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Heckelberg-Brunow modernisiert Heizung der Festscheune / Baubeginn Anfang Juli

Sonne als wichtigste Heizquelle

© Foto: MOZ/Heike Jänicke
Steffen Göttmann / 01.06.2017, 19:40 Uhr
Heckelberg-Brunow (MOZ) Die Gemeinde Heckelberg-Brunow bringt die Festscheune in Heckelberg energetisch auf Vordermann. Wegen der anhaltenden schwierigen Haushaltslage stemmt die Gemein-de die Investition mit der Hilfe von Land und Landkreis.

"Wir beheizen das Gebäude künftig hauptsächlich mit Solarenergie und einer Luft-Wärmepumpe", berichtet Heckelberg-Brunows Bürgermeister Heiko Liebig. Bisher wurde die Festscheune auf dem Mühlenhof nur mit einer Gasheizung und Kaminöfen erwärmt. Diese Anlagen bleiben und schalten sich ein, wenn die Solarenergie nicht ausreicht.

"Die Sonnenenergie wird gespeichert und bei Bedarf abgerufen", erläutert Eberhard Alberti, stellvertretener Bürgermeister der Gemeinde. Dafür werde eine Pufferbatterie mit einer Leistung von elf Kilowatt eingebaut, die den durch Sonnenlicht produzierten Strom speichert. Mit dem so produzierten Strom werde die Luft-Wärmepumpe betrieben. Sie saugt Luft an, entzieht ihr Wärme und komprimiert sie. Erst wenn das Haus mehr Strom benötigt, als es mit der Anlage selbst produziert, werde Strom aus dem Netz entnommen, erklärt Eberhard Alberti. Genauso funktioniere es umgekehrt. Erst wenn der Strombedarf des Hauses gedeckt sei, werde überschüssiger Strom ins Netz abgeführt und erzielt Einnahmen. Heckelberg-Brunow will damit die Betriebskosten der Festscheune senken.

Diese Investition in Höhe von 89 000 Euro könnte sich die Gemeinde, deren Haushalt immer noch ein Defizit in Höhe von 1,7 Millionen Euro aufweist, eigentlich nicht leisten. Doch das Land fördert den Ausbau zu 90 Prozent. Für den Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von zehn Prozent sprang der Landkreis Märkisch-Oderland in die Bresche.

"Der Landkreis hat für finanzschwache Kommunen ein Investitionsprogramm aufgelegt", erklärt Bürgermeister Liebig. Daraus entnehme er den Kofinanzierungsanteil der Gemeinde. Daher bleibt der Haushalt der Gemeinde unangetastet. Liebig geht davon aus, dass die Bauarbeiten Anfang Juli beginnen und im August bereits abgeschlossen sein werden.

Als die Festscheune im August 2008 den Bürgern übergeben wurde, ging es der Gemeinde noch besser. 800 000 Euro kostete die Sanierung der großen Scheune mit einem Saal für mehr als 100 Leute, einem Kaminzimmer und einer großen Küche. Darüber hinaus wurde noch der Platz vor der Scheune gepflastert und das Haus gegenüber der Scheune für die Geräte des Gemeindearbeiters erneuert. Das Projekt konnte damals vollkommen ohne Fördermittel finanziert werden, da die Gemeinde sich hoher Steuereinnahmen erfreute.

Ein Relikt aus dieser Zeit ist, dass Heckelberg-Brunow die so genannte "Reichensteuer" bezahlen muss. "In diesem Jahr zum letzten Mal", betont Heiko Liebig. Und dies alles, obwohl die Gemeinde noch bis Ende 2018 ein Millionen-Defizit aufweist. "Wir haben engen Kontakt mit dem Innenministerium, haben viele Gespräche geführt und für Verständnis geworben", sagt der Bürgermeister. Im übrigen zeigten viele Leute Verständnis, wenngleich es kaum jemand verstehe. "Wir haben trotzdem den Kopf nicht in den Sand gesteckt und nehmen diese Investition in Angriff", so der Bürgermeister.

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