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Neugestaltung noch in diesem Jahr

Gedenkkreuz auf dem Soldatenfriedhof in Kunersdorf: Für die Anlage gab es eine private Spende an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Gedenkkreuz auf dem Soldatenfriedhof in Kunersdorf: Für die Anlage gab es eine private Spende an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 24.06.2017, 06:41 Uhr
Kunersdorf (MOZ) Noch in diesem Jahr soll die Kriegsgräberstätte in Kunersdorf neu gestaltet werden. Darüber hatte Amtsdirektor Karsten Birkholz in der jüngsten Einwohnerversammlung in Bliesdorf informiert. Dabei gehe es insbesondere um eine dann wieder klarere Abgrenzung der Grabflächen und Wege. Unterstützung gebe es dafür durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der für die Anlage in Kunersdorf eine private Spende erhalten habe.

Die Kriegsgräberstätte selbst ist zumindest im Waldweg ausgeschildert. "Soldatenfriedhof" steht dort mit weißer Schrift auf grünem Grund. Von der Bundesstraße 167 aus führt ein weiterer Weg zu der Anhöhe. Laut des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde der Friedhof im Februar 1945 angelegt. Die 218 bekannten und 75 unbekannten deutschen Soldaten sind demnach im Frühjahr 1945 bei den Kämpfen um die Seelower Höhen gefallen.

Der wohl Jüngste war keine 18 Jahre alt, der Älteste 45, wie anhand der kleinen schwarzen Namenstafeln mit silberner Schrift nachzuvollziehen ist.

Auf einigen Gräbern stehen noch heute Kerzen, auch Gestecke und Steine oder Kreuze - aufgestellt von Angehörigen, die damit unter anderem an ihren Vater oder den Heimatort erinnern, darunter Munningen im Landkreis Donau-Riesin Bayern und Elmshorn/Holstein.

Dass der Waldfriedhof einen gepflegten Eindruck mache, sei auch dem Gemeindearbeiter zu verdanken, hatte Amtsdirektor Karsten Birkholz erklärt, in dem Zusammenhang aber von einem "immens hohen Pflegeaufwand" gesprochen. Bürgermeister Reiner Labitzke ergänzte dazu, dass auf dem Areal zuletzt einiges an Totholz entfernt und auch ein Gehölzschnitt vorgenommen worden sei. "Damit sind die Grabfelder wieder erkennbar", so der Bürgermeister. Er verwies zudem darauf, wie stark sich die Vegetation trotz trockener Sommer entwickelt. "Man sieht die Pflege."

Ziel sei es, die dank der Spende möglichen Maßnahmen bis zum Volkstrauertag 2017 abzuschließen, sagte Reiner Labitzke. Wobei es in Kunersdorf die Besonderheit gebe, dass der Gefallenen am Totensonntag gedacht wird. Einbezogen werden dabei stets auch die verstorbenen und vermissten Männer, Frauen und Kinder, die durch Krieg, Terror oder Gewaltherrschaften ums Leben gekommen sind.

"Der Volkstrauertag war hier einfach verpönt", erklärte der Bürgermeister und erinnerte sich an diese Handhabe bereits zu Zeiten von Erdmute Rudolf als Ortsvorsteherin. "Und das ist mehr als zehn, fast 15 Jahre her", hieß es in der Einwohnerversammlung, die im Bürgerhaus Kunersdorf stattfand.

Bemerkenswert sei außerdem, so Reiner Labitzke weiter, dass bis heute nicht nur Angehörige der Gefallenen hin und wieder auf dem Kunersdorfer Soldatenfriedhof anzutreffen seien, sondern bei der Gedenkveranstaltung am Totensonntag noch immer bis zu 30 Teilnehmer gezählt werden. "Und daran werden wir festhalten", meinte Swen Schirrmeister, Ortsvorsteher in Kunersdorf und stellvertretender Bürgermeister von Bliesdorf.

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