Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Akrobatische Radtour für Touristen auf den Kleeblatt-Routen

Bitte den Kopf einziehen: In welch katastrophalem Zustand sich ausgewiesene Radwege befinden, davon überzeugte sich der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler selbst.
Bitte den Kopf einziehen: In welch katastrophalem Zustand sich ausgewiesene Radwege befinden, davon überzeugte sich der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler selbst. © Foto: MZV/Martin Risken
Martin Risken / 14.06.2017, 05:12 Uhr
Klein-Mutz (GZ) Die Radtouristen länger in der Region halten, das hatte sich die Stadt Zehdenick vor Jahren auf die Fahnen geschrieben. Damals wurden die vier Kleeblatt-Routen rund um die Kernstadt ausgewiesen. Dass das Netz zum Teil eine Katastrophe ist, darauf machte der CDU-Ortsverein Zehdenick am Dienstag aufmerksam.

Zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler machten sich die Stadtverordneten Norbert Hasse, Waldemar Schulz (alle CDU) und Reinhard Lenz (WG Schorfheide) vom Bahnhofsweg in Klein-Mutz aus auf den Weg zum Timpenberg. Dort erwartete Klein-Mutz' Ortsvorsteher Bernd Gotthardt (FDP) die Radler, um ihnen die Geschichte des Bismarckturmes näher zu bringen. Zuvor mussten die vier Herren aber erst einmal bei heftigem Nordwestwind die höchste Erhebung der Region erklimmen. Immerhin auf 95,4 Meter über Normalnull steht der Bismarckturm, der 14 Meter hoch in den Himmel ragt. Von dort oben könne man bei gutem Wetter sogar den Berliner Fernsehturm mit bloßem Auge am Horizont erkennen, heißt es. Auf jeden Fall aber haben Besucher, die die 55 Stufen überwunden haben, einen fantastischen Blick auf die Region.

Der Bismarckturm liegt an der Kleeblatt-Route Nummer 3, die von Zehdenick aus über Klein-Mutz und Bergsdorf führt. Zunächst über wenig befahrene Landstraßen geht es auf halber Strecke zwischen Klein-Mutz und Häsen links ab in einen mit Büschen zugewachsenen Feldweg, der gerne mal zur illegalen Müllentsorgung genutzt wird. Die Abkürzung Richtung Bergsdorf hat es in sich. Das hochstehende Gras und die weit in den unbefestigten Weg hineinreichenden Zweige machen die 2,7 Kilometer bis zum Bahnhof Bergsdorf zu einer Tortur. Es ist nicht die einzige abenteuerliche Querfeldeinverbindung, die die Kleeblatt-Routen zu einer großen Herausforderung für Radfahrer werden lassen. Das würde die CDU-Fraktion gerne ändern und die eine oder andere Route ausbauen. Nur so werde es gelingen, Gäste länger in der Region zu halten. Die richtige Wertschöpfung trete erst ein, wenn Gäste mindestens eine Übernachtung in Zehdenick einlegen würden, wies Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) jüngst im Stadtentwicklungsausschuss hin, wo über Radwege diskutiert wurde.

Uwe Feiler will von seinem Büro in Berlin prüfen lassen, welche Fördermittel für den Ausbau von einzelnen Abschnitten in Anspruch genommen werden können. Ihm schwebt das EU-Programm für den ländlichen Wegebau vor.

Bernd Gotthardt würde es zudem gerne sehen, wenn der am Ortseingang von Klein-Mutz aus Richtung Zehdenick endende Radweg bis Bergsdorf, gerne auch bis nach Liebenberg ausgebaut würde. Dafür wäre der Landkreis Oberhavel als Straßenbaulastträger zuständig. "Die Zehdenicker Straße ist eine Rennstrecke", so Gotthardt, der zum Schutz der mit dem Fahrrad zur Schule fahrenden Kinder schon lange auf den Bau eines kombinierten Geh- und Radweges innerhalb der Ortschaft drängt. Doch eine Verkehrszählung habe ergeben, dass dafür keine Notwendigkeit bestehe. Hier erhoffe er sich mehr Unterstützung von der Stadt Zehdenick. All zu oft würden die Probleme der Ortsteile hinten angestellt, beklagte sich Gotthardt. Der CDU-Ortsverband Zehdenick unterstützt die Forderung des Ortsvorstehers. Die Christdemokraten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Zehdenick und das Löwenberger Land besser vernetzt werden müssten. Ein Radweg von Klein-Mutz über Bergsdorf nach Liebenberg wäre da ein guter Anfang, machten sie bei ihrem Besuch auf dem Timpenberg klar.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG