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Der Region ein Gesicht gegeben

Erhard Herrmann / 14.06.2017, 12:03 Uhr
Kloster Lehnin (MZV) (geh) Ländliche Räume stehen gegenwärtig mit dem demografischen Wandel und Landflucht vor großen Herausforderungen. Die Brandenburgische Architektenkammer hat sich deshalb zur Stärkung ländlicher Räume in Brandenburg zum Ziel gesetzt, ein wirkungsvolles Partizipationsprojekt auf den Weg zu bringen. Das ganze unter dem Motto "Stadt-Land gestalten-Mach mit!" Die ersten Ergebnisse wurden bei einem Volksfest auf dem Kloster Gelände präsentiert. Es ist das dritte Projekt dieser Art landesweit. 2015 untersuchte das Büro Best die Gartenstadt Plaue, Letschin im Oderbruch und nun"Es geht darum, Identität als Gesamtgemeinde stärken und die Besonderheiten der Ortsteile deutlicher sichtbar machen", erklärte die Kunsthistorikerin Dr. Nicola Bröcker. Die Herausforderung in diesen Regionen wird sein, wie die Daseinsvorsorge aufrechterhalten wird und gleichzeitig neue Perspektiven für Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung aufgebaut werden können. Dies gilt nicht nur für den Projektteilnehmer Kloster Lehnin mit seinen 14 Gemeinden auf einer Fläche von 200 qkm. Die ländlichen Räume umfassen einen Großteil der Landesfläche von Brandenburg. Es gibt nur eine Großstadt und 22 Mittelstädte, von denen wiederum nur drei Städte mehr als 50 000 Einwohner aufweisen. Somit gehört Brandenburg mit 85 Einwohner/km² (im Vergleich Sachsen 225 EW/km²) zu den Bundesländern mit geringer Bevölkerungsdichte. Für den ländlichen Raumes wird eine weitere Schrumpfung der Einwohnerzahlen vorausgesagt, die in bestimmten Regionen dramatisch sein wird. Wo steht Kloster Lehnin und wohin entwickelt sich die Gemeinde in Zukunft? Um diese Fragen ging es beim größten Beteiligungsprojekt seit der Wende. Die praktische Umsetzung lag in den Händen der Firma Best Projekte für Baukultur und Stadt. Die Kuratorinnen Nicola Bröcker, Celina Kress und Simone Oelker werten nicht nur die Fragebögen aus, sondern besuchen Vereine, befragen Bürger und erstellen 20 beispielhafte Biografien von Kloster Lehninern. "Wir haben erfahren, dass es ein "Wir Gefühl" gibt. Die Bewohnerinnen und Bewohnern haben sich rege nach neuen Wegen und Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität beteiligt", betonte Uwe Brückner, Bürgermeister der Gemeinde"Fast alle fühlen sich wohl hier. Ein Schwerpunkt lag auf dem Wunsch nach einer Verkehrsentlastung des hohen Durchgangsverkehrs und den Ausbau der sozialen Infrastruktur", so Brückner weiter. Dies ist für die Region jedoch ein Fluch und Segen zugleich. "Kloster Lehnin nimmt mit seiner Landschaft und Denkmälern eine Sonderstellung ein und lockt durch seine unmittelbare Nähe zu Berlin viele in das Umland", so Dr. Achim Krekeler von der Brandenburgischen Architektenkammer. Entstehen wird durch diese Analyse eine Broschüre, deren Bilder und Texte auf sechs Litfaßsäulen und einem Faltblatt zusammengefasst offiziell vorgestellt wurden. Es sind alle 14 Gemeinden und dessen Besonderheiten und Geschichten darauf zu entdecken. Dabei spielen auch die kulturellen Leuchttürme wie das Schloss Reckahn, das Lehniner Zisterzienserkloster oder die Ziegelpflasterstraße in Netzen eine wesentliche Rolle. Neben den Litfaßsäulen vor der Klosterkirche ist die Bildergalerie mit großformatigen Porträtfotos von 20 ausgewählten lokalen Persönlichkeiten wie dem Schulleiter Dirk Lenius zu sehen. Seine Grund -und Gesamtschule erlebt, dank der Möglichkeit wieder das Abitur abzulegen, einen für unmöglich gehaltenen Schüleransturm. Im Jahr 2023 wird mit bis zu 1000 Schülern gerechnet. Nicht nur Bürgermeister Uwe Brückner erhofft sich, dass viele neue Ideen umgesetzt werden können und die Gemeinde Kloster Lehnin noch mehr in den Fokus gerückt wird. Im September wird es dazu ein Architekturgespräch geben.

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