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Kreis verkauft altes Internat am Wentowsee

Viel Grün und viel kaputt: So präsentiert sich die Wentower Immobilie an der Zabelsdorfer Straße. Der Landkreis kann mit dem alten Internat selbst nichts anfangen.
Viel Grün und viel kaputt: So präsentiert sich die Wentower Immobilie an der Zabelsdorfer Straße. Der Landkreis kann mit dem alten Internat selbst nichts anfangen. © Foto: MZV
Burkhard Keeve / 24.06.2017, 07:05 Uhr
Altlüdersdorf (OGA) Der Landkreis Oberhavel versilbert sein Eigentum. Dabei handelt es sich um ein riesiges Grundstück in unmittelbarer Nähe des Großen Wentowsees. Das Mindestgebot muss bei 75 000 Euro liegen. Doch der tatsächliche Verkaufspreis dürfte weit darüber liegen.

Eine positive Nachricht für alle interessierten Käufer gibt es aber, eine Maklerprovision fällt nicht an, weil der Kreis direkt verkauft. Die Immobilie ist ganz frisch auf dem Markt. Viele Granseer und natürlich Altlüdersdorfer, in dessen Gemarkung das gut 8 800 Quadratmeter große Grundstück liegt, werden es kennen. Denn die alten Gebäude stehen noch. Sie werden aber seit 2011 nicht mehr genutzt. Was in diesem Fall ein Kostenfaktor ist.

In den frühen 50er-Jahren wurde dort ein doppelstöckiges Schulinternat errichtet. Daran schließt sich ein Speisesaal und ein Küchengebäude an. Die Häuser stehen alle noch, verfallen aber langsam. Der lange Leerstand hat ihnen nicht gutgetan. Im Exposé für die Immobilie heißt es: "Bedingt durch den Leerstand, weisen sämtliche Gebäude Bauschäden/Baumängel auf." Außerdem liegt Müll in den Räumen, die Keller, der Boden und die Wände sind feucht. Außerdem wurden Bauteile abmontiert und Altmaterial verschwand. Die Ölheizung der früheren Ausbildungsstätte ist 20 Jahre alt und die Speicher der zentralen Warmwassererzeugung sind verschlissen.

Der Landkreis Oberhavel ist seit 1994 Eigentümer des Grundstücks in Wentow. Seit sechs Jahren steht es ungenutzt in der idyllischen Landschaft. In dieser Zeit hat der Landkreis nach eigenen Angaben keine "vertretbare Nachnutzungsmöglichkeit" für das Objekt gefunden, weder für die Verwaltung noch für seine nachgeordneten Einrichtungen wie Schulen, den Rettungsdienst oder Krankenhäuser. Folge: "Ein Verkauf der Liegenschaft ist daher im wirtschaftlichen Interesse des Landkreises Oberhavel", wie es dazu aus der Kreisverwaltung heißt.

Dass das Grundstück, das zwar keinen direkten Zugang zum Wentowsee hat, die öffentliche Badestellen ist aber nur ein Katzensprung entfernt, gerade jetzt auf dem Markt geworfen wird, liegt auf der Hand: Der Markt ist heiß. Der Kreis formuliert das so: "Aufgrund der aktuell günstigen Situation auf dem Immobilienmarkt wurden die Vermarktungsbemühungen der Landkreisverwaltung durch die veröffentlichte Ausschreibung intensiviert."

Durch seine abgeschiedene und ruhige Lage am südlichen Ufer des See und durch die Nähe der beiden Naturparke "Stechlin - Ruppiner Land" und "Uckermärkische Seen" kann sich der Kreis eine touristische Nutzung oder auch eine Nutzung durch Sozialeinrichtungen vorstellen. Keine so abwegige Idee. Auch weil die Anliegerstraße Teil des Radfernwegs Berlin - Kopenhagen ist. Gegenüber dominiert die Landwirtschaft das dörfliche Geschehen. Die unmittelbaren Nachbarn haben dieses Potenzial offensichtlich längst erkannt. Diesseits der Zabelsdorfer Straße 6 G ist eine schmucke und vor allem bewohnte Gutshofanlage (mit direktem Zugang zum See) zu sehen und jenseits entsteht eine Ferienanlage.

Vier Wochen haben die Käufer Zeit, sich mit ihren Preisvorstellungen an die Kreisverwaltung in Oranienburg zu wenden

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