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Griebener Blockhaus wurde vor 70 Jahren gebaut

Der Regenbogen: Schon von Weitem ist das Farbenspiel, das als Namensgeber für die Einrichtung fungiert, auf der Fassade zu erkennen.
Der Regenbogen: Schon von Weitem ist das Farbenspiel, das als Namensgeber für die Einrichtung fungiert, auf der Fassade zu erkennen. © Foto: Volkmar Ernst/MOZ
Volkmar Ernst / 01.06.2017, 07:30 Uhr
Grieben (OGA) Eigentlich beginnt die Geschichte des Griebener Kindergartens schon weit vor dem Jahr 1947. Das Datum für den 70. Geburtstag geht jedoch auf den Bau des Blockhauses zurück.

Zuvor gab es meist nur Saison-Kindergärten beziehungsweise eingerichtete Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder, wenn die Eltern zur Frühjahrsbestellung oder in der Erntezeit auf den Feldern gebraucht wurden.

Der Bau des Blockhauses geht auf die Initiative des Bulgaren Georg Popoff zurück, der zu jener Zeit als Dolmetscher und kommissarischer Bürgermeister in Grieben eingesetzt war, wie in der kleinen Chronik des Kindergartens nachzulesen ist. Doch Popoff war nicht nur Bürgermeister, er war auch Besitzer einer Zigarettenfabrik - und für die brauchte er, wie ebenso das Kistenwerk, das Sägewerk und die Landwirtschaft Arbeitskräfte. Die allerdings waren knapp. Viele Männer waren entweder im Krieg zu Tode gekommen oder befanden sich noch in Gefangenschaft. Damit die Frauen arbeiten konnten, musste die Betreuung der Kinder organisiert werden. Dabei nutzte Popoff seinen politischen Einfluss und setzte den Bau des Blockhauses durch. Als Handwerker und Zimmerer sind in der Chronik Erich Radoy und Erich Matthewes vermerkt.

Wohin es Popoff später verschlagen hat, ist unbekannt. Er soll Grieben verlassen haben, als die privaten Unternehmen - und damit auch seine Zigarettenfabrik - enteignet wurden. Vermutet wird, dass er nach West-Berlin gezogen ist.

Weiter geht es in der Chronik mit dem Jahr 1972, als das Blockhaus mit einem Sanitärtrakt versehen wird. 38 Kinder können zu jener Zeit in der Einrichtung betreut werden. 1989 wird der Spielplatz neu gestaltet und die Einrichtung mit dem Titel "Schöner Kindergarten" ausgezeichnet.

Im Oktober 1991 beginnen erneut Umbau- und Sanierungsarbeiten, da auch in der Griebener Einrichtung Asbest entfernt werden muss.

Ergänzt wird die Chronik durch eine Auflistung der ehemaligen Leiterinnen, Erzieherinnen und technischen Kräfte. Ob diese vollständig ist, zu dieser Frage hoffen die Organisatoren des Festes während des gemütlichen Beisammenseins auf weitere Hinweise, wie Marina Liese als derzeitige Chefin sagt. "Viele Eltern, die heute ihre Kinder in die Einrichtung bringen, habe ich sogar selbst noch betreut. Sich an diese Zeiten zu erinnern, wird bestimmt sehr interessant sein", so die Chefin.

Die offizielle Geburtstagsfeier beginnt am Freitag, 9. Juni, um 14.30 Uhr. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, Elektroautos, Kinderschminken, Ponyreiten und Fahrten mit der Kutsche. Auch die Kameraden der Löschgruppe werden kommen und ihre Fahrzeuge und Technik vorstellen und vorführen. Fürs leibliche Wohl ist mit Kaffee und Kuchen, Eis und Getränken und Deftiges vom Grill gesorgt, versprechen die Organisatoren. Sie hoffen vor allem, dass viele ehemalige Kinder und Mitarbeiter sowie Sponsoren kommen.

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