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Weltkonzern übernimmt Kartzfehn

Unternehmer Michael von Kameke hat seine Anteile veräußert. Das Kartellamt muss noch zustimmen.
Unternehmer Michael von Kameke hat seine Anteile veräußert. Das Kartellamt muss noch zustimmen. © Foto: MZV/Rudolph
Christian Schönberg / 14.06.2017, 17:54 Uhr
Gühlen-Glienicke (MZV) Die Kartzfehn Märkische Puten GmbH in Gühlen-Glienicke bekommt einen neuen Eigentümer. Die Unternehmerfamilie Kameke hat ihre Anteile verkauft - an den größten europäischen Putenzüchter Aviagen Turkey Limited.

Derzeit steht allerdings noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Die Entscheidung wird laut Unternehmenssprecher Thorsten Mahlstedt in sechs bis acht Wochen erwartet. Aviagen Turkey Limited hat seinen Sitz im Vereinigten Königsreich und gehört zusammen mit der US-amerikanischen Firma Aviagen Turkey Incorporated zum weltumspannenden Aviagen-Konzern.

Die Familie Kameke hielt 100Prozent des Unternehmens. Zum Grund, warum sie alles in die Hände des Putenzucht-Konzerns legt, sagte Mahlstedt: "Es war eine strategische Entscheidung." Aviagen Turkey war bislang der wichtigste Lieferant für das Unternehmen, das Elterntier-Eier produziert. Die Kontakte sind also zuvor bereits sehr eng gewesen. Es werde "ein solides Familienunternehmen übergeben, dass alle Voraussetzungen mitbringt, weiterhin erfolgreich zu sein", so Mahlstedt. Der Firmenname soll bleiben. Überdies sollen "alle Rechte und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Angestellten" übernommen werden.

Kartzfehn hat eigenen Angaben zufolge in Ostprignitz-Ruppin insgesamt 280Arbeitsplätze geschaffen. Ställe gibt es an zwölf Standorten - unter anderem in Neuglienicke, in Pfalzheim, in Rossow sowie in Stolpe und Ganz bei Kyritz. Allein in Ostprignitz-Ruppin werden jährlich rund 20Millionen Eier produziert und nach ganz Europa, Nordafrika und den Mittleren Osten ausgeliefert. Moorgut Kartzfehn, wie die Firmenmutter heißt, ist bislang der größte unabhängige Putenvermehrer in Europa gewesen.

Erst vor gut einem Jahr feierte sie den 25.Jahrestag der Übernahme des einst größten DDR-Aufzuchtsbetriebs für Puten. Dieser war 1959 vom Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Neuruppin mit einer Kapazität von 25000Küken gegründet worden. (Kommentar Seite 2)

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