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Schranken gegen Party-Gruppen

So sieht es nach den Partys aus: An den wilden Badestellen bleiben Müll, Toilettenpapier und Feuerstellen zurück
So sieht es nach den Partys aus: An den wilden Badestellen bleiben Müll, Toilettenpapier und Feuerstellen zurück © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 15.06.2017, 06:23 Uhr
Kienbaum/Kagel (MOZ) Mit einer mobilen Sauna campieren 30 bis 50 Personen regelmäßig an wilden Badestellen des Liebenberger Sees. Bis in den Morgen schallt Musik übers Wasser. Athleten des Bundesleistungszentrums und Anwohner werden gestört. Jetzt will Grünheide Wege mit Schranken sperren.

Zerfledderte Müllbeutel, Toilettenpapier zwischen Bäumen, alte Kissen, Feuerstellen - an vielen wilden Badestellen des Liebenberger Sees sieht es alles andere als idyllisch aus. Das Ufer des zwischen Kagel und Kienbaum gelegenen Sees wird seit Jahren von großen Party-Gesellschaften heimgesucht. Über Sandwege gelangen Fahrzeugkolonnen über Kienbaum oder die Verlängerung der Straße "Am Dudel" in Kagel ans Wasser. "Teilweise fahren Autos übers Feld bis an den See", sagt Grünheides Ordnungsamtsleiter Nico Bauermeister.

Die Partygesellschaften vergnügen sich dort das ganze Wochenende. Die Flächen, auf denen campiert werde, sind privat. Nicht nur deren Besitzer, sondern auch Anlieger und Athleten des Bundesleistungszentrums in Kienbaum fühlen sich durch Lärm und Dreck gestört. Bei den "Gästen" handle es sich "teilweise um Osteuropäer mit Migrationshintergrund, teilweise um Deutsche", weiß der Ordnungsamtsleiter. "Wenn die Leute angesprochen werden, reagieren sie aggressiv." Mitunter habe sich sogar die zur Hilfe gerufene Polizei zurückgezogen, damit die Situation nicht eskaliere.

"Wir haben in diesem Jahr schon zweimal die Polizei wegen der nächtlichen Ruhestörung gerufen", sagt Klaus-Peter Nowack, der Leiter des Bundesleistungszentrums. Die Einrichtung, in der Spitzensportler trainieren, liegt direkt am See. "Das letzte Mal war es zu Pfingsten, in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni", sagt Rezeptionistin Elke Tomzyk. Gegen 23.30 Uhr begann die laute Musik. 0.30 Uhr habe ihr Kollege die Beamten alarmiert. Als 3.30 Uhr noch immer kein Streifenwagen in Sicht war, habe er erneut nachgefragt. "Um 4.30 Uhr kam ein Polizeiauto. Dann war Ruhe", ergänzt Elke Tomzyk. "2016 gab es massive Beschwerden der Athleten, die sich in den Olympiavorbereitungen befanden", sagt Nowack. Danach habe es eine Zusammenkunft mit Polizei, Grundstücksbesitzern und der Gemeinde gegeben.

Die Gemeinde ließ Wälle aufschütten und Einfahrten mit Bäumen versperren. "Der Wall wurde platt gemacht, die Bäume wurden zersägt", sagt Bauermeister. In diesem Jahr setzte eine Firma Pflanzen als Barriere. Um Zerstörungen zu vermeiden, seien sie eingezäunt worden. "Der Wanderweg am See ist aber weiter nutzbar", ergänzt Bürgermeister Arne Christiani.

"Die Partys haben sich nun weiter an die Mitte des Sees verlagert", hat Nowack registriert. "Letztes Wochenende standen da zehn, zwölf Autos", hat Elke Tomzyk beobachtet. "Bei uns kommt fast jedes Wochenende eine mobile Sauna vorbei", sagt ein Anwohner der Straße "Am Dudel" in Kagel. Er habe sogar schon von Schüssen während einer Party gehört.

"Von Schüssen ist mir nichts bekannt", sagt Polizeisprecher Bernd Böttcher. Außerdem weist er Anschuldigungen, dass sich die Polizei nicht mehr an die Partygesellschaften herantraue, zurück. "Wir gehen regelmäßig Ruhestörungen nach, wenn sie über die 110 gemeldet werden", ergänzt er. Beim ersten Besuch würde eine Verwarnung mit Androhung von Strafmaßnahmen ausgesprochen. Beim Wiederholungsbesuch könnten Musikanlagen konfisziert und Platzverweise ausgesprochen werden. Zudem weist Böttcher darauf hin, dass laut Ordnungswidrigkeitsgesetz "für Ruhestörungen ausschließlich die Ordnungsämter zuständig sind". Natürlich sei dort am Wochenende nur schwer jemand erreichbar und die Polizei nehme die Aufgabe ersatzweise war.

