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Volle Windeln neben Damm

Sauerei neben dem Damm: An der Kreisstraße hat sich jemand Säcke voller Windeln entledigt
Sauerei neben dem Damm: An der Kreisstraße hat sich jemand Säcke voller Windeln entledigt © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 26.05.2017, 06:50 Uhr
Altwriezen/Beauregard (MOZ) "Das ist doch eine Sauerei", sagt Peter Sperr, Ortsvorsteher Altwriezen/Beauregards. Am Straßenrand liegt eine zerrissene Tüte mit vollen Windeln. "Wer macht denn so etwas?", verleiht er seinem Verdruss Ausdruck. Der Müll liege dort bereits seit einer Woche. "Anwohner sind an mich herangetreten. Sie ärgern sich natürlich darüber", sagt der 60-Jährige.

Warum Leute die Kreisstraße 6411, in diesem Fall die Kreuzung, die Richtung Altwriezen/Beauregard führt - den Oderbrüchern besser als Damm bekannt - so verschmutzen, ist Peter Sperr unbegreiflich. Zumal es nicht der erste Müllsack voller benutzter Windeln ist, den Unbekannte dort einfach hinterlassen haben. "Wahrscheinlich ist die einfache Entsorgung in der braunen Tonne zu teuer", vermutet er den Hintergrund und gibt zu bedenken, dass auch an anderen Stellen bereits Müll solcher Art gelegen habe.

Die Revierpolizei hat der Ortsvorsteher bereits verständigt. Auch das Ordnungsamt der Stadt wurde informiert. Dort bekam Sperr allerdings die Auskunft, dass die Kreisstraße nicht Stadtgebiet sei, sondern zum Landkreis gehöre, womit die Abfall-Detektive der unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde (UAB) ins Spiel kommen.

Dort kennt man solche Fälle: Anwohner entdecken illegale Abfallablagerungen an Straßen, im Wald, auf einer öffentlich zugänglichen oder auch privaten Fläche und informieren zunächst ihr Ordnungsamt. Die UAB-Mitarbeiter prüfen dann, wem die Fläche gehört und ob ein Verursacher zu ermitteln ist. Illegale Abfallablagerung ist kein Kavaliersdelikt, es ist eine Straftat, wissen die Mitarbeiter der Behörde. Deshalb suchen sie vor Ort meist nach Hinweisen, die helfen könnten, den Fall aufzuklären. Wird ein Verursacher ermittelt, geht der Fall an die Staatsanwaltschaft. Ist der Fall für den Staatsanwalt nicht schwerwiegend genug, eröffnet die UAB ein Ordnungsverfahren, welches in der Regel mit einer Beräumungsverfügung und einem Bußgeldbescheid endet.

In den Fällen, in denen es nicht gelingt, einen Verursacher zu ermitteln, muss der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO) den Abfall entsorgen - auf Kosten aller Gebührenzahler im Landkreis.

Eine Anzeige gegen Unbekannt hat Peter Sperr bereits abgegeben. Auch wenn die Chancen eher schlecht stehen, den oder die Verursacher zu finden, so Sperr, sollte das Thema öffentliches Gehör finden. Denn "so eine Sauerei" möchten die Leute, die hier entlang fahren, nicht jeden Tag sehen müssen.

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