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Seniorenzentrum feiert Doppeljubiläum

Genießen Sonne im Garten: Die Bewohnerinnen Gertrud Fallnich, Irene Janik und Anita Jahn (von links) mit Ergotherapeut Andreas Flügge, Leiterin Kerstin Zenk und Pflegedienstleiterin Simone Kupke (hintere Reihe von links).
Genießen Sonne im Garten: Die Bewohnerinnen Gertrud Fallnich, Irene Janik und Anita Jahn (von links) mit Ergotherapeut Andreas Flügge, Leiterin Kerstin Zenk und Pflegedienstleiterin Simone Kupke (hintere Reihe von links). © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 28.05.2017, 07:41 Uhr
Hohensaaten (MOZ) Das AWO-Seniorenzentrum "Waldblick" in Hohensaaten feiert ein Doppeljubiläum: 65-jähriges Bestehen und 25Jahre unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Bezirksverband Brandenburg Ost mit Sitz in Frankfurt (Oder).

"Wir feiern kein großes Fest, sondern haben viele kleine Veranstaltungen übers Jahr verteilt", berichtet Kerstin Zenk, Leiterin des AWO-Seniorenheims "Waldblick". So sei bereits der Korbmacher Enrico Elsholz zu Gast gewesen, der sich bei seiner Arbeit über die Schulter blicken ließ. Die nächste größere Veranstaltung sei das Sommerfest am 14. Juni, zu dem auch Senioren aus dem Dorf eingeladen sind. Bei einem Tag der offenen Tür am 14. September werden alte Bilder gezeigt, die die Entwicklung des Seniorenzentrums dokumentieren.

Wie sich die Pflege im Lauf der Jahre gewandelt hat, zeigt sich nicht nur darin, dass die Mitarbeiterinnen auf den Fotos aus den sechziger Jahren weiße Kittel und Häubchen trugen, sondern auch in den Zahlen. Mehr als 100 Bewohner des damaligen Feierabendheims Hohensaaten wurden von 29 Mitarbeitern betreut. Heute arbeiten 43 Mitarbeiter in dem Haus, das über eine Kapazität von maximal 63 Plätzen verfügt. Ausgebildete Pflegefach- und Pflegekräfte kümmern sich um das Wohl der Bewohner.

"Früher lebten die Menschen zu dritt in einem Zimmer, nicht einmal jeder hatte einen eigenen Schrank", sagt Kerstin Zenk, Leiterin des AWO-Seniorenheims "Waldblick". Das ist heute ganz anders. Damals seien auch jüngere Leute, die vielleicht eine psychische Störung hatten, ins Feierabendheim eingewiesen worden, so die Leiterin. Heute bleiben die alten Menschen so lange wie möglich zu Hause. Daher seien die Bewohner durchschnittlich zwischen 80 und 90 Jahren alt.

Als weitere Veranstaltung geplant sei zudem eine Weiterbildung für Angehörige, vielleicht zum Thema Demenz. "Denn wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, diese Klientel zu pflegen und zu betreuen", sagt die Leiterin der Einrichtung.

Die Übernahme der Trägerschaft auf die AWO erwies sich für das Heim als Glücksfall. "Der Träger hat viel investiert, um das Haus jeweils auf den neuesten Stand zu bringen und das geht auch weiter", so Kerstin Zenk, die seit 15 Jahren in dem Haus arbeitet. Geplant sei ein Ausbau für Demenzkranke, mit dem sich das Haus profiliert. "Die Lage ist ideal, so wie sie alte Menschen schätzen", ergänzt die Leiterin. Das Pflegeheim liege ruhig, fernab von Stadt und Hauptstraßen, ist eingebettet in eine Wohnsiedlung. Die Leute können sich frei bewegen, auch ein Plausch über den Gartenzaun sei möglich, wobei durchaus Freundschaften entstehen.

Das Seniorenzentrum "Waldblick" bildet zwei Auszubildende zu Pflegefachkräften aus und bietet die einjährige Ausbildung zu Pflegehelfern an. Um den effektiven Einsatz von Pflegefachkräften geht es bei einem Projekt, das vom Landesamt für Versorgung und Soziales initiiert wurde.

Das Hohensaatener Pflegeheim sei eine von sechs Einrichtungen im Land, die sich an dem Projekt beteiligen, das in diesem Jahr endet, so Kerstin Zenk. Die Erfahrungen münden in einem Maßnahmekatalog, der anderen Einrichtungen als Leitfaden für ihre künftige Arbeit dienen soll.

70 Prozent der Bewohner des Hohensaatener Seniorenzentrums seien demenzkrank. "Unsere Mitarbeiter sind gut geschult, kennen sich mit dem Krankheitsbild aus und wissen, wie sie mit den Verhaltensweisen umzugehen haben", bestätigt Pflegedienstleiterin Simone Kupke. Die Menschen leben in einem geregelten Tagesablauf. Dabei beschäftigen sie sich mit dem, was sie früher schon gemacht haben. Sie helfen beim Zubereiten der Mahlzeiten, legen die Wäsche zusammen, beschäftigen sich mit Handarbeiten und lesen die MOZ. "Wir legen Wert darauf, dass wir die Menschen mit sinnvollen Tätigkeiten beschäftigen", so Kerstin Zenk. Gebastelt werde nicht. "Dazu hatte früher niemand Zeit", erklärt Kerstin Zenk.

Im Seniorenzentrum werde selbst gekocht, wobei sich das Personal an den Wünschen der Bewohner orientiert. So gibt es beispielsweise Kartoffelbrei mit Fliedermussoße und ungesüßten Eierkuchen. Doch auch Spaghetti sind auf dem Speiseplan zu finden. Zuletzt gab es eine Kaffee-Verkostung, wobei es herauszufinden galt, welche Sorte den Bewohnern am besten schmeckt.

Von der Selbstbestimmung und vom Mitbestimmungsrecht her habe sich einiges geändert, es gebe keine festen Besuchszeiten mehr, sagt die Leiterin der Einrichtung. Und wenn jemand das Heim wechseln wolle, dann sei das eben so.

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