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Der Garten der rätselhaften Tode: Hoppenrader arbeiten an Hörbuch

Ein eingespieltes Team: Gordian Schimanski und Su Winter auf der Bühne ihres eigenen, kleinen Theaters, das sie sich in ihrem Domizil in Hoppenrade eingerichtet haben.
Ein eingespieltes Team: Gordian Schimanski und Su Winter auf der Bühne ihres eigenen, kleinen Theaters, das sie sich in ihrem Domizil in Hoppenrade eingerichtet haben. © Foto: GZ
Volkmar Ernst / 11.06.2017, 09:25 Uhr
Hoppenrade (OGA) Wer kann schon ahnen, was sich da in den hinter Hecken verborgenen Häusern im idyllischen Hoppenrade alles abspielt? Niemand, nicht einmal 007 - James Bond. Lügen, Intrigen und Morde, die gibt es, allerdings nur in den Geschichten von Su Winter.

Gemeinsam mit ihrem Mann Gordian Schimanski arbeitet die Autorin seit gut einem Jahr an einem Hörbuch in Fortsetzung des Buches "Der Garten der rätselhaften Tode". Klappt alles, wie geplant, sollen Buch und Hörbuch anlässlich der Projektwoche zur 750-Jahrfeier von Hoppenrade im September im kleinen, hauseigenen Theater im Ort vorgestellt werden.

Doch die Hoppenrader müssen keine Angst haben, bloßgestellt zu werden. Su Winter blickt nicht hinter die Gardinen an den Fenstern der Nachbarhäuser. Die Personen in ihren Geschichten, die gab es aber schon, das bestätigt sie gern. Natürlich habe sie genügend Fantasie, sich Kunstfiguren auszudenken und diese agieren zu lassen. Aber warum das tun, wenn das Leben so viel mehr bietet, so ihr Ansatz. Die Figuren in der Geschichte "Die Mata Hari des Nordens" haben durchaus existiert, nicht in Hoppenrade, aber in Schwerin, Su Winters Geburtsstadt. Sie werden auch wieder lebendig für denjenigen, der sich entweder auf die filigrane Beschreibung der Personen im Buch einlässt oder sich beim Hörbuch einfach zurücklehnt, die Augen schließt und verzückt genießt. In der Fantasie entsteht dann tatsächlich aus den vielen beschriebenen Details fraulicher Rundungen jenes Bild, das die Autorin schließlich selbst mit einer Walküre beschreibt.

Ist das Buch die Pflicht, ist das Hörbuch die Kür, bei der Ehemann Gordian Schimanski das Gesagte mit Geräuschen und Musik unterlegt, um den Charakter des Gesagten zu unterstützen. Die Eindrücke, die wahrgenommen werden, sind so vielfältig, dass es schwerfällt, den Inhalt beim ersten Hören komplett zu erfassen. Nicht, dass die gehörte Geschichte nicht vollständig ist. Nur: Beim zweiten Hören werden weitere Details wahrgenommen und machen neugierig. Was muss Schippi in der russischen Gefangenschaft ertragen haben, um sich prompt nach dem Krieg als Spionin rekrutieren zu lassen, um so zur Mata Hari des Nordens zu werden? Als Toilettenfrau auf dem Schweriner Bahnhof kann sie die Truppenbewegungen der russischen Streitkräfte bestens überwachen. Die Frage ist, kann das wirklich sein?

Fast überhört wird der zweite Todesfall in der Erzählung. Vielleicht ein Mord? Aber wer weiß das schon? Es handelt sich um jenen Arzt, der Schippi mit Morphium versorgt hat. Sein Tod wird im allgemeinen Gewirr nicht weiter wahrgenommen. Ein Nebenschauplatz , der erst auf den zweiten Blick auffällt.

"Ich habe erst mit der Zeit erkannt, wie viele Erinnerungen verloren gehen, wenn Menschen nicht mehr sind. Ihnen zuzuhören und das Gesagte in meinen Geschichten bewahren, das will ich gern tun", stellt Su Winter dazu fest. Sie und ihr Ehemann sind ein eingespieltes Team, die Wert auf jedes Wort und jedes Detail legen. "Wir wollen etwas schaffen, das die Leser und Hörer aus eigenem Antrieb bewahren wollen, weil es noch immer Geheimnisse birgt und deshalb in fünf Jahren noch genau so spannend ist, um es in die Hand zu nehmen", sind sich beide einig.

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