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Bauausschuss Lebus debattierte über das Windeignungsgebiet 19

Windrad-Projekt vorgestellt

Ingo Mikat / 09.07.2017, 07:04 Uhr
Lebus (MOZ) Die Lebuser Stadtverordneten müssen sich mit den ersten geplanten Windkraftanlagen für das von der Regionalen Planungsgemeinschaft vorgesehene Windeignungsgebiet 19 auseinandersetzen - obwohl sie dieses Eignungsgebiet im Beteiligungsverfahren abgelehnt hatten. Im Bauausschuss haben jetzt die Projektentwickler Jörg Brodauf und Hannes Stark von der Firma UKA ihre Pläne vorgestellt. Ihr Unternehmen möchte innerhalb des Areals Lebus, Mallnow und Podelzig zwei Windräder errichten. Die sollen rund 220 Meter hoch sein und 3,4 bis 4,0 Megawatt erzeugen. Der Standort liege rund 600 bis 1500 Meter vom Bahnübergang am Straßenabzweig nach Mallnow entfernt. Wie Jörg Brodauf mitteilte, rechnet seine Firma mit einer endgültigen Bestätigung des Teilregionalplans "Windenergienutzung" im Frühjahr 2018. Er wisse auch von weiteren Firmen, die dort Windräder aufstellen wollen.

Lebus wird das wohl nicht verhindern können. Aber man könne immerhin "Schadensbegrenzung" leisten, wie es der Wulkower Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach formulierte. Ebenso wie Andreas Weber aus Mallnow stellte er Fragen zu Folgen der Windkraftanlagen auf Natur und Gesundheit.

Frank Guderian wollte wissen, wie die Gemeinde von dem Vorhaben profitieren könne. Projektant Jörg Brodauf verwies auf die Möglichkeit eines Infrastrukturvertrags zum Beispiel über die Nutzung von Wegen und Straßen oder über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wie Baumpflanzungen.

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Ralf H. Janetschek 10.07.2017 - 17:58:56

@IGNAZ KOSLOWSKI

Wie Friedrich von Schiller schon treffend bemerkte: "Verstand ist nur bei wenigen." und wird Kurt Tucholsky zugeschrieben: "Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten.“ Das sich etwas ändern sollte, darin stimme ich Ihnen zu, ein Anhänger der Johannesapokalypse ("Der jüngste Tag wird kommen.") bin ich jedoch nicht. Selbige fußt auf antike bzw. alttestamentliche endzeitliche Vorstellungen über einem dem Weltgeschehen abschließenden göttlichen Gericht.

Ignaz Koslowski 10.07.2017 - 17:02:51

Ja der Goethe ...

Ja der Goethe, recht hat er. Aber hinsichtlich der Windräder helfen uns nach meiner Einschätzung keine bloßen Wiederholungen des Wahren, denn sie treffen auf schiere Ignoranz. Angesichts des Irrsinns in Sachen Windradbau hätten möglicherweise selbst dem sehr beredten Herrn von Goethe die Worte gefehlt. Den Politikern unserer Zeit fehlen nicht die Worte, sondern der Verstand. Daher verspricht es wenig Erfolg, in ein geistiges Nichts hinein immer wieder Worte zu sprechen, so zutreffend diese auch sein mögen. Entweder wählt das Volk diese Politiker konsequent ab, oder es wird damit leben müssen, daß geschieht was wir erleben. Bisher habe ich nicht den Eindruck, daß die Deutschen einen Politikwechsel auch durch ihr Wahlverhalten herbeiführen wollen. Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber, auch das ist eine überaus wiederholenswerte Wahrheit. Und an die Adresse der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft kann ich nur sagen: Deus semper major! Der jüngste Tag wird kommen.

Ralf H. Janetschek 10.07.2017 - 13:59:37

@IGNAZ KOSLOWSKI

Um es mit Goethe zu sagen: "Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." 

