungiert. Sie war den meisten bereits gut bekannt, da sie einmal im Monat einen Stammtisch organisiert, bei dem sie aktuelle Themen sammelt. Es sind vor allem Ältere, die sich engagieren, die jedoch angesichts der vielen Arbeit an ihre Grenzen stoßen.

Ines Meyer-Kormes versucht, eine Brücke zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen zu schlagen. Ein Weg dazu ist ein Projekt, bei dem über Patenschaften eine Integration erleichtert werden soll. Ihr Traum wäre es, eine nachbarschaftliche Unterstützung der Geflüchteten zu erreichen, bei dem die Menschen als Gemeinschaft einander Hilfe zur Selbsthilfe geben. Die Flüchtlinge könnten Meyer-Kormes zufolge eine Bereicherung sein, wenn sie die Chance bekämen, etwas zurückzugeben. Und die Migranten haben viel zu bieten, findet sie. Neben ihrer Arbeitskraft gehört dazu der bereichernde Austausch miteinander. Und auch die Kochkunst ihrer Heimat bringen viele mit. Davon konnten sich die Besucher am Sonnabend dann auch selbst überzeugen. Ein Stromausfall in der Küche hat zuvor Wolfram Hübners Einsatz erfordert. Der Feuerwehrmann hat von Anfang an im Wohnheim mitgearbeitet und auch am Sonnabend konnte er mit einer pragmatischen Lösung helfen: Die Feuerschale wurde kurzerhand vorzeitig entzündet, um den Reistopf auf konventionelle Art über dem offenen Feuer zu erhitzen.

Das gab Übergangswohnheim-Leiter Andreas Kosmalla die Zeit, das Problem in der Küche zu lösen, denn er kümmert sich hobbymäßig auch um die Technik und die Musik. Mit Spendengeldern vom Verein "Lindow hilft" wurden auch Lebensmittel eingekauft, aus denen die Heiminsassen iranische und syrische Gerichte zubereiteten. Es roch fantastisch aus Appartement R3, in dem der Iraner Mustafa Nasiri mit zwei jungen Helfern panierte Hühnchen und verschiedene Salate zubereitete. Mit Hummus, einem Kichererbsenpüree, würzigem Rindfleisch und gefülltem Gemüse bereicherten Kassem Alhamata und Familie Algheriani das Buffet.

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