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40.000 Erinnerungen an DDR-Zeiten

Museumsbetreiber Manfred Hüsges mit dem Modell der Dorfkirche Börnichen.
Museumsbetreiber Manfred Hüsges mit dem Modell der Dorfkirche Börnichen. © Foto: weber
Simone Weber / 11.06.2017, 14:11 Uhr
Döberitz (MOZ) Das DDR-Museum in Döberitz (Westhavelland) zeigt in seiner Dauerausstellung und in monatlich wechselnden thematischen Sonderausstellungen geschätzt rund 40.000 Einzelexponate. Die anfänglich rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche wurden in den letzten Monaten erweitert. "Vieles steht noch in einer Halle auf dem Hof, unter anderem weitere Fahrzeuge und Fahrzeugteile aus DDR-Produktion", sagt Museumsbetreiber Manfred Hüsges. Am 1. Mai war das Museum mit einer Sonderausstellung zum Thema "Camping in der DDR" in seine vierte Saison gestartet. Seit Pfingstsonntag zeigt der aus Mönchengladbach stammende gelernte Kaufmann für Spielwaren seine im vorigen Jahr neu erworbenen Exponate.

Darunter sind viele Kinderbücher, Spielzeug, Spielzeugfiguren wie Pittiplatsch, ein Plaste-Teddy oder eine Jungpionierin, Gesellschafts- und Kartenspiele, Modelleisenbahnwagen und -loks, aber auch Alltagsgegenstände aus Porzellan und Keramik sowie Konsumgüter. Spielzeug- und Modellautos gehören zu Manfred Hüsges Lieblingsexponaten. Einige werden auch erstmals in der neuen Sonderausstellung gezeigt.

"Auf Trödelmärkten und im Internet bekommt man noch so manche Haushaltsgegenstände oder auch Spielzeug aus DDR-Zeiten. Manches gibt es so häufig, dass man es geradezu hinterher geworfen bekommt. Ausgesuchte Dinge wie zum Beispiel Blechspielzeug aus den ersten DDR-Jahren, können dagegen mittlerweile schon recht teuer sein. Wenn ich etwas Spezielles sehe, verspüre ich so ein Jucken und kann nicht anders. Dann muss ich zuschlagen", so Hüsges. "Rund ein Viertel meiner Sammlungsstücke stammt von Trödelmärkten. In den 1990er Jahren war ich viel auf Trödelmärkten, wie in Dresden und Chemnitz. Das meiste habe ich aber via Internet ersteigert. So mache ich es noch heute."

Auf diese Weise kommen ständig neue Exponate dazu. Seine Leidenschaft für alles, was mit der DDR zu tun hat und möglichst viel darüber zu erfahren, führte Manfred Hüsges vor etwa 15 Jahren in ein kleines thüringisches Dorf mit damals noch etwas mehr als 1.000 Einwohnern. Börnichen im Erzgebirgskreis liegt rund 20 Kilometer südöstlich von Chemnitz. "Ich hatte ein DDR-Kunststoffmodell der Kirche des Dorfes und wollte sie einmal im Original sehen. Als ich wieder mal auf einem Trödelmarkt in Chemnitz war, machte ich so einen Abstecher", erinnert sich Hüsges. "Da das Modell in meinem Besitz in schlechtem Zustand war, wollte ich unbedingt mal ein neues haben. Jetzt habe ich im Internet eins gefunden." Somit steht unter den neu erworbenen Exponaten jetzt auch das Modell der Dorfkirche des 1350 erstmals erwähnten Börnichen.

Zu den Gästen am Pfingstsonntag gehörten auch Kristi und Maik Gereke aus Gardelegen, die auf der Fahrt mit ihrem Trabant 601 deluxe, Baujahr 1983, zum jährlich über das Pfingstwochenende statt findenden Oldtimertreffen im MAFZ in Paaren/Glien im DDR-Museum Station machten. "Unglaublich! Was es hier alles gibt", staunte Maik Gereke beim Rundgang durch die zehn Räume in"Es ist schön, dass jemand das alles über viele Jahre zusammengetragen hat und öffentlich zeigt."

Schnell kamen die Trabi-Fans mit Manfred Hüsges ins Fachsimpeln.

Die Sonderausstellung mit den neuen Exponaten wird bis 25. Juni gezeigt. Ab dem 2. Juli zeigt die neue Sonderausstellung im Land Brandenburg produziertes Blechspielzeug der frühen DDR-Jahre.

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