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Ende 2011 zerstörte ein Feuer das "Schwarze Rössel" in Kagel / Jetzt beginnen Abriss und Wiederaufbau des Gebäudes

Neue Wohnungen in altem Gasthaus

Manja Wilde / 04.07.2017, 07:45 Uhr
Kagel (MOZ) Knapp sechs Jahre ist es her, dass ein Feuer das Gasthaus "Schwarzes Rössel" in Kagel zerstörte. Jetzt beginnt der Wiederaufbau. Statt der Gaststätte will Inhaberin Dörte Scherfling nun aber vier Mietwohnungen in dem Haus einrichten.

Das Sonnenlicht fällt gleißend durch die Ritzen der verkohlten Bretter. Noch immer klebt schwarzer Ruß an den Wänden im Obergeschoss. Drei Gästezimmer befanden sich dort einst. Außerdem gab es eine Sauna. Darin, so die Vermutung, brach das Feuer an jenem Sonntagmorgen im Oktober 2011 aus. "Die genaue Brandursache hat uns die Polizei nie mitgeteilt", sagt Dörte Scherfling, der das "Schwarze Rössel" gehört. Der Schaden liegt im sechsstelligen Bereich. Menschen sollen sich bei Ausbruch des Brandes aber nicht im Gebäude befunden haben.

All das ist lange her. Vor anderthalb Jahren reifte die Entscheidung, den Wiederaufbau des Hauses anzupacken, denkt Dörte Scherfling zurück. Seit Ende vergangener Woche stehen Bauzaun und Baugerüst um das Aral im Siedlerweg. Am Montag bewegten sich Mitarbeiter der Firma Erdmann über das Dach, um alte Dachpappe zu entfernen. "Das Dach kommt runter", sagt Dörte Scherfling. Im Anschluss werde das Gebäude "etwas aufgemauert" und mit einem Satteldach wieder geschlossen. Die große Gaube wird es dann nicht mehr geben.

Vier Wohnungen sollen in dem Gebäude entstehen - zwei im Obergeschoss und zwei altersgerechte im Erdgeschoss. Alles Dreiraumwohnungen. "Auch ältere Menschen wollen heute nicht mehr auf so kleinem Raum wohnen", sagt Dörte Scherfling. Neben Wohn- und Schlafzimmer sei häufig ein Raum für Enkelkinder oder Computerarbeitsplatz gewünscht, habe ein Gespräch bei der Gemeinde ergeben. In einem Jahr, so zumindest der vorläufige Plan, könnten die ersten Mieter einziehen. "Es ist ja ein Altbau, da weiß man nie...", gibt die Besitzerin zu bedenken.

Der Name "Schwarzes Rössel" soll erhalten bleiben. Er geht auf den Pferdestall zurück, mit dem 1983/84 alles seinen Anfang nahm. Leon, Dörte Scherflings Pferd, war darin untergebracht. "Mein Vater, Jürgen Scherf, und Wolfgang Barth gründeten den Reitverein Kagel und zwei Jahre später hat mein Vater den Stall gebaut", erinnert sich Dörte Scherfling. Später diente der Stall als Getränkestützpunkt. Und als der langgestreckte Gasthaus-Anbau folgte, wurde das einstige Pferdedomizil erweitert, um der Küche Platz zu bieten.

Bei vielen Arbeiten legte Jürgen Scherf selbst Hand an. 1989 schließlich eröffnete das "Schwarze Rössel". "Silvester haben wir dort jedes Jahr groß gefeiert, das war immer schön", erinnert sich Dörte Scherfling. 40 Plätze bot das Gasthaus. Irgendwann wurde der Familie alles ein bisschen viel. "Ich habe zwei Kinder, und meine Eltern sind im Rentenalter", sagt die Inhaberin. Darum sollte die Gaststätte verkauft werden. Gerade als die Besitzverhältnisse "schwebend" waren, sei dann das Feuer ausgebrochen.

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