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Aus Schrott ein Schmuckstück gemacht

Ganz in blau: Dr. Alexander Steiner und seine Ehefrau Sandra gingen zusammen mit dem zehnjährigen Sohn Leonard auf Tour.
Ganz in blau: Dr. Alexander Steiner und seine Ehefrau Sandra gingen zusammen mit dem zehnjährigen Sohn Leonard auf Tour. © Foto: MZV
Holger Rudolph / 28.05.2017, 18:49 Uhr
Kränzlin (mzv) Knapp 20Fahrzeuge setzten sich am Sonntagvormittag in Kränzlin zur 21.Käfer- und Beetle-Ausfahrt in Bewegung. Mathias Köppen, der das Spektakel wieder mit seiner Familie und Freunden organisierte, war mit der Beteiligung zufrieden: "Es kommt uns nicht auf besonders viele Teilnehmer an", sagte er. "Wichtig ist, dass wir mit freundlichen und fröhlichen Menschen auf Tour gehen."

Auch mussten es nicht unbedingt VW-Käfer oder -Beetle sein, in denen die Teilnehmer bei sommerlicher Wärme durch die Landschaft fuhren. Auch andere Oldtimer und betagte Motorräder waren mit von der Partie.

Im mittlerweile elften Jahr bewegt sich stets am letzten Mai-Sonntag der bunte Tross durch die brandenburgische Landschaft. Eine Zweitauflage wird es - wie schon in den Jahren zuvor - Ende August geben.

Diesmal fuhren die Oldtimer-Fans Richtung Osten. Nach einem Halt im Café am Oder-Havel-Kanal in Marienwerder machten sie Station in der Schorfheide im bei den Bonzen vergangener Zeiten beliebten Jagdschloss Groß Schönebeck und sahen sich den Dokumentarfilm "Jagd und Macht" an. Den dritten Halt gab es in einem Café in Zerpenschleuse. Zwischendurch hatte der Hobby-Musiker Köppen mehrmals seine Gitarre herausgeholt, um von ihm speziell für diese Ausfahrt komponierte und getextete Songs vorzutragen.

Dr. Alexander Steiner und seine Ehefrau Sandra gingen zusammen mit dem zehnjährigen Sohn Leonard im blauen Käfer von 1965 auf Tour. Der stolze Autobesitzer erzählte vor dem Start: "Ich fahre den Wagen schon, seitdem ich 18 war. Ich habe ihn damals von meinem Opa Erich geerbt. Er hatte immer alle Durchsichten machen lassen." Für Sandra Steiner war die Tour vor allem interessant, "weil so ein schönes Ausflugsprogramm geplant ist und wir alle einen schönen Tag haben werden." Die Familie beteiligte sich zum zweiten Mal an der Ausfahrt.

Der Neuruppiner Lutz Müller scherzte: "Ich bin die Begleitpatrouille." Wenn irgendein Gauner einem Käfer zu nahe kommen sollte, werde er die Sache zu regeln wissen. Für Verfolgungsjagden dürfte sich seine Touren-AWO 425 aus dem Jahr 1955 allerdings kaum eignen.

Müller hatte das betagte Motorrad einmal mehr auf Hochglanz gebracht. Als er die Maschine vor 13Jahren kaufte, sei sie der reinste Schrotthaufen gewesen. Inzwischen hat der Elektroniker und Hobbyschrauber mit dem restaurierten Motorrad schon 30000Kilometer zurückgelegt. Vier Monate hatte er 2004 benötigt, um aus Schrott wieder ein Schmuckstück werden zu lassen. Und er fand dabei Gefallen am Restaurieren. Jahr für Jahr brachte er seitdem ein weiteres Motorrad in Schuss.

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