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Land stellt Pläne zur Sanierung des Criewener Parks vor / Missverständnisse zur Nutzung

Versäumte Pflege des Lenné-Erbes

Michael Dietrich / 05.07.2017, 06:50 Uhr
Criewen (MOZ) Bewohner, Besucher und das Land als Pächter haben dasselbe Ziel: Der Lenné-Park soll wieder so schön werden wie früher. Bisher aber herrschen öffentlich Streit und Missverständnisse um den Park und seine Nutzung vor. Jetzt will das Land erstmals seine Pläne öffentlich vorstellen.

Die Vorstellung der Pläne der neuen Parkverantwortlichen ist überfällig. Schon seit 2013 ist der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, kurz BLB, für den Park verantwortlich. Das Land, das den BLB beauftragt hat, steht seit Jahrzehnten in der Verantwortung für den Park. Zum Jahresbeginn sorgte der BLB erst einmal für Schlagzeilen, als er ohne vorherige Kommunikation die Nutzung des Parks für beliebte Veranstaltungen wie Nationalparklauf, Sängertreffen, Weihnachtsmarkt oder Hochzeitsfeiern untersagte. Als wenn diese Schuld am Parkzustand wären.

Ein Chor der Empörung setzte ein, auch Landrat und Bürgermeister waren überrascht und formulierten Klärungsbedarf. Die BLB-Geschäftsführung musste öffentlich zurückrudern, bot Kompromisse an und eine baldige Bürgerinformation. Das war im Februar. Gutachten und Pläne, die bis dahin erarbeitet werden sollten, seien nun fertig sein. Ein neuer Dienstleister zur Parkpflege wurde schon beauftragt. Jetzt will der BLB den Criewenern und allen interessierten Bürgern erläutern, was er genau vor hat.

Am Park selbst ist inzwischen wenig passiert. Ein paar Meter Weg zwischen Schloss und den beliebten Teichbrücken sind ausgebessert worden, einige große Bäume und die umgestürzte Platane wurden zurückgeschnitten und der Rundweg im Park, der schon zugewachsen und an vielen Stellen bis zur Unpassierbarkeit vernässt war, ist neu ausgehoben sowie mit Pflöcken für die Wiederherstellung gekennzeichnet worden. Gras und Brennnesseln aber stehen bereits meterhoch im Park. Vier umgestürzte Bäume liegen herum.

Das Land hat inzwischen zugegeben, dass sich der Park in einem sehr schlechten Zustand befindet. Hauptsächlich macht es dafür den "Einsatz unqualifizierter Arbeitskräfte, falsche Mäharbeiten und unsachgemäße Landschaftspflege" in der Vergangenheit verantwortlich, außerdem die "denkmalfachlich und ökologisch falsche Umwandlung von Wiesen in Rasenflächen" sowie das ganzjährig "massenhafte Betreten der Parkwiesen". Das erklärte das Land allen Ernstes dem Bundestagsmitglied Jens Koeppen, der eine Stellungnahme zum Streit um den Park verlangt hatte.

"Massenveranstaltungen" wie die Schlössernacht im Park Sanssouci mit 30 000 Besuchern finden in Criewen nicht statt, erst recht nicht auf den Parkwiesen oder ganzjährig. Der Weihnachtsmarkt des Ortes hat vielleicht 200 Besucher, der Nationalparklauf, das Sängertreffen 200 bis 600 Teilnehmer. Betreten wurden dafür nur die öffentlichen Wege und das Rasenrondell vor dem Schloss und nicht die Parkwiesen.

Die Criewener hoffen, am Donnerstag nicht nur zu erfahren, wie das Land mit dem Lennéschen Erbe künftig pfleglicher umgehen will. Sie erwarten auch, dass wieder Sachlichkeit und Verhältnismäßigkeit in die Debatte um die Parknutzung Einzug halten.

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