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Kirchturm-Fisch grüßt nicht mehr

Der Buckower Fisch wurde von der Kirchturmspitze geweht und zerbrach.
Der Buckower Fisch wurde von der Kirchturmspitze geweht und zerbrach. © Foto: wernitz
Simone Weber / 18.06.2017, 10:24 Uhr
Buckow (MOZ) Mit ihrer Wetterfahne ist die Buckower Kirche etwas Besonderes. Anstelle eines Metallpfeils mit der Jahreszahl der Erbauung der Kirche oder eines Kreuzes grüßt den Besucher des Ortes schon von weitem ein Fisch auf der Spitze des 24 Meter hohen Turms.

Zuletzt veranlasste 1941 der damalige Kirchenälteste Paul Bahrs die Erneuerung des 1840 aufgesetzten Fisches aus Eichenholz, zirka 80 Zentimeter lang und nicht ganz 20 Zentimeter breit. Auf dem Holz ist die Jahreszahl 1941 noch heute zu erkennen. "Der stürmische Wind am 23. Mai hat den Holzfisch von der Metallstange gefegt, an der er auf der Turmspitze befestigt war", erzählt Henry Kilian, der für den Förderverein Wallfahrtskirche zu Buckow e.V. Besucher durch die Kirche führt und sich mit deren Baugeschichte gut auskennt. "Der Fisch brach, entlang der Befestigungsstange, in zwei Teile. Den Fischkörper fanden wir hinter der Kirche." Das Kopfteil fand Kilian nach etwas Suchen auch noch. "Derzeit wird der Holzfisch im benachbarten Garlitz aufbewahrt. Mit Abstimmung der Denkmalschutzbehörde soll ein neuer Fisch gestaltet und auf die Turmspitze gesetzt werden. Den zerbrochenen Fisch wollen wir in der Kirche ausstellen."

Zur Erklärung des ungewöhnlichen Buckower Fischs können Luchwiesen sowie nasse und morastige Bruchwälder dienen, die Buckow einst umgaben und zu einer Insel machten. Nachvollziehbar ist aber auch eine Variante, wonach sich das Fischsymbol von der Formel "Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland" herleitet. Auf Griechisch kann man aus den Anfangsbuchstaben das Wort Ichthys bilden, zu deutsch: Fisch.

Im 1161 erstmals urkundlich erwähnten, vormals slawischen Buckow im Amt Nennhausen wurde um 1400 zu Ehren der Jungfrau Maria eine neue Kirche erbaut und 1473 durch den Brandenburger Bischof Arnold geweiht. Für das kleine Dorf fiel der Bau auf Grund seiner Größe, heute ein bedeutendes Beispiel der norddeutschen Backsteingotik, schon damals etwas überdimensioniert aus. Allerdings war Buckow überregional bekannt. Mit dem 1384 durch eine päpstliche Bulle bestätigten "Wunderblut" wurde die Dorfkirche im späten Mittelalter Ziel vieler Pilger und Wallfahrer.

Inzwischen ist das Dorf wieder eine Reise bzw. einen Ausflug wert. Im Rahmen des jährlichen Wallfahrtssommers lädt der Förderverein in Kooperation mit der evangelischen Gemeinde bis zum 1. Oktober zu insgesamt fünf Kulturveranstaltungen ein. Am 23. Juli heißt es "Schalala - das Mitsingding". Zum Reformationsjubiläum bietet die Reihe "Frei nach Luther: Sonntags in Buckow um 12" bis zum 15. Oktober weitere sechs besondere thematische Gottesdienste an. Am Sonntag, 18. Juni, ab 12.00 Uhr, predigt Landesbischof Markus Dröge im Dorf. Mehr Informationen auf www.wallfahrtskirche-buckow.de.

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