Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Lüdersdorfer Feuerwehr feiert Jubiläum mit großem Fest / Derzeit elf Aktive / Wenig Alarmierungen im Jahr

90 Jahre und noch einsatzbereit

Aufgereiht vor ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug: Thomas Gieseler, Ortswehrführer von Lüdersdorf und die aktiven Wehrmitglieder André Gaebel (vorn, v.l.), Tino Harenberg, Nico Bartsch, Marco Nergonewitsch sowie  Günter Krebs (hinten, v.l.).
Aufgereiht vor ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug: Thomas Gieseler, Ortswehrführer von Lüdersdorf und die aktiven Wehrmitglieder André Gaebel (vorn, v.l.), Tino Harenberg, Nico Bartsch, Marco Nergonewitsch sowie Günter Krebs (hinten, v.l.). © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 22.06.2017, 06:40 Uhr
Lüdersdorf (MOZ) Es ist ein roter Faden, der sich durch Lüdersdorf zieht. In 90 Jahren haben sich immer wieder Feuerwehraktive gefunden, die den Dienst ausüben wollen und wollten. Eins stand dabei für alle im Vordergrund: den Menschen zu helfen. Am Sonnabend feiert die Wehr ihr Jubiläum.

Die jüngsten Brände in London und Portugal haben schreckliche Bilder hinterlassen. Bilder, die ohne die Helfer in den blauen Jacken und den weißen oder roten Helmen wahrscheinlich noch schrecklicher gewesen wären.

Dass es unter den Menschen immer wieder die Bereitschaft gibt, zu helfen, ist ein großes Glück, findet Lüdersdorfs Ortswehrführer Thomas Gieseler. Auch er ist bei der Feuerwehr, "um anderen zu helfen", sagt der 39-Jährige. Und hat sich damit eingereiht in eine jahrzehntelange Tradition.

Um sich die Zahl auf der Zunge zergehen zu lassen, lohnt es, sie mehrmals laut auszusprechen: 90 Jahre Feuerwehr feiert Lüdersdorf am Sonnabend. Eine beachtliche Zahl für eine rund 250-Seelen-Gemeinde.

Thomas Gieseler wohnt den Einsatzkräften jetzt seit 2004 bei, 2014 übernahm er das Zepter als Ortswehrführer. Vor ihm haben bereits viele andere Feuerwehrmänner die Verantwortung getragen. Darunter zeigten sich Harald Kübler, Norbert Bartsch, dessen Sohn Nico Bartsch sowie Lutz Dumke in den vergangenen 30 bis 40 Jahren aktiv.

Doch die Zeit nagt auch an der Lüdersdorfer Wehr. "Die Alters- und Ehrenabteilung hat uns bald überholt", sagt Thomas Gieseler. Derzeit sind elf Mitglieder aktiv, sieben gehören zur Alters- und Ehrenabteilung. Nachwuchs hat die Lüdersdorfer Wehr derzeit nicht, so Gieseler. "Aber das kann ja wieder werden." Zum Beispiel mit den Kindern aus der Flüchtlingsunterkunft. Auch die weibliche Beteiligung in der Wehr fehle momentan.

"Zusammenwachsen - das dauert eben seine Zeit", sagt Günter Krebs, Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung. Er kann sich noch gut erinnern, wie die Wehr vor mehreren Jahrzehnten gearbeitet hat. "Damals gab es keine motorisierten Transportfahrzeuge. Das Wasser wurde aus dem Dorfteich mit einem entsprechenden Hänger transportiert, der per Hand gezogen wurde. Die Einsätze waren damit natürlich auf das nähere Umfeld begrenzt, aber so half die Wehr auch des Öfteren bei anderen Einsätzen aus, so Krebs. Wie etwa bei der Verlagerung von 40 Zentnern Kartoffeln aus einem Keller in einen Pferdestall in den 1950er-Jahren. Die Einsatzkräfte entschieden sich damals die Wasseransammlungen im Keller von Bauer Krätke nicht abzupumpen. Weil das Wasser zu verschmutzt war, erschien ihnen der Einsatz zunächst sinnlos. Doch die wertvollen Kartoffeln wurde kurzerhand gerettet.

Heute fährt die Wehr nur noch wenige Einsätze im Jahr, so Thomas Gieseler. "Das hängt zum einen damit zusammen, dass wir kaum Alarmierungen haben, zum anderen aber auch, dass die Tageseinsatzbereitschaft bei uns nur sehr wenig gegeben ist. Wir sind alle berufstätig und das außerhalb von Lüdersdorf."

Wenn es aber doch zu einem Einsatz kommt, steht in einer Garage auf dem Wirtschaftshof das Tragkraftspritzenfahrzeug, welches die Wehr im Mai 2014 übergeben bekommen hat.

Am Sonnabend können nun alle Lüdersdorfer und Interessierte aus den umliegenden Gemeinden den hohen Geburtstag der Wehr feiern. "Wir bauen auf der Dorfstraße eine Bastelecke für Kinder auf und wollen auch die alte Handpumpe präsentieren", sagt Thomas Gieseler, "sodass die Kinder auch sehen können, wie es früher war."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG