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Gemeinde Mark Landin verkauft alten Herrensitz in Grünow an privaten Interessenten / Park bleibt dauerhaft zugänglich

Berufsschullehrer kauft Gutshaus

Oliver Schwers / 05.07.2017, 06:00 Uhr
Grünow (MOZ) René Armswald hat sich einen Traum erfüllt: Der Berufsschullehrer wollte ein kleines Gutshaus kaufen. Doch jetzt hat er ein kleines Schlösschen erworben. Gemeinsam mit seiner Partnerin will er das Herrenhaus Grünow sanieren. Darauf wartet das Gebäude schon viele Jahre.

Es war die alles entscheidende Anzeige in der Zeitung, die den Ausschlag gab: René Armswald suchte damit nach einem Grundstück in der Uckermark. Es sollte ein schönes Anwesen sein. Eben halt etwas anderes. "Manchmal findet einen ein Haus von selbst", hoffte der Schlosskäufer. Und tatsächlich: Irgendwann klingelte das Telefon. Am anderen Ende war der Bürgermeister der uckermärkischen Gemeinde Mark Landin. Der hatte genau das, was Armswald suchte. Allerdings: "Etwas größer als beabsichtigt."

Also musste der Berufsschullehrer aus Oberhavel, der zwar einen sicheren Job, aber keinen Lottogewinn hat, erst einmal die Angelegenheit überschlafen. Doch die traumhaft schöne Lage inmitten eines erhalten gebliebenen Parks, der verhältnismäßig günstige Preis, die Verbindung zur Feldsteinkirche und der relativ gute Erhaltungszustand des Gebäudes beflügelten schließlich das "Ja"-Wort.

"Schon seit langem habe ich ein solch altes Haus gesucht", schildert Armswald seine Beweggründe den Gemeindevertretern von Mark Landin. Und so ging die Sache für ihn "überraschend unkompliziert" über die Bühne. Bürgermeister Wolfgang Säger führte ihn durch die vielen Räume, die teilweise heftig reparaturbedürftig sind. Die Gemeinde nutzt vom gesamten Gebäude lediglich zwei hergerichtete Säle zur Gartenseite. Der letzte Mieter - ebenfalls stark denkmalmotiviert - zog schon vor einigen Jahren aus.

So versuchte die Gemeinde immer mal wieder, den denkmalträchtigen Bau loszuwerden. Dann wurden die Kaufabsichten wieder zurückgezogen, weil Gemeinschaftsräume im Ort fehlten. Doch eine Komplettnutzung gab es nicht. Und für eine Generalreparatur fehlten dem Dorf die finanziellen Mittel. Schließlich steht in Hohenlandin eine weitere und noch repräsentativere Schlossruine ohne Perspektive.

Auf die Frage "Was will der denn jetzt hier?" antwortet René Armswald öffentlich auf der Gemeindevertretersitzung: "Ich möchte mit meiner Partnerin mittelfristig selbst hier wohnen, langfristig meinen Hauptwohnsitz hierher verlegen und das Haus stückweise sanieren." Möglicherweise könne man später Fremdenzimmer einrichten. Doch das alles braucht Zeit. Der neue Schlossherr hofft, möglicherweise in der Uckermark unterrichten können und eine Stelle in Schwedt, Prenzlau oder Eberswalde in seiner Fachrichtung zu finden. Der generelle Lehrermangel in der Region dürfte ihn da unterstützen. Seine Partnerin Bianca Kuhnke arbeitet in Potsdam. Die zum Gutshaus gehörenden zwei Hektar Parkfläche lässt der neue Eigentümer offen. Das Ensemble gehöre zusammen und soll auch zusammen bleiben. Damit zerstreut er die Befürchtungen aus der Gemeinde, dass das Areal künftig der Öffentlichkeit verschlossen bleiben würde. "Ich habe großen Respekt vor dem Haus", gesteht René Armswald. Doch der 39-Jährige baut auf sein Interesse für historische Gebäude, seine Geduld und seine geschickten Hände. Was in irgendeiner Form möglich ist, will er selbst anfassen. Die schwierigen Sanierungsaufgaben bleiben Firmen vorbehalten.

Eine Kostenschätzung über den Gesamtumfang des Aufwands liegt noch nicht vor. Auch gibt es ausgesprochen wenig Unterlagen zum Bau und zur Geschichte des Hauses.

Einer, der sich seit Jahrzehnten persönlich um die Sicherheit und den Bestand des Gutsareals kümmert, ist Ulrich Metscher, der frühere Bürgermeister von Grünow. "Schon vor 40 Jahren war eine Kommission hier und hat gesagt, dass mit dem Dach und mit dem Gebäude nichts mehr zu machen ist", erzählt er aus seiner Erinnerung. "Wir haben aber gerade das Dach immer in Ordnung gehalten. Und das sieht man bis heute und das zahlt sich aus."

Der heutige Bürgermeister Wolfgang Säger ist zufrieden, das Herrenhaus an den Mann gebracht zu haben. Die Gemeindevertretersitzungen könnten auch an anderem Ort stattfinden. Dazu habe man sich schon beraten.

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