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Löwenberger Glaskasten: Küchenwerbung ein echter Hingucker

Auf freier Fläche hat Stephan Mauermann einen Glaspavillon hinsetzen lassen, in dem er eine Küche präsentiert.
Auf freier Fläche hat Stephan Mauermann einen Glaspavillon hinsetzen lassen, in dem er eine Küche präsentiert. © Foto: Volkmar Ernst/GZ
Volkmar Ernst / 28.06.2017, 17:26 Uhr
Löwenberg (OGA) Klappern gehört zum Handwerk - das weiß Stephan Mauermann aus Löwenberg ganz genau. Der Chef des gleichnamigen Küchenstudios wirbt mit ungewöhnlichem Konzept und ebensolchen Ideen für sein Unternehmen.

Direkt an der Bundesstraße 96, kurz vor dem Ortsausgang von Löwenberg in Richtung Gransee, hat er eine übergroße Vitrine hinsetzten lassen. In der präsentiert er sozusagen auf freier Fläche eine Küche. Ein Hingucker allemal, vor allem in den Abendstunden und in der Nacht, wenn der hell erleuchtete Glaskasten die Blicke der Autofahrer auf sich zieht. Nicht, dass nachts Kundschaft an die Tür des in der benachbarten ehemaligen Gaststätte untergebrachten Küchenstudios klopfen würden. Doch, und das hat Mauermann feststellen können, seine Kundschaft kommt nicht nur aus Löwenberg und der näheren Umgebung, sonderen auch aus Gransee, Fürstenberg und sogar Neubrandenburg. Da seien viele dabei, die vielleicht sonst weiter Richtung Berlin gefahren wären, dann aber eben wegen des Glaskastens bewusst angehalten hätten, um sich den Pavillon anzusehen.

Doch auch die Verkaufsschau kann sich sehen lassen, denn sie befindet sich in der ehemaligen Gaststätte, die Mauermann 2008 komplett neu aufbauen ließ. 1999 hat er seinen Meisterabschluss als Elektroinstallateur gemacht und ist in den Betrieb seines Vater eingestiegen, der bereits aus den Bereichen Elektroinstallation und Küchenstudio bestand. Um möglichen Reibereien zwischen Junior und Senior vorzubeugen, wurden die beiden Abteilungen getrennt. Stephan Mauermann übernahm die Verantwortung für die Küchen, die damals noch in einem Geschäft an der Berliner Straße angeboten wurden. Weil der Laden zu klein für eine Präsentation war, suchte er nach einer Alternative. Die fand er schließlich in der ehemaligen Gaststätte, die von vielen Löwenbergern auch als "blutiger Knochen" bezeichnet wurde. Doch Gäste wurden dort schon lange nicht mehr bewirtet. Zwischenzeitlich als Turnhalle und Lager genutzt, hatte ein Brand 1997 nur noch die bloßen Wände übriggelassen. Nur noch eine Ruine, die jedoch zuerst in der Fantasie von Stephan Mauermann und danach sogar in der Realität zu neuem Leben erwachte.

Dabei setzte der Chef auf das Konzept, an das Alte zu erinnern und mit neuem Leben zu füllen. Wer den Bau durch den Haupteingang betritt, der kann die vormals vorhandene Raumaufteilung sowohl im Entree als auch im rechts angrenzenden Saal erkennen. Ziegelsteine werden bewusst als Schmuckelemente eingesetzt. Sie dienen als Hintergrund für die verschiedenen Ausstellungsstücke. Die Empore im Obergeschoss kann es genau so schon früher gegeben haben. Die Ausstellungsflächen hat er so in die vorhandene Bausubstanz einfügen lassen, dass sich der Betrachter jeweils eine abgeschlossene Küche ansehen und auf sich wirken lassen kann, und dennoch der Gesamteindruck der Einheit des Raumes dadurch nicht leidet.

So sehr sich Mauermann auch über die Kundschaft aus nah und fern freut, um die Berliner anzusprechen, bleibt ihm nur der Bau einer Dependance in der Hauptstadt selbst. "Für die Berliner liegt Löwenberg irgendwo an der Ostsee. Das ist ihnen einfach zu weit, um für den Kauf einer Küche rauszufahren", hat er in Gesprächen feststellen müssen. "Da bleibt nichts anderes, als in der Hauptstadt zu investieren. In der Köpenicker Straße 126 in Berlin-Mitte lässt er deshalb gerade ein ehemaliges Industrie-Loft zu einem ähnlichen Ausstellungsstudio wie in Löwenberg umbauen. Doch auch vor Ort stehen weitere Investitionen an. In der Ruine des ehemaligen Bahnstellwerkes werden weitere Ausstellungsflächen entstehen.

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