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Spielerisch zur Fremdsprache

Unkonventionell zu neuen Vokabeln: Sylvia Hollatz, Eddi, Helena, Ingmar, Maddox, Theo, Liam (im Uhrzeigersinn v.l.) drehen nacheinander eine Flasche. Je nachdem, wo sie zum Stehen kommt, muss die abgebildete Aktivität auf Englisch benannt werden.
Unkonventionell zu neuen Vokabeln: Sylvia Hollatz, Eddi, Helena, Ingmar, Maddox, Theo, Liam (im Uhrzeigersinn v.l.) drehen nacheinander eine Flasche. Je nachdem, wo sie zum Stehen kommt, muss die abgebildete Aktivität auf Englisch benannt werden. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Tatjana Littig / 08.06.2017, 07:43 Uhr
Kossenblatt (MOZ) "Fun with English", auf Deutsch: Spaß mit Englisch, ist das Angebot in der Kita Pfiffikus in Kossenblatt überschrieben. Seit September 2015 unterrichtet Sylvia Hollatz Kinder einmal wöchentlich in der Fremdsprache an der kleinen Einrichtung.

Der Ansatz ist schnell auf den Punkt gebracht: Kindern zwischen drei und sechs Jahren sollen spielerisch erste Einblicke in die englische Sprache gegeben werden. Dafür fährt Sylvia Hollatz jeden Mittwoch im Auftrag von Didactica Förderungslehrgänge von Tauche in die Kita Pfiffikus in Kossenblatt. Drei Kinder sitzen bei ihr im Idealfall im Unterricht: Ben, Jonas und Theo. "Drei ist die Mindestteilnehmerzahl", erklärt die 55-Jährige. Und Idealfall meint: Wenn sie denn auch alle da sind. An einem Mittwoch im Mai fehlen alle außer Theo. Damit es nicht in Privatunterricht ausartet, dürfen andere Kinder zum Schnuppern reinschauen. "Jedes Kind hat die Möglichkeit, zweimal den Englischkurs zu besuchen, bevor es sich mit seinen Eltern dafür oder dagegen entscheidet", informiert Sylvia Hollatz.

Bei dem fünfjährigen Theo ist die Entscheidung pro Englisch schon vor einer ganzen Weile gefallen. Seit September 2015 ist er dabei. "Von 17 Kindern haben damals sieben den Englischkurs besucht", erinnert sich die Kursleiterin an die Anfänge. Peu à peu wechselten sie dann von der Kita an die Schule - und die Teilnehmerzahl sank. Dabei gilt: Einsteigen ist jederzeit innerhalb der drei Kursjahre möglich. Die monatliche Gebühr beträgt 21 Euro, eine Förderung über Bildungsgutscheine ist möglich, im Juli und August wird pausiert.

Im September startet ein neues Kursjahr. Jeden Monat gibt es ein übergeordnetes Thema. Farben, Familie, Musikinstrumente, Ernährung oder Tätigkeiten, zählt die gebürtige Beeskowerin einige Beispiele auf. Dem jeweiligen Thema sind die Vokabeln untergeordnet. Geht es um Ernährung, dann lernen die Kinder, was Radieschen und Gurke auf Englisch heißt, beim Thema Tätigkeiten lernen sie die Vokabeln für laufen ("to run") und springen ("to jump"). Immer wieder wird Gelerntes durch eine Vielzahl von Wort- und Bewegungsspielen, durch Lieder, Mal- und Bastelübungen wiederholt - bis sich die Worte einprägen. Eine liebgewonnen Tradition zu Anfang ist das Begrüßungslied auf Englisch. Die Musik kommt von CD, vorgetragen wird sie von der Handpuppe Caty und Sylvia Hollatz. "Caty ist die Kurzform von caterpillar und heißt übersetzt Raupe", erklärt die Kursleiterin am Rande. Theo sitzt mit fünf weiteren Kindern im Stuhlkreis und singt lauthals mit. Er kennt das Lied auswendig.

Nach dem Lied kommen verschiedene Kartensets zum Einsatz. Auf einem sind Gemüsesorten abgebildet - Erbsen, Paprika, Tomaten, Blumenkohl, Bohnen. Jede einzelne wird vor den Kindern ausgebreitet und gemeinsam auf Englisch benannt. Anschließend kommen die Karten in einen Beutel, der rumgereicht wird. Nach und nach zieht jedes Kind eine Karte. "Was ist das?", fragt die 55-Jährige dann auf Englisch. Sylvia Hollatz ist ausgebildete Deutsch- und Englischlehrerin, seit Anfang Mai ist sie hauptberuflich als Erzieherin in Bad Saarow tätig. Die Arbeit macht ihr Spaß - ebenso sehr wie der Englischunterricht. In Kossenblatt wird geplaudert, gelacht, gesprungen, gesungen - und das immerzu begleitet von der englischen Sprache. Nach 35 Minuten ist Schluss. Die Kursleiterin ist überzeugt: "Das ist eine gute Vorbereitung für die Schule."

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