Ignaz Koslowski 09.07.2017 - 23:57:05

Goldene Regel des Kapitals

Kennen Sie nicht die goldene Regel des Kapitals, lieber Herr Janetschek? Koste es wen es wolle! Das ist doch genauso mit den über die EEV erzwungenen Wärmedämmungen von Häusern, die uns die Politik auf Betreiber der Dämmstoffindustrie aufs Auge gedrückt hat. Nun stellt man überrascht fest, was schon immer bekannt war: Styropor ist brennbar und setzt dabei giftiges Dioxin frei. Seit Jahren sind auch in Deutschland Fälle bekannt, in denen eine Styropordämmung von Häusern im Brandfalle ein kaum löschbares Inferno ausgelöst hat. Das hat die Politik geflissentlich ignoriert und das Gleiche passiert auch bei den Strompreisen. Denn die meisten verantwortlichen Politiker wohnen nicht im strompreisintensiven Osten Deutschlands und der eine oder andere von denen soll auch halbwegs auskömmlich verdienen. Wen interessiert das abgehängte Prekariat? Demokratie hat immer was mit Mehrheiten zu tun, und Mehrheiten leben nicht im Osten, also schiebt man genau dort die überall verhaßten Windräder hin. Natürlich ist das wirtschaftlicher Irrsinn, aber solange den die dummen Ossis bezahlen und dann noch brav die verantwortlichen Parteien weiter wählen, ist doch alles bestens.

Ralf H. Janetschek 09.07.2017 - 23:26:45

Kritik der Energiewende

Ich bin der Überzeugung, dass der derzeit in Deutschland betriebene Ausbau der Solar- und Windenergie, freundlich formuliert, grober Unfug ist. Desweiteren widerspricht das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) mit seiner Zementierung von Subventionen über einen extrem langen Zeitraum jedem Gedanken einer Marktwirtschaft. Der Ausbau der Solar- und Windenergie in der derzeitigen Art, Weise und Umfang, führt zu einem Anstieg der Strompreise, ist sozialpolitisch verantwortungslos – es erfolgt eine Umverteilung von arm zu reich – und ergibt zudem energiewirtschaftlich keinen Sinn. Der Bürger wird die ökonomischen und energietechnischen Auswirkungen zu seinem Nachteil noch zu spüren bekommen. Ralf H. Janetschek, Letschin

Ignaz Koslowski 09.07.2017 - 17:01:39

Wie kauft man sich Stadtverordnete?

"Projektant Jörg Brodauf verwies auf die Möglichkeit eines Infrastrukturvertrags zum Beispiel über die Nutzung von Wegen und Straßen oder über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wie Baumpflanzungen." Wo genau liegt da der Vorteil für die Kommune? Die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erzeugen keinen echten Vorteil, sondern wie der Name schon erkennen läßt dienen sie allein dem AUSGLEICH für den massiven Eingriff in die Natur und dem ERSATZ für Schäden die beim Bau unweigerlich entstehen, beispielsweise wenn zu schmale Feldwege ihre Bäume und Sträucher verlieren, weil sonst die riesigen Fahrzeuge und Teile der Windräder nicht passieren können. Es handelt sich demnach um keinen Gewinn, sondern man zerstört etwas und muß im Gegenzug neu pflanzen. Für die Kommune ist das allenfalls ein Nullsummenspiel und zu der Ersatzpflanzung ist das Windradunternehmen sowieso verpflichtet, das ist kein Entgegenkommen zugunsten der Gemeinde. Da dachten sich die Vertreter der rücksichtslosen Windrad-Mafia wohl, mit den Deppen vom Lande können wir das machen. Aber die Wahrheit ist, das Einzige wovon eine Kommune und ihre Menschen wirklich einen Nutzen hätten, wäre die Verhinderung der Anlagen nebst all ihrer Belastungen und Landschaftszerstörung. Das aber fürchten die Windrad-Mafia und ihre Marionetten in der Politik wie der Teufel das Weihwasser.

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