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Neuer Asphalt schlägt Blasen

Es arbeitet unter dem Belag: Auf der erneuerten B 167 zwischen Seelow und Gusow gibt's erste Asphaltblasen.
Es arbeitet unter dem Belag: Auf der erneuerten B 167 zwischen Seelow und Gusow gibt's erste Asphaltblasen. © Foto: MOZ/Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 22.06.2017, 18:56 Uhr
Dolgelin/Gusow (MOZ) Von August bis September war 2015 die Deckschicht auf der B 167 zwischen Dolgelin und Schönfließ erneuert worden. Gleiches geschah in diesem Jahr zwischen Gusow und Seelow. Im Nachgang gibts Probleme.

"Offensichtlich passiert jetzt zwischen Gusow und Seelow das gleiche wie auf der B 167 ab Dolgelin", ärgert sich ein MOZ-Leser. "Die ersten Blasen treten auf. Wie kann so etwas passieren? Wird hier niemand in Regress genommen?", fragt er.

Das Phänomen: Auf der B 167 war in den besagten Abschnitten die vorhandene Deckschicht teilweise abgefräst und erneuert worden, erhielt einen neuen Überzug. Manch einer hielt die Maßnahmen für überflüssig, da die Straße rein optisch noch recht intakt wirkte. Edgar Gaffrey, Vorstand im Landesbetrieb Straßenwesen, hatte unlängst deutlich gemacht: Bei viel befahrenen Straßen, zu denen die B 167 gehört, müsste eigentlich alle zehn Jahre eine neue Deckschicht aufgebracht werden. Nur so könne gesichert werden, dass der Unterbau stabil und die Straße noch lange erhalten bleibt. Vielfach sei der empfohlene Erneuerungszeitraum viel länger - liege meist bei 15 Jahren.

Im Sommer vergangenen Jahres bemerkten Kraftfahrer überall auf der B 167 ab Dolgelin Einkreisungen auf der Fahrbahn. Es wurden immer mehr. Die Fachleute sprechen von "Blasen". Der Verdacht lag nahe, dass die bauausführende Firma nicht sorgsam gearbeitet hatte, es keine korrekte Verbindung zwischen Unterbau und neuer Deckschicht gibt.

"Mit Schreiben vom 26. April 2016 wurde dieser Mangel dem ausführenden Unternehmen angezeigt und Abhilfe verlangt", erklärte Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes, in einer schriftlichen Antwort auf MOZ-Anfrage. Mit Schreiben vom 18. Mai vergangenen Jahres habe das Unternehmen die "Mangelhaftung" zunächst abgelehnt. Trotzdem seien durch den Auftragnehmer Maßnahmen eingeleitet worden, um die aufgetretenen Schäden zu beseitigen bzw. einzudämmen. "Dabei wurden die entsprechenden Aufwölbungen angebohrt. Infolge des weiteren Überfahrens verloren sich die Unebenheiten. Allerdings entstanden im Laufe des Sommers weitere Aufwölbungen", erläutert Mitschka.

Um die genaue Ursache dieser Schädigungen des neuen Deckenbelages zu ermitteln, sei ein Gutachten bei einer zugelassenen Prüfstelle in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis habe am 10. August 2016 vorgelegen. Der Gutachter komme darin zu dem Ergebnis, dass beim Einbau einer neuen Deckschicht mit hohem Verdichtungsgrad auf eine vorhandene alte Asphaltbefestigung - porös bzw. deutlich geringerer Verdichtungsgrad und höherer Hohlraumgehalt - deren Hohlraumgehalte korrespondieren müssten. Das soll sichern, dass eventuelle Wassereinschlüsse in den Haarrissen der Unterlage über die neue Deckschicht entweichen können, erklärt die Sprecherin. "Möglicherweise wären die Schäden durch eine obere Begrenzung des Verdichtungsgrades der neuen Deckschicht zu vermeiden gewesen. Allerdings findet sich eine solche Regel nicht in den geltenden Vorschriften für Asphaltarbeiten.

Die nach erfolgter Abnahme aufgetretenen Schäden müssen gegenüber dem Auftragnehmer als Folge seines Handelns nachgewiesen werden. Eine Handhabe hierfür kann das Gutachten unter den genannten Umständen jedoch nicht liefern."

Nach derzeitigem Erkenntnisstand handele es sich damit nicht um einen Gewährleistungsmangel und könne daher der Baufirma nicht angelastet werden. Die Ursachen für die Blasenbildungen seien noch nicht abschließend geklärt. "Wir bemühen uns aber weiterhin, Methoden zu finden, wodurch die Beulen beseitigt oder zumindest reduziert werden können", versichert Cornelia Mitschka. Dies wird um so drängender, da mittlerweile auch auf dem gerade erst erneuerten Abschnitt zwischen Seelow und Gusow ebenfalls die ersten Wölbungen auftreten, dort die nächste Holperstrecke droht.

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Ignaz Koslowski 22.06.2017 - 23:10:35

Beulenpest im Straßenbau

Um die wahren Ursachen wird wunderschön herum gelogen, nämlich, daß man regennasse Fahrbahnen mit dem neuen Asphalt überzogen hat. Die Nässe wurde unter dem neuen Asphalt eingeschlossen und das nunmehr sichtbare Ergebnis war von vornherein absehbar. Auf den Pfusch habe ich sowohl das Straßenbauamt wie auch die Sekretärin des Straßenmeisters Herrn Kalies schon vor der Bauabnahme ausdrücklich aufmerksam gemacht, aber keiner der Herrschaften war geneigt dem nachzugehen. Anschließend erfolgte die Abnahme, übrigens auch einschließlich mehrer derber Höhenversätze wie auf Höhe des Birkenhofes Libbenichen. Erfahrungsgemäß wird nur dort in solchem Maße gepfuscht, wo die Baufirma bereits weiß, daß sie damit durchkommt. Und eben jene Pfuschfirma hat nun auch einen neuen Auftrag für die Sanierung der B1 erhalten, soviel zum Umgang mit unserem Steuergeld durch das Straßenbauamt.

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