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Mächtige Schatten drohen

Fundierte Argumente: Brigitte Kubicka las die Stellungnahme der Bürgerinitiative vor. Vorne im Podium saßen Landtagsabgeordnete und ein Bundestagabgeordneter sowie auch Bürgermeisterin Marlies Janisch
Fundierte Argumente: Brigitte Kubicka las die Stellungnahme der Bürgerinitiative vor. Vorne im Podium saßen Landtagsabgeordnete und ein Bundestagabgeordneter sowie auch Bürgermeisterin Marlies Janisch © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 02.06.2017, 06:59 Uhr
Mixdorf (MOZ) Der Widerstand gegen ein Windeignungsgebiet bei Mixdorf, das ausgewiesen werden soll, ist ungebrochen. Bei einer öffentlichen Bürgerversammlung auf dem Dorfplatz herrschte einhellige Ablehnung.

Der Dorfplatz war sehr gut gefüllt, die aufgestellten Bänke restlos belegt, es gab nur noch Stehplätze: Das Thema Windkraftanlagen, die möglicherweise auf eine Fläche zwischen Mixdorf und Grunow gebaut werden dürfen, bewegt die Mixdorfer weiter. Sänger des Senioren- und Heimatvereins sowie des Schlaubegetümmels stimmten auf die Bürgerversammlung am Mittwochabend mit einem Lied ein, in dessen letzter Strophe das Thema anklang: "Im Dorfe bedrohen uns mächtige Schatten, Sie nehmen und die Ruhe, die wir hier immer hatten." Vor dem Auftritt brachte das, was die Mixdorfer auf den Dorfplatz trieb, Eckhard Zehle, Vorsitzender des Heimatvereins, auf die griffige Formel: "Es ist eine große Schweinerei."

Gemeint ist damit, dass im neusten Plan der Regionalen Planungsgemeinschaft auch eine Fläche ausgewiesen ist, die aus Sicht der Planer geeignet ist, um dort Windkraftanlagen zu bauen. Um das nicht Wirklichkeit werden zu lassen, mobilisiert unter anderem eine Bürgerinitiative gegen die Pläne. Brigitte Kubica las zu Beginn eine umfassende Stellungnahme vor, die eine Vielfalt von Argumenten und Aspekten aufzeigt, die gegen Windkraftanlagen sprechen. Das reicht von den Abstandflächen, die in anderen Bundesländern viel schärfer gefasst sind, über den Schattenwurf, Lärmbelästigung und die wenig erforschten Folgen des sogenannten Infra-Schalls. Großen Platz nimmt in der Stellungnahme der Naturschutz ein, der Schutz von seltenen Tierarten, die durch die Anlagen gefährdet sind. Auch das Ortsbild wird beeinträchtigt und Folgen für den Tourismus im Schlaubetal befürchtet. Man sei nicht prinzipiell gegen erneuerbare Energien, sagte Brigitte Kubica. "Wir fordern aber strengere Umwelt- und sozialverträgliche Auflagen für den Bau solcher Anlagen, um sicherzustellen, dass Mensch und Natur keinen Schaden nehmen." Sie verwies auch darauf, dass Mixdorf mit dem Solarpark schon einen großen Beitrag zur erneuerbaren Energie leiste.

Die Bürgerinitiative kann auf eine breite politische Unterstützung rechnen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt zeigte sich beeindruckt von der fundierten Stellungnahme. Er ist überzeugt, dass die regionale Planungsgemeinschaft nicht an der Stellungnahme vorbeikommt. Der Landtagsabgeordnete Matthias Loehr (Die Linke) sagte, dass die Bürgerinitiative am meisten Chancen mit einem Naturgutachten habe. Der Landtagsabgeordnete Christoph Schulze (BVB/Freie Wähler) erklärte: "Es geht bei den Windrädern nicht um Klimaschutz, sondern um Geld. Lassen sie sich nicht einschüchtern." Sven Schröder von der AFD-Fraktion im Landtag rief in Erinnerung, dass der Antrag seiner Fraktion, dass der Abstand eines Windrads von Wohnungen mindestens zehn Mal so weit sein wie die Anlage hoch ist, keine Mehrheit fand. In Mixdorf hätte sich dann die Frage nach Windrädern erledigt gehabt. Momentan gelten in Brandenburg 1000 Meter, andere Länder sind wesentlich strenger. Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) sei eingeladen worden, habe aber weder zu- noch abgesagt, erklärte Amtsdirektor Matthias Vogel.

Auf die noch nicht erforschten möglichen gesundheitsschädlichen Folgen von Windenergieanlagen, vor allem den InfraSchall, gingen die beiden Ärzte Borris Tiedke und Sylvia Sultansei ein.

Matthias Vogel und Brigitte Kubicka kündigten an, dass die Stellungnahmen am 9. Juni übergeben werden sollen. Bis dahin werden noch Unterstützerunterschriften gesammelt. "Ich bin leicht optimistisch", erklärte der Amtsdirektor.

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