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Riesige Rotbuche in Gefahr

Regionale Besonderheit: Im Wald bei Beetz/Sommerfeld steht eine riesige Buche, deren Stamm einen Umfang von 6, 20 Meter misst.
Regionale Besonderheit: Im Wald bei Beetz/Sommerfeld steht eine riesige Buche, deren Stamm einen Umfang von 6, 20 Meter misst. © Foto: MZV
Wiebke Wollek / 27.05.2017, 08:15 Uhr
Beetz/Sommerfeld (OGA) "Die sieht schon imposant aus", sagt Sebastian Partzsch, als er seinen Blick zur Baumkrone der mächtigen Rotbuche richtet. Als Vorsitzender des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch liegt es ihm besonders am Herzen, die riesige Buche zu schützen. Der Baumstamm hat etwa einen Meter über dem Boden einen Umfang von über sechs Metern. "Solche riesigen Buchen sind in Deutschland ziemlich selten", erklärt Partzsch. Sie wurde erst Ende April vom Vereinsmitglied Detlef Hase entdeckt. "Der Forst muss die Buche natürlich schon länger bekannt sein", erklärt Partzsch.

Der mächtige Baum befindet sich etwa drei Kilometer weit von der Straße zwischen Hohenbruch und Sommerfeld entfernt und ist nicht so leicht zu finden. Sebastian Partzsch war schon zweimal dort und kennt den Weg inzwischen. Der Wald befindet sich genau in dem Areal, das die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz/Oberhavel als neues Windeignungsgebiet ausweisen möchte. Anfang Juni soll der zweite Entwurf des Teilplans "Freiraum und Windenergie" der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Mit der Entdeckung der Rotbuche sieht sich der Verein in seiner Haltung bestärkt, gegen diese Pläne vorzugehen . Er möchte verhindern, dass in diesem Areal Windkraftanlagen entstehen. Deshalb hat der Vorstand einen Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde eingereicht: Die entdeckte Riesenbuche soll wegen Seltenheit, Eigenart und Schönheit als Naturdenkmal ausgewiesen werden. Dann hätte dieser Baum einen Schutzstatus und dürfte in seiner Entwicklung nicht gefährdet oder beeinträchtigt werden. Bis jetzt gab es noch keine Rückmeldung der Behörde.

Sebastian Partzsch sieht nicht nur die Buche durch Windräder gefährdet, sondern auch viele andere Pflanzen und Tiere. "Hier gibt es Fledermäuse, denen allein durch den Luftdruck der Windanlagen die Lungen platzen können." Außerdem müsse für ein einzelnes Windrad eine Fläche von einem Hektar Wald gerodet werden. Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, wird der Landschaftsförderverein am 2. Juli eine Fotoausstellung in der Kremmener Museumsscheune eröffnen. Dort werden Naturbilder aus dem geplanten Windeignungsgebiet gezeigt, das sich zum überwiegenden Teil in die Gemeinde Löwenberger Land und nur zu einem Fünftel im Kremmener Raum erstreckt.

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