Um das Treiben am See möglichst ganz zu unterbinden, will die Gemeinde jetzt Schranken an den Zufahrten aufstellen lassen. Zudem sollen die Wege im Zuge einer "Teileinziehung" mit Schildern versehen werden, die das Passieren nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge erlauben, sagt Bauermeister. Ein entsprechender Beschlussvorschlag werde für die nächste Gemeindevertretersitzung vorbereitet.

Leserforum

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Michael Becker 12.07.2017 - 13:17:58

@Willi Bald

Ups sorry, ich dachte das war jetzt für den See gemeint wenn wir dort sind. Dann hab ich das falsch gedeutet. Naja mal schauen wie es wird, auf jeden Fall werden wir dort weiter angeln fahren auch mit unserem auto. das lassen wir uns von diesen Idioten nicht kaputt machen.

Willi Bald 12.07.2017 - 07:25:26

@M.Becker

Ihre Kritik an dem beschriebenen Zustand ist doch völlig berechtigt. Unsere Ordnungsmacht ( in diesem Fall der Ordnungsamtsleiter) zieht die Polizei zurück, damit die Lage nicht eskaliert. Der Staat ist nicht mehr in der Lage unseren Neubürgern etwas entgegen zusetzen, oder will er nicht? Nun führt P.M. weiter aus, dass sich Autoknacker und Geldautomatensprenger eigentlich auf diesen Fall berufen könnten und sie ebenfalls nicht von der Polizei behelligt werden sollten. Oder ist es schon fasst so?

Michael Becker 12.07.2017 - 00:50:42

@Willi Bald

Aaaaja, dann werde ich mal das nächste mal nach Euch ausschau halten wenn ich da unten wieder angeln bin. Ich will ja eigendlich keinen Stress aber wenn es Menschen gibt die was raus provozieren wollen da bin ich rechtlich mit bei. Die ganzen Jahre war, bin ich, ich immer da angeln aber jetzt artet es langsam aus. Wenn jetzt dann auch noch die angler mit rein gezogen werden... naja. Dann weiss ich ja wie ich mich dann dort ausstatten muss um meine Familie zu schützen, denn bei uns ist es bis jetzt immer ein angel und Familienausflug dort hin gewesen. Da sind auch Kinder bei!! Wir haben auch dort ständig mal mit den Müll mit genommen und aufgeräumt, für die ausländischen Spasshaber kann ich nichts. Aber gut, es gibt Leute die dann alles platt machen wollen - wie gesagt bin ich rechtlich mit bei.

Willi Bald 10.07.2017 - 13:13:31

@M. Becker

eigentlich ganz einfach, was P.M. rüberbringen will

Michael Becker 10.07.2017 - 12:47:33

????

Keine Ahnung was dieser Kommmetar hier soll? Was hat das mit Autoknackern und Knallgasexperten zu tun wenn es hier um Party wütende am See geht. Also mit Logik hat das wohl wenig zu tun!!

Paul Müller 15.06.2017 - 23:13:08

Ohje ...

"Mitunter habe sich sogar die zur Hilfe gerufene Polizei zurückgezogen, damit die Situation nicht eskaliere." ... ein "Failed State" :) darauf sollten jetzt Autoknacker und Knallgasexperten pochen ...

Michael Becker 15.06.2017 - 21:56:14

Regelung ist verständlich - aber......

Das sich seid Jahren gerade unsere ausländiandischen Mitbürger (denn hier geht es um diese ich habe sie dort schon öfters gesehen bzw, gehört) dort am Liebenberger See benehmen wie die letzten IRREN ist seid Jahren bekannt. Das es jetzt eskaliert ist nicht in Ordnung und es muss was unternommen werden - aber warum sollen wir Angler dann nicht mehr an den See kommen mit unserem Auto wie seid Jahren gewohnt? Als Angler hat man auch ne Menge mit zu schleppen, gerade wenn man noch die Nacht durch angelt. Nicht jeder hat dort ein Boot weil er von weiter her kommt. Da sollte es dann noch eine andere Reglung geben. Denn wir machen zwar auch Müll aber nehmen ihn auch wieder mit und beräumen auch von anderen dort abgelagerten Müll wenn wir dort sind. Wir wollen dort, wie schon seid Jahren uns erholen, angeln und wenn es das Wetter erlaubt auch baden. Ich kaufe seid Jahren bei Fischer Lupe meine Angelkarten und das soll jetzt wegen den Party lustigen ausländischen Mitbürgern scheitern? Wieder ein trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte das deutsche Bürger nicht ihr Hobby ausüben können wo sie es möchten.

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