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Architekturstudenten der Technischen Universität Berlin befragten Manschnower und erkundeten Umgebung

Studie zum Landleben

Unser Forschungsgebiet: Vittoria Capresi von der TU Berlin erklärt dem Manschnower Reinhard Schade an einer Landkarte erste Forschungsergebnisse ihrer Studentengruppe.
Unser Forschungsgebiet: Vittoria Capresi von der TU Berlin erklärt dem Manschnower Reinhard Schade an einer Landkarte erste Forschungsergebnisse ihrer Studentengruppe. © Foto: Cornelia Mikat
Ingo Mikat / 05.07.2017, 07:30 Uhr
Manschnow (MOZ) Eine Woche lang waren Studenten der TU Berlin im Oderbruch unterwegs. Sie erkundeten, wie sich Tätigkeiten der Menschen in den zurückliegenden Jahrzehnten verändert haben. Das Ergebnis stellten sie in einer öffentlichen Präsentation vor.

Im März hatte die aus insgesamt 20 Mitgliedern bestehende Gruppe fünf Tage in Manschnow und Umgebung an einer Seminaraufgabe gearbeitet, in deren Mittelpunkt eine umfassende Analyse der vorhandenen Natur, des Bodens, der Landschaft und Architektur standen.

Die Seminarleiterin Vittoria Capresi erklärte die Aufgabe zur Ausstellungseröffnung: "Uns ging es darum, das Gebiet zu verstehen und zu ergründen wie es sich historisch in Wechselwirkung mit der Tätigkeit von Menschen, auch mit dem ökonomischen Systemwechsel nach dem Ende der DDR, veränderte. Andererseits dient die Seminaraufgabe, die noch nicht beendet ist, natürlich auch der Ausbildung unserer Studenten, ihrer Befähigung zu analytischer Arbeit."

Für ihr Vorhaben durchstreiften die jungen Forscher mit Fahrrädern, oft in Begleitung ortskundiger Führer wie dem Ortsvorsteher Uwe Kunert, Manschnow und Umgebung. Von ihm erfuhren die Studenten zum Beispiel, das sich im Gebäude an der Ecke Friedensstraße/B1 einst ein Konsum befand. Es wurde von Privatleuten erworben und zerfällt seitdem. Erste oberflächliche Eindrücke wurden ergänzt durch historisches Faktenwissen aus Gesprächen mit den Bürgern vor Ort.

Herausgekommen ist jetzt eine einzigartige, auch kartographische Übersicht über den analysierten ländlichen Raum. Die Forscher dokumentierten nicht nur die dort lebenden Tierarten, Pflanzenvorkommen und Bodenstrukturen, sondern auch Lage und Zustand von allen Gebäuden, vom Einfamilienhaus über Plattenbauten bis hin zu leer stehenden Ställen, Gehöften und Ruinen. Ganz bewusst hatten sich die Studenten einen Ort in Brandenburg ausgesucht, um Einflüsse der DDR-Politik zu beleuchten. Hier haben die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, die LPG, starken Einfluss gehabt, prägen zum Teil heute noch Strukturen, sind tief im Gedächtnis der Einwohner verankert. Die Studenten erfuhren auch, wie schwierig es ist, junge Familien auf dem Land zu behalten.

Bis Ende Juli - so der Seminarplan - sollen die Studenten nun in einem nächsten Schritt theoretische Möglichkeiten entwickeln, wie heute leer stehende Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden könnten. Davon gibt es einige in Manschnow und der Umgebung. Dabei gehe es, so Vittoria Capresi, auch um touristische Entwicklungen und sanften Gebrauch von Potenzialen der Naturschutzgebiete. Die Präsentation und das Ziel der Forscher, Anstöße für eine Revitalisierung der Region zu geben, stießen bei den Besuchern der Schau - unter anderem dem langjährigen früheren Bürgermeister des Ortes, Hans Reinke, - auf reges Interesse.

Für eine geplante Präzisierung ihrer Analyseergebnisse suchen die Wissenschaftler übrigens noch die Mithilfe weiterer regionaler Zeitzeugen. Wer Erfahrungen, Dokumente oder ähnliches beisteuern möchte, kann sich an den Ortsvorsteher oder die Amtsverwaltung wenden.

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