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Freudenberg erwartet 2000 Besucher eines Techno- und House-Festivals

Dorf im Ausnahmezustand

Steffen Göttmann / 05.06.2017, 07:00 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Der Berliner Veranstalter Auena UG veranstaltet vom 9. bis 11. Juni auf dem Gelände der Gewerbeförderung Freudenberg AG ein Techno- und House-Festival. Die Gemeindevertreter haben die Party einstimmig genehmigt.

"Ich sehe dieses Festival als eine Chance für die Region und habe daher nicht nach Gründen gesucht, warum etwas nicht geht, sondern von Anfang an versucht, Lösungen für Probleme zu finden", sagte Holger Horneffer, Amtsdirektor von Falkenberg-Höhe. Der Veranstalter habe diese Party unter dem Motto "HER DAMIT im Exil" bisher in Prora auf Rügen organisiert. Nachdem die monumentalen Gebäude des ehemaligen nationalsozialistischen Kurbades jetzt nach und nach saniert werden, suchte der Veranstalter nach einem neuen Ort.

Gefeiert werde ausschließlich auf dem ehemaligen Bunkergelände, sagte der Amtsdirektor. Das Festival sei bis ins Detail durchgeplant. "Wir kontrollieren aber, ob sich der Veranstalter an seine Versprechungen hält", ergänzte der Amtsdirektor. Die meisten der Besucher fahren von Berlin mit dem Zug in Richtung Schwedt und werden von den Bahnhöfen Bernau und Eberswalde mit Shuttlebussen nach Freudenberg gefahren. "Die Partygäste wissen, dass es wenig Parkplätze gibt und kommen daher mit der Bahn", so der Verwaltungschef. "Wir können trotzdem nicht verhindern, dass in Freudenberg Autos stehen, wo man parken darf", sagte der Amtsdirektor.

Nur 200 Auto-Karten werden verkauft. Für sie seien Parkplätze auf dem Gelände der Gewerbeförderung reserviert. Nach dem Passieren des ersten Tores werden die Autos und Caravans auf ihre jeweiligen Stellplätze verwiesen, erläuterte der Amtsdirektor. Der Veranstalter habe zahlreiche Einweiser gebunden, die diese Aufgabe übernehmen.

Auch Camper werden auf ihren jeweiligen Zeltplatz geleitet. "Es wird darauf geachtet, dass Ordnung herrscht und Fluchtwege freigehalten werden", sagte Horneffer. Das eigentliche Festgelände sei im hinteren Teil des Gewerbegebiets und mit einem Stahltor vom Vorhof abgetrennt. Wer durch dieses Tor trete, dürfe nicht mehr dabei haben als vielleicht eine Wasserflasche. Der Veranstalter werde strengstens darauf achten, dass aus Sicherheitsgründen die Regeln eingehalten werden. Zudem habe er zugesichert, dass Sicherheitskräfte im Schichtdienst Streife gehen, um Konflikte im Keim zu ersticken.

Für den richtigen Sound sorgen DJs, für die zwei Bühnen aufgebaut sind. Am Dienstag nach Pfingsten beginne der Aufbau. Alle 600 Einwohner von Beiersdorf-Freudenberg bekommen freien Eintritt", zitierte Horneffer. den Veranstalter. Statt einer Eintrittskarte sei der Personalausweis vorzulegen.

Mit ihrer Entscheidung stimmten die Gemeindevertreter von Beiersdorf-Freudenberg zu, dass auch in der Nacht Partymusik erklingen darf. "Da sich die Beschallungszeiten außerhalb der vom Landesimmissionsschutzgesetz vorgegebenen Zeiten befinden, muss die Gemeinde abwägen, ob das öffentliche Interesse jenes von einzelnen überwiegt", heißt es in der Beschlussvorlage.

"Es ist ein Test, wir müssen schauen, wie es läuft", sagte Petra Dahms. Dies sehen offensichtlich auch die anderen Gemeindevertreter so. Um sicher zu gehen, dass der Schall, der in der Nacht von dem Festival Freudenberg erreicht, 45 Dezibel nicht überschreitet, werden an zwei noch zu bestimmenden Stellen im Dorf Geräte aufgestellt, die den Schall messen.

"Wir fordern eine Nachsteuerung der Instrumente", sagte Horneffer. Sollte sich eine Überschreitung ergeben, müsse die Anlage automatisch die Lautstärke herunterfahren. Darüber hinaus fordere das Amt, dass der Veranstalter die Messergebnisse hinterher vorlegt.

Zudem habe Auema die Wasserversorgung sicherstellen müssen, denn der Bunker ist nicht ans Trinkwassernetz angeschlossen. Die Wasserversorgung erfolge über Tankwagen, die Entsorgung über Schläuche in die nächst gelegene Kanalisation.

Wenn das Festival reibungslos über die Bühne geht, werde es in den nächsten Jahren immer in Freudenberg stattfinden. Die Gemeinde hofft, dass sie davon auch profitiert.

Infos und Tickets im Internet: www.herdamitfestival.com

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