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WLV feierte in Hasenfelde Jubiläum

Ein Silberpaar und Fließe im Spannungsfeld

Seit über 25 Jahren ein Paar in der Verbandsspitze: Manfred Zalenga und Thorsten Weidner (v.l.).
Seit über 25 Jahren ein Paar in der Verbandsspitze: Manfred Zalenga und Thorsten Weidner (v.l.). © Foto: MOZ/Uwe Stemmler
Uwe Stemmler / 31.05.2017, 19:34 Uhr
Hasenfelde/Fürstenwalde (MOZ) Der Wasser- und Landschaftspflegeverband Untere Spree feierte am Mittwoch in Hasenfelde mit dem Landrat, Bürgermeistern, Amtsdirektoren, Landwirten, Förstern und vielen anderen Gästen. Anlass war die Gründung vor gut 25 Jahren.

Als Landrat Rolf Lindemann als dritter Festredner ans Pult trat,erntete er schnell Beifall, als er aus Goethes Faust zitierte: "Von Zeit zu Zeit seh´ich den Alten gern". Gemeint war sein "alter Chef", Ex-Landrat Manfred Zalenga. Der ist Vorsteher des Wasser- und Landschaftspflegeverbands Untere Spree (WLV), seit über 25 Jahren - länger als er Chef der Kreisverwaltung war. Zalenga erinnerte sich an 1991: Er war damals Chef des Kreisbauernverbands. Eines Tages habe ihn der damalige Umwelt-Dezernent des Kreises, Gerhard Ziebarth, angerufen: Wir gründen einen Verband und suchen einen, der den Vorsitz übernimmt. Er tat es und Thorsten Weidner, Praktikant im Kreis Fürstenwalde, wurde sein Geschäftsführer. "Jetzt sind wir ein gutes Silberpaar", sagte Zalenga mit Blick auf das Jubiläum. Dass der neue Landrat auch eine Aktie an allem hat, grub Weidner aus: Lindemann habe ihm damals bei einem Lehrgang Staatsrecht beigebracht.

Alle Redner waren sich einig, dass die Verbandsgeschichte eine Erfolgsgeschichte sei, trotz sich ständig ändernder Gesetzeslagen. Jetzt stehe wieder eine Novellierung an. Man werde sich auch darauf einstellen, hoffe nur, dass sie nicht zu zusätzlichen Kosten führt, sagte Zalenga.

Der WLV ist einer von 25 Wasser- und Bodenverbänden in Brandenburg, und hauptsächlich für die Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung - das sind Fließe und Bäche - zuständig im Gebiet zwischen Erkner und dem Stadtrand von Frankfurt sowie von Müncheberg bis Storkow. Und im Auftrag des Landes kümmert er sich auch um die Müggelspree, die zur 1. Ordnung gehört.

Das klingt langweilig, in Wirklichkeit arbeitet der Verband jedoch in einem Spannungsfeld, das Lindemann so umschrieb: Grundsätzlich steht die Aufgabe, mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Landwirte hingegen wollen eine stärkere Entwässerung. Einer sei deswegen jetzt sogar vor Gericht gezogen.

Aber nicht nur Landwirte schimpfen: Am Dienstagabend war Weidner im Fürstenwalder Stadtentwicklungsausschuss. Eine Einwohnerin von Nord hatte sich bei einem Forum beschwert, dass ihr Keller seit 2011 unter Wasser stehe. Weidner wies anhand von Statistiken des Landesumweltamtes nach, dass der hohe Grundwasserstand 2010/11 extrem vielen Niederschlägen geschuldet ist. In den vergangen zwei, drei Jahren habe es hingegen extrem wenig Niederschläge gegeben. Der Grundwasserspiegel ist stark gesunken, was Waldbesitzer wiederum ärgert. Kurzum: gegen das Wetter kann auch der Verband nichts tun.

Obwohl er ziemlich viel tat an mehr als 600 Kilometern Gewässer, neben dem regelmäßigen Entkrauten wurden unter anderem vier Altarme der Müggelspree wieder angeschlossen, 80 Kilometer Ufer bepflanzt mit 18 000 Heistern, 833 Hochstämmen, 500 Kopfweiden und 25 000 Sträuchern.

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