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Heimatverein Alt Rosenthal hat große Visionen für eines der ältesten Gebäude im Ort

Neue Hoffnung für alte Mühle

Installation als Hingucker: Andrea Brandtner, Michael Schuh und Maxi Pfeiffer-Barth (v.l.) präsentieren die witzigen Figuren vor dem alten Mühlenhaus.
Installation als Hingucker: Andrea Brandtner, Michael Schuh und Maxi Pfeiffer-Barth (v.l.) präsentieren die witzigen Figuren vor dem alten Mühlenhaus. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 14.06.2017, 07:00 Uhr
Alt Rosenthal (MOZ) Schon 1468 ist am Dorfeingang des Vierlindener Ortsteils die Existenz einer Mühle belegt. Gemahlen wird dort schon lange nicht mehr. Das Mühlenhaus verfiel immer mehr. Jetzt will der Heimatverein Alt Rosenthal das Gebäude retten und zur Begegnungsstätte entwickeln.

Der nicht Eingeweihte stutzt. In den fensterlosen Öffnungen sitzen seltsame Figuren. Eine liest, die andere macht Musik, die nächste könnte ein Theatermensch sein. Ein Pärchen tanzt auf dem tiefer liegenden schmalen Streifen, der Haus und Straße trennt. Über allem prangt ein Holzschild mit der Aufschrift "Rosenthaler Mühle". Die ungewöhnliche Installation soll Blicke auf das stark sanierungsbedürftige Haus lenken, auf das, was hier einmal sein könnte. Ein Ort zum Verweilen mit vielen Kreativangeboten, ein Ort der Begegnung, des Zusammenseins, ein Ort der Kunst und Musik.

1994 hatte der Vorsitzende des Heimatvereins, Michael Schuh, das damals schon baulich schwer geschädigte Haus gekauft. In der Anfangsphase wohnte er sogar noch im Obergeschoss, aber die Bausubstanz war zu marode. Aus eigener Kraft, das stand für Michael Schuh bald fest, würde er das geschichtsträchtige Anwesen nicht wieder herrichten können. Dazu gehört nicht nur das 24 Meter lange Mühlenhaus. Das Ensemble komplettieren und umschließen viele Nebengebäude, einschließlich einer ebenfalls stark beschädigten alten Feldsteinscheune.

Jetzt überträgt Michael Schuh dieses Areal für einen symbolischen Euro an den Heimatverein. Der hat viel beraten, abgewogen und sich nun entschieden. "Hier soll unser künftiges Domizil entstehen", erklärt Maxi Pfeiffer-Barth. Die Sozialarbeiterin lebt seit zwei Jahren im Ort, hatte schon vorher engen Kontakt zu den Alt Rosenthaler Kulturwerkern. Sie hat auch die Figureninstallation gestaltet. "Es ist ein historisch interessantes Haus, und es steht genau am Ortseingang, macht leider einen trostlosen Eindruck", sagt sie. Das Grundstück falle vor allem Radlern, die gern hier am Teich vorbei kommen und eine Pause einlegen, unangenehm ins Auge. "Die Installation soll zeigen, dass das Haus nicht tot ist, dass hier wieder Leben einziehen wird."

Der Heimatverein mit dem Kulturwerk am Hügel, dem Folklorechor Kariolle, Yoga-Kursen und Diskussionsangeboten musste sein Domizil in der Bücherei räumen, da es verkauft wurde. Die alte Mühle biete viel Platz für die Vereinsarbeit, ist sich Michael Schuh sicher. Man habe Visionen, werde es probieren. Mit der Installation wolle man nun auch öffentlich auf das Vorhaben aufmerksam machen.

Der Verein hofft auf Fördermittel. Ein Architekt hat sich bereits alles angesehen, will einen Grobplan erarbeiten. Fest steht, dass der Verein Eigenmittel aufbringen muss, sollte es mit der Förderung klappen. Dafür hat jetzt eine Spendenaktion begonnen. Bei der öffentlichen Präsentation flossen bereits die ersten Euro. Auch Joachim Graumann aus Trebnitz zückte das Portemonnaie. "Ich war hier mal kurz vor der Wende Bürgermeister", erzählt er. Schon damals hätten viele gehofft, dass er das alte Haus retten könnte. Es habe jedoch an Material und Geld gefehlt. Er wünscht den Akteuren viel Erfolg.

Infos und Kontakt über Heimatverein, Tel. 033477546384

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