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Erstes Umwelttheaterfest in Lietzen begeisterte die Besucher

Pakt mit dem Profit-Teufel

Theaterfest: Ein Märchen zum Thema Umweltschutz führten Christian Knöll und Magdalena Thalbach aus Berlin auf.
Theaterfest: Ein Märchen zum Thema Umweltschutz führten Christian Knöll und Magdalena Thalbach aus Berlin auf. © Foto: Ingo Mikat
Ingo Mikat / 26.06.2017, 06:00 Uhr
Lietzen (MOZ) Natur, Kunst und Soziales zu vereinen, ist das Ziel ihres Vereins, erklärt Inga Brandt, Projektleiterin von Social-Art. Seit die Sozialpädagogin und Künstlerin mit Ingenieur Jörg Oehley und Gleichgesinnten Am Mühlensee ein altes Gebäude zur Kulturmühle ausbaut, gibt es dort auch ein Zentrum für Umweltbildungsprojekte und Kunstkursangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Am Wochenende fand erstmals ein Umwelttheaterfest statt.

Auf dem Hof der Kulturmühle stellten Theatergruppen Stücke vor, die sich mit den Themen Umwelt- und Ressourcenschutz, aber auch Lebensweise und Gesellschaft künstlerisch auseinandersetzen. Schon kurz nach der Eröffnung des Festivals durch eine Performance des Anasages-Theater aus Chemnitz bewies am Nachmittag die Theatergruppe Pomp & Puder aus Berlin, dass solch wichtige Themen nicht bierernst behandelt werden müssen. Sie hatten sogar eine Premiere vorbereitet und zeigten: "Ein Märchen von einem, der sein Glück versuchte".

Das extra für das Lietzener Umwelttheaterfest von der Regisseurin Susanne Böhm entwickelte und für die Bühne inszenierte Stück griff die Geschichte "Vom Fischer un syner Frau" auf und verband sie mit gegenwärtigem Geschehen und heutigen Verhaltensweisen. In dem modernen Märchen verführt der Teufel, großartig von Magdalena Thalbach als "Finanzmanager" gespielt, Bauer Hans, dargestellt von Christian Knöll, dazu seinen kleinen Landwirtschaftsbetrieb extensiv zu erweitern. Pferdefuß der Geschäftsidee - die versprochenen großen Gewinne sind nur durch rücksichtslose Behandlung seiner Tiere, der Umwelt und seiner Mitmenschen zu erreichen. Der Teufel übernimmt mit drakonischen Optimierungskonzepten das Heft des Handelns.

Bauer Hans schwelgt anfangs in ungewohntem Geldsegen, verwandelt sich zugleich aber schnell in einen rücksichtslosen Unternehmer. Kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps, der Kurs des neuen Landwirtschaftsunternehmens droht plötzlich an der Börse einzubrechen, gelingt es der alten Bäuerin Ilse (ebenfalls von Thalbach gespielt) jedoch den "Deal", der eigentlich einem Pakt entspricht, zwischen Hans und dem Teufel aufzulösen. Das Märchen geht gut aus, Mitmenschlichkeit triumphiert über Gier und Rücksichtslosigkeit. Zum Programm gehörten zwei weitere Auftritte der Anasages-Künstler mit Masken-, Schatten- und Objekttheater und eine Aufführungdes Legend-Theater Frankfurt(Oder) mit einem Storytelling-Event unter dem Titel: "Ever seen green".

Erzählt wurden drei Geschichten über Menschen, die ihre Visionen von Nachhaltigkeit versuchen in der Praxis zu leben. Außerdem fanden Kunstaktionen und ein Konzert des französischen Musikers "Flip le Doof" mit verzehrtem rhythmischen Gitarrensound statt.

Am Sonntag konnten Kinder unter Anleitung der zukünftigen Erzieherin Dalia Helbing aus Stoffen und Kleidungsresten Phantasie-Kostüme fertigen. Das Lietzener Umwelttheaterfest soll, wie Inga Brandt informierte, zu einer jährlichen Tradition werden.

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Ignaz Koslowski 26.06.2017 - 16:40:36

Social Art und Umwelt

Es versetzt allseits in Erstaunen, wenn ausgerechnet der Verein "Social Art" über den Schutz der Umwelt schwadroniert. Der uralte VW-Bus der dort immer vor dem Haus parkt, dürfte nicht einmal über den einfachsten aller Katalysatoren verfügen, der Hof sieht seit der Verein dort ansässig aus wie eine Mischung aus Sperrmüllsammelstelle und Zigeunerlager, südlich der einstigen Mühle hat der Verein vormals naturbelassene Nachbargrundstücke okkupiert und mitten im Naturschutzgebiet Unterholz plattgemacht und alberne bunte Buden aufgebaut. Die zuständigen Behörden, etwa das Ordnungsamt und die Untere Naturschutzbehörde, unternehmen mal wieder nichts gegen diese unsägliche Verschandelung der Landschaft. Müllberge bleiben Müllberge und verlotterte Grundstücke bleiben verlotterte Grundstücke, da kann man noch so viele Etiketten mit der Bezeichnung "Kunst" draufpappen.

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