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Neue Heimat in Mescherin gefunden

Mescherin, 16. 6. 2017: Bild in der Ausstellung "Pizza aus Polen". Zusehen ist die Familie Ireneusz Janicki mit Ehefrau Magdalena und Töchtern Sandra und Helena.
Mescherin, 16. 6. 2017: Bild in der Ausstellung "Pizza aus Polen". Zusehen ist die Familie Ireneusz Janicki mit Ehefrau Magdalena und Töchtern Sandra und Helena. © Foto: MOZ/Eva-Martina Weyer
Eva-Martina Weyer / 17.06.2017, 06:09 Uhr
Mescherin (MOZ) Mit großem Interesse der Einwohner ist in Mescherin die Ausstellung "Pizza aus Polen - neue Nachbarn in alten Häusern" eröffnet worden. Sie zeigt, wie polnische Zuzügler in Mescherin Fuß gefasst haben und wie deutsche Einwohner dazu stehen.

Die Schau hatte schon bei ihrer ersten Eröffnung in Potsdam im Oktober 2016 für großes Aufsehen gesorgt. In der Landeshauptstadt staunte man schlichtweg, wie unaufgeregt, ja normal, Alteingesessene und polnische Neubürger in Mescherin im Alltag miteinander umgehen. Wie sich sogar Freundschaften entwickelt haben.

Das wird in der Ausstellung durch Familienfotografien und Interviews deutlich. Die Mitarbeiterin der Brandenburger Landeszentrale für politische Bildung, Martina Schellhorn, hat dafür sorgfältig recherchiert. Fotografiert hat Andreas Kämper.

In der Ausstellung kommen sowohl die alteingesessenen als auch die neu hinzugezogenen Bewohner zu Wort. Junge Polen hatten in dem von Abwanderung gezeichneten Mescherin alte, leerstehende Häuser gekauft und für ihre Familien renoviert. Polen war für sie viel zu teuer.

In den Interviews der Ausstellung berichten die Neubürger, wie sich ihr Leben nach dem Umzug verändert hat und warum Brandenburg eine liebenswerte neue Heimat für sie ist. Die hilfsbereiten Mescheriner haben einen großen Anteil daran, ist dort zu lesen.

Die Ausstellung war bis Ende April in Potsdam zu sehen und konnte jetzt nach Mescherin geholt werden. Staatssekretär Martin Gorholt hat sie am Mittwochnachmittag eröffnet. Er ist Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und Beauftragter für Internationale Beziehungen. Schon den ganzen Tag über hatte er an verschiedenen Besuchsstationen im Amt Gartz erleben können, wie Deutsche und Polen miteinander leben. Gorholt hatte "Pizza in Polen" bereits in Potsdam gesehen und sich sofort bereit erklärt, zur Ausstellungseröffnung nach Mescherin zu kommen. "Die Ausstellung zeigt, wie deutsch-polnische Nachbarschaft funktionieren kann. Beim Anschauen erfährt man die Geschichte von Menschen dieser Region", sagte er.

Manche Mescheriner hätten sich in der Ausstellung noch mehr Porträts und Aussagen von deutschen Einwohnern gewünscht. "Wir sind es doch, die in Mescherin geblieben sind, als hier in den 1990er Jahren schwere Zeiten herrschten", argumentieren sie. "Das ist Liebe zur Heimat."

Ortsvorsteher Volker Schmidt-Roy sagt: "Als die ersten Polen hier einzogen, wollten wir von Anfang an darauf achten, dass sie sich einbringen in unsere Gemeinschaft."

Von den rund 400 Einwohnern stammen etwa 15 Prozent aus Polen. Die meisten Erwachsenen von ihnen gehen in ihrer alten Heimat zur Arbeit, ihre Kinder lernen in deutschen Kitas und Schulen.

"Die Polen bringen auch Engagement mit. Sie sind in der Feuerwehr, engagieren sich in der Schule und helfen beim Dorffest mit", erzählt Volker Schmidt-Roy. "Auch wenn die Ausstellung ein schönes Schlaglicht auf unser Zusammenleben wirft - es gibt noch viel zu tun."

Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni in Mescherin zu sehen. Das Interesse an ihr ist so groß, dass sie danach in Gryfino sowie an der Universität Stettin gezeigt wird. Im Anschluss reist sie nach Schwedt.

Öffnungszeiten im Dorfgemeinschaftshaus Mescherin: mo-mi 8 bis 15.30 Uhr, do 8-14 Uhr. Freitag bis Sonntag bei telefonischer Anmeldung unter 0162 9152090.

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