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Rampe fürs Gemeindehaus

Hubertus Rößler / 14.06.2017, 07:45 Uhr
Lawitz (MOZ) Das Lawitzer Gemeindehaus wird barrierefrei. Die Gemeindevertreter entschieden sich bei ihrer Sitzung am Montagabend für den Bau einer Rampe am ehemaligen Dorfkonsum. Abgelehnt wurde hingegen der Vorschlag, das Gemeindehaus komplett zu sanieren.

Das Gemeindehaus in Lawitz muss nicht gesperrt werden. Dies hätte gedroht, wenn das öffentliche Gebäude nicht zeitnah einen barrierefreien Zugang erhalten hätte. Bei der Gemeindevertretersitzung am Montagabend wurde auch über einen Vorschlag von Heidi Rothe diskutiert. "Wir sollten das gesamte Gemeindehaus sanieren. Wir könnten dafür bis zu 75 Prozent Förderung bekommen, und den restlichen Betrag würden wir ohnehin jetzt für den barrierefreien Umbau ausgeben", erläuterte die Gemeindevertreterin ihre Idee.

Kämmerin Andrea Fronzeck betonte allerdings, dass es sehr schwer werden würde, die LAG-Förderung des Landes auch wirklich zu bekommen. "Dafür muss man eine bestimmte Anzahl von Punkten erreichen, was im Fall von Lawitz kaum zu schaffen sein wird. Anders als beispielsweise beim Gemeindehaus in Treppeln ist der ehemalige Konsum kein ortsprägendes Gebäude. Auch ein Jugendclub oder ähnliches ist hier nicht integriert", sagte die Kämmerin.

Heidi Rothe erwiderte, dass man es wenigstens probieren solle. "Das Nutzungskonzept ist dabei natürlich ganz wichtig, darüber muss man sich Gedanken machen. Und auch wenn die Planungskosten 1000 Euro betragen, sollten wir uns diese leisten. Schließlich verballern wir das gleiche Geld sicherlich jedes Jahr beim Heizen, was sich dann mit einer neuen Dämmung ändern würde", sagte sie. Bürgermeisterin Gudrun Schmädicke erklärte hingegen: "Mit Fördermitteln haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass dies nur Augenwischerei ist. Wir haben in den vergangenen Jahren beim Gemeindehaus schrittweise schon viel geschafft - wie Fenster, Türen, Anbau und jetzt die Küche, daher ist es der bessere Weg, auf diese Weise fortzufahren." Ihrer Meinung folgte die Mehrzahl der Gemeindevertreter, der Beschlussvorschlag zu den Instandsetzungs- beziehungsweise Modernisierungsarbeiten wurde mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung bei zwei Ja-Stimmen abgelehnt.

So ging es nur noch um die Art und Weise, wie das Gebäude barrierefrei gestaltet werden soll. Die Kosten betragen bei beiden Maßnahmen rund 25 000 Euro, berichtete Neuzelles Bauamtsleiter Thomas Tavernier. "Aufgrund des Gefälles muss die Rampe allerdings rund 20 Meter lang werden. Beim Lift ist der Nachteil, dass dieser einmal jährlich vom Tüv abgenommen werden müsste, was jedes Mal 300 Euro kostet. Außerdem könnte es theoretisch sein, dass genau an dem Tag, an dem der Lift benötigt wird, die Technik nicht funktioniert", berichtete Tavernier. Er empfahl der Gemeindevertretern daher die Errichtung einer Rampe. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Ursprünglich sollte nur die hintere Treppenanlage saniert werden. Dafür wurden bereits 10000 Euro im Gemeindehaushalt eingestellt. Doch beim Einreichen des Bauantrages hatte die Bauaufsichtsbehörde festgestellt, dass für den ehemaligen Konsum nach der Wende kein Umnutzungsantrag gestellt worden war. Als öffentliches Gebäude muss das Gemeindehaus allerdings barrierefrei sein, damit jeder Anwohner die Möglichkeit hat, bei Sitzungen, an Wahlen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. "Unserem Vorschlag, dass die Anwohner in diesen Fällen personelle Hilfestellung leisten und Rollstuhlfahrer die Treppen hochtragen können, wurde eine Absage erteilt", berichtete der Bauamtsleiter.

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