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Angler scheitern mit Pacht

Malerisch schön gelegen: Der Dorfsee direkt an der alten Bundesstraße 2 hinter Flemsdorf lockt Angler. Doch die beiden Vereine aus der Gemeinde Schöneberg sind stinksauer. Sie fühlen sich bei der Pachtvergabe durch das Amt Oder-Welse geprellt.
Malerisch schön gelegen: Der Dorfsee direkt an der alten Bundesstraße 2 hinter Flemsdorf lockt Angler. Doch die beiden Vereine aus der Gemeinde Schöneberg sind stinksauer. Sie fühlen sich bei der Pachtvergabe durch das Amt Oder-Welse geprellt. © Foto: MOZ/Oliver Schwers
Oliver Schwers / 15.06.2017, 06:55 Uhr
Flemsdorf (MOZ) Von der eigenen Gemeinde wollten die Angelvereine von Flemsdorf und Stützkow vier kleine Seen pachten. Doch wegen eines angeblichen Formfehlers erhielten sie keinen Zuschlag bei der öffentlichen Ausschreibung. Jetzt sind die Seen weg und die Angler stinksauer.

Malerisch liegen sie eingebettet in die hügelige Landschaft - der Dorfsee, der Große und Kleine Buttersee und der Monplaisirsee. Sie gehören zur Gemarkung Flemsdorf und befinden sich hinter dem Ortsausgang in Richtung Schwedt. Ein Meer von Mohnblumen säumt das Ufer - ein Paradies für Angler. So dachten sich das auch die Stützkower und Flemsdorfer Angelfreunde. Weil sie vor dem ersten Juli nicht im Nationalpark ihre Angeln auswerfen dürfen und der selbst gekaufte Densenpfuhl wegen Trockenheit vorerst aufgegeben werden musste, suchten sie nach Ausweichgelegenheiten. So kamen sie auf die vier kleinen Seen von Flemsdorf, die der zuständigen Gemeinde Schöneberg im Jahre 2015 unentgeltlich vom Land Brandenburg übertragen worden waren. Die Gemeinde kündigte dem bisherigen Pächter mit der Maßgabe, den eigenen Anglern ein Refugium zu schaffen und die Seen der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Doch daraus wurde nichts.

Zwar stellten die Angler einen Pachtantrag, erfuhren dann aber vom Amt Oder-Welse, dass durch die angespannte Haushaltslage der Gemeinde eine öffentliche Ausschreibung notwendig sei. Und das bei einem Mindestgebot von 20 Euro pro Hektar. Der damalige Bürgermeister und Angelvereinschef Manfred Schroeder ließ sich den Ausschreibungstext aushändigen und bewarb sich erneut frohen Mutes. Dann die große Enttäuschung: Wegen eines angeblichen Formfehlers wurden die eigenen Angler ausgeschlossen. Den Zuschlag erhielt der zweite Bieter - der Landesanglerverband. Mehr Angebote gab es gar nicht.

Entrüstet schickten die Vereinsvertreter einen Brief ins Amt. Sie hätten erst im Nachhinein festgestellt, dass der ausgehändigte Ausschreibungstext nicht mit dem im Internet veröffentlichten identisch gewesen wäre. Dort wurde neben der Pacht noch eine Angabe zur Übernahme der Wasser- und Bodenverbandskosten gefordert. "Natürlich hätten wir das bezahlt", sagt Schroeder. "Wir haben es nur nicht gewusst." Das Amt reagiert abweisend: "Es entzieht sich meiner Kenntnis, welche Unterlagen Sie als ehrenamtlicher Bürgermeister an die Angelsportvereine Stützkow e. V. und Flemsdorf weitergegeben haben", so die Antwort der zuständigen Bearbeiterin auf den Protest des Ex-Bürgermeisters, der in der Zwischenzeit wegen massiver weiterer Schwierigkeiten mit dem Amt seinen Posten demonstrativ niedergelegt hat.

Schroeder will das nicht auf sich beruhen lassen und spricht von einer Falschaussage. Die Bearbeiterin habe ihm den Ausschreibungstext gleich mitgegeben. Eben nur nicht mit dem kleinen Zusatz der Nebenkosten. Fazit: "In dem nach Angebotsende mit den Angelsportvereinen geführten Gespräch wurde den Vertretern die Sachlage erläutert und auch, dass das Gespräch den formalen Fehler bei der Angebotsabgabe der Angelsportvereine nicht beheben kann, da dies zu einem Wettbewerbsnachteil für den anderen Bieter geführt hätte", so die Stellungnahme der Amtsverwaltung.

Doch warum hat die Gemeindevertretung nicht wie im Ausschreibungstext beschrieben über die Pachtvergabe entschieden, sondern der Amtsdirektor? Dafür sei laut Hauptsatzung das Amt zuständig.

Und die geprellten Angler: "Das ist die größte Sauerei, die man sich vorstellen kann", so Manfred Schroeder. "Das ist ein Rachefeldzug gegen meine Person. Über solche Vorfälle sollten auch die anderen Gemeinden im Amt informiert werden, die Vereine sind die Kulturträger im Dorf." Schroeder hat sich jetzt an die Vergabestelle gewandt.

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