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Dort wird in den nächsten Tagen der in der Region regenerativ erzeugte Strom eingespeist und nach Heinersdorf weitergeleitet

Umspannwerk Metzdorf-Nord in Betrieb

Auf dem Betriebsgelände des Umspannwerks Metzdorf-Nord: Frank Nitsche, Bauleiter des Büros Dresden/Bautzen der Omexon GA-Nord, und E.dis-Projektleiter Christian Schug (rechts) im Bereich der neuen Leitungsfelder.
Auf dem Betriebsgelände des Umspannwerks Metzdorf-Nord: Frank Nitsche, Bauleiter des Büros Dresden/Bautzen der Omexon GA-Nord, und E.dis-Projektleiter Christian Schug (rechts) im Bereich der neuen Leitungsfelder. © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 29.06.2017, 06:00 Uhr
Metzdorf (MOZ) Das von der E.dis seit Ende 2015 errichtete Umspannwerk Metzdorf-Nord ist jetzt in Betrieb genommen worden. Das erklärte Pressesprecher Horst Jordan am Dienstag bei einer Besichtigung. Eingespeist wird dort sogenannter Grünstrom.

"Das passt ja", freute sich E.dis-Sprecher Horst Jordan jetzt beim Pressetermin. Denn als der vereinbart worden war, hatte es noch kein Datum für die Inbetriebnahme des Umspannwerks Metzdorf-Nord gegeben. "Heute ist Abnahme", erklärte dann auch Projektleiter Christian Schug. Angeschlossen werde dort demnächst unter anderem der Solarpark Neuhardenberg. Das dafür notwendige kleinere Umspannwerk steht bereits vor dem Umspannwerk Metzdorf.

Das UW Metzdorf gehöre, so Schug, ebenfalls zur E.dis, sei aber für das Versorgungsnetz gedacht. "Das wollen wir mit Metzdorf-Nord entlasten, in dem wir dort ankommende regenerative Energie bündeln." Und so ist dahinter bereits ein weiteres kleines Umspannwerk zu sehen, in dem der von den Solarfeldern in Bliesdorf, Kunersdorf, Metzdorf, Möglin und Marienberg erzeugte Strom ankommen und weitergeleitet werden soll.

Laut Christian Schug soll diese Verbindung in zwei Wochen in Betrieb gehen. Mit den ersten Vorarbeiten für das Umspannwerk Metzdorf-Nord sei Ende des Sommers vor zwei Jahren begonnen worden. Nach dem Tiefbau wurde das Betriebsgebäude errichtet. Den Fundamenten für die Schaltanlagen folgten die Elektromontage und die der Geräte, blickt der Projektleiter wie im Zeitraffer zurück und fügt hinzu: "Das zieht sich aber." Auch die Verdrahtung und Verseilung seien mit einem hohen Aufwand verbunden. Doch nach dem Klemmen und den Prüfarbeiten komme dann endlich das Zuschalten. "Das machen wir gerade. Die Hauptanlage geht heute in Betrieb", sagte Christian Schug. Grünstrom, der bisher im Umspannwerk Metzdorf eingespeist worden sei, werde künftig ebenfalls in Metzdorf-Nord aufgenommen. Angeschlossen würden außerdem noch die Umspannwerke Batzlow und Möglin. Haupteinspeiser sei aber erst einmal der Solarpark Neuhardenberg, berichtete Horst Jordan. Bei dessen Eröffnung im Herbst 2012 habe dieser zu den Größten in Europa gezählt.

Das Umspannwerk Metzdorf-Nord könne bei Bedarf auch problemlos erweitert werden, erläuterte der E.dis-Sprecher mit Blick auf die noch vorhandene Freifläche neben den sechs neuen Leitungsfeldern. "250 Megawatt können in der ersten Ausbaustufe aufgenommen werden. 500 Megawatt sind technisch möglich. Aber bis dahin werden wohl mindestens zehn Jahre vergehen."

Horst Jordan machte im Vergleich zum Umspannwerk Metzdorf auch darauf aufmerksam, dass es in Metzdorf-Nord keine Freileitungsportale gibt. Stattdessen seien Erdkabel verlegt worden. Das gelte auch für die 110-Kilovolt-Strecke nach Heinersdorf. Dort werde in den nächsten Tagen das Umspannwerk in Betrieb genommen, in dem der Grünstrom aus Metzdorf-Nord in das Hochspannungsnetz der 50 Hertz Transmission eingespeist und von dort in andere deutsche Verbrauchszentren transportiert wird.

In die ferngesteuerte Anlage von Metzdorf-Nord sind laut Angaben des E.dis-Sprechers 3,5 Millionen Euro investiert worden. "Ein Großteil der Aufträge ist an Firmen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beziehungsweise anderen ostdeutschen Bundesländern vergeben worden."

Aus Sicht von Christian Schug hat die Abtrennung der Einspeisung des Grünstroms den Charme, dass das Versorgungsnetz für die Stromkunden, darunter Privathaushalte, spürbar entlastet wird. Auch die Versorgungszuverlässigkeit werde damit weiter erhöht. "Im Falle eines Fehlers bei der Einspeisung haben wir durch die Trennung auch andere Möglichkeiten zu reagieren, als wenn wir Rücksicht auf das Versorgungsnetz nehmen müssten", erklärte der Projektleiter. So könne Umspannwerk Metzdorf-Nord notfalls ausgeschaltet werden. Im Versorgungsnetz sei dies nicht so einfach möglich.

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