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Kummersdorf lädt zur 575-Jahr-Feier

Hier geht es nach Philadelphia: Arno Rausch (mit Akkuschrauber) und Oliver Grund (mit Wasserwaage) bringen an der Ecke Hauptstraße/Straße der Jugend ein Schild an. Ortschronistin Gisela Zeige sowie Enrico Graß und Mike Mielke (v. l.)  schauen zu.
Hier geht es nach Philadelphia: Arno Rausch (mit Akkuschrauber) und Oliver Grund (mit Wasserwaage) bringen an der Ecke Hauptstraße/Straße der Jugend ein Schild an. Ortschronistin Gisela Zeige sowie Enrico Graß und Mike Mielke (v. l.) schauen zu. © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 15.06.2017, 07:15 Uhr
Kummersdorf (MOZ) Pünktlich zum Jubiläum hat Kummersdorf ein Stück neuen Glanz bekommen. Acht neue, bunte Wegweiser zieren seit Mittwoch den Ort. Am Wochenende wird das 575-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert.

Kurz nach 13 Uhr griff Steinmetz und Künstler Arno Rausch ein letztes Mal zum Werkzeug, dann war sein aktuelles Werk für Kummersdorf vollendet. Mit Tischlermeister Oliver Grund befestigte er an einem Pfahl einer Kreuzung Hauptstraße/Straße der Jugend einen Wegweiser, der nun die Richtung ins benachbarte Philadelphia anzeigt. Sieben weitere hatte Rausch über das Dorf verteilt bereits in den Tagen zuvor angebracht, sie zeigen die Wege in Richtung Siedlung West und Ost, Bahnhof und Schleuse, Klein Schauen, Wolzig und Storkow. Zwei weitere folgen noch, sie zeigen die Richtung nach Rudniki, den polnischen Partnerort von Kummersdorf.

Die Wegweiser sind aber keine schlichten Schilder, wie sie von Behörden aufgestellt werden. Tischler Grund schnitt die Formen aus Kiefernholz aus, Steinmetz Rausch verlieh ihnen dann mit Schnitzeisen eine dritte Dimension und bemalte sie. Die Wegweiser zeigen einen Zug (zum Bahnhof) und Boote (zur Schleuse), ein Auto (nach Storkow) oder einen Traktor (nach Philadelphia).

"Wir haben damit an eine alte Tradition angeknüpft", sagt Ortschronistin Gisela Zeige. Bereits um 1960 seien gleichartige Schilder im Ort angebracht worden, auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Kurt Brauer und von Erwin Rausch, dem Vater von Arno Rausch. Dann aber wurden sie im Laufe der Jahrzehnte ein Opfer ihres Daseins unter freiem Himmel. "Das Holz wies Trockenfäule auf, die Schilder waren nicht mehr zu sanieren", sagt Arno Rausch. Finanziert wurden die neuen Wegweiser durch Sponsoren und mit einem Zuschuss von der Stadt Storkow.

Bestaunt werden können sie am Wochenende von Hunderten Besuchern. Diese werden zu den Feierlichkeiten zum 575-jährigen Bestehen von Kummersdorf erwartet. Das Fest, das sich vor allem am Gemeindehaus und im Ortszentrum abspielt, erstreckt sich über drei Tage. Es beginnt am Freitag um 18 Uhr mit Musik für die Jugend. Am Sonnabend geht es um 9 Uhr mit einem Handwerker-, Bauern- und Trödelmarkt los, um 10 Uhr setzt sich in der Siedlung Ost ein Festumzug Richtung Straße der Jugend in Bewegung. Nachmittags und abends gibt es ein vielfältiges musikalisches Programm, unter anderem eine Wolfgang-Petry-Double-Show. Am Sonntag ist Start bereits um 8 Uhr mit einem Grillpokal-Wettbewerb.

Im Jahr 1442 wurde das heutige Kummersdorf unter dem Namen "Comora" erstmals urkundlich erwähnt. 1754 brannte das Dorf, damals Cummersdorf geschrieben, bei einem verheerenden Brand fast vollständig nieder. Historische Meilensteine, die bis heute wirken, ist der Bau des Kanals und der Schleuse 1863/65 sowie der erste Halt eines Zuges am Bahnhof 1898.

Das komplette Festprogramm im Internet: www.kummersdorf.de

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