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Dorf feiert drei Tage lang 750-jähriges Bestehen / Hunderte Zuschauer beim Festumzug

300 Beiersdorfer gestalten Umzug

Steffen Göttmann / 10.07.2017, 07:30 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) 1267 ist Beiersdorf in Akten des Klosters Chorin erstmals genannt worden. Diese kleine Erwähnung vor 750 Jahre löste die drei tollen Tage aus, die Beiersdorf am Wochenende erlebte und die sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden.

"Was Sabine Huwe geleistet hat, ist enorm. Als der Festumzug startete, hat sie vor Freude geheult", betonte Wilfried Böttcher, den die vielen Gäste beim Festumzug als mittelalterlichen Vogelhändler beobachten konnten. Das Gewand habe ihm Astrid Bernd auf den Leib geschneidert erzählte der Beiersdorfer. Ohne den Zusammenhalt im Dorf und mit den umliegenden Dörfern sei solch ein Kraftakt kaum zu stemmen. So oder so ähnlich war dies während der Festtage immer wieder zu hören

Was die Beiersdorfer innerhalb von zwei Jahren auf die Beine gestellt haben, konnte sich sehen lassen. Davon überzeugten sich mehrere hundert Gäste von Berlin bis tief ins Oderbruch hinein, die den 300 Dorfbewohner zujubelten, die den Umzug gestalteten. Birgit Bandemer begrüßte die Teilnehmer von einem Hochstand aus, der auf der Waage nahe des Pfarrhauses errichtet war und erklärte die Bilder, die von der Gründung Beiersdorfs bis zur Neuzeit erzählten. Handwerker, Bauern und Händler bestimmten im Mittelalter das Bild. Ochsen zogen Pflüge und Wagen. Die Beiersdorfer hatten Mirko Zimmermann aus Altreetz mit seinem Ochsengespann angefragt und er machte gerne mit.

Die vielen geschmückten Traktoren und Erntewagen erinnerten an die landwirtschaftlichen Traditionen des Dorfs. Es klappte alles wie am Schnürchen. Petrus beließ es bei wenigen Regentropfen, so dass Akteure und Kostüme trocken blieben. Lediglich ein Mercedes habe schlapp gemacht, berichtete Sabine Huwe, die für den Umzug verantwortlich war. Er sollte hinter einem Trabi herfahren und die politische Wende symbolisieren.

Die Feuerwehr des Nachbardorfs Schönfeld hatte an ihrem Traditionsfahrzeug noch bis in die Nacht geschraubt, um es für den Umzug einsetzen zu können. Beiersdorfs Ortswehrführerin Gundula Mensfeld organisierte für den Umzug historische Feuerwehrfahrzeuge befreundeter Wehren.Die Bäuerliche Produktionsgesellschaft habe kurzfristig einen nagelneuen Traktor und einen Mähdrescher für den Umzug bereit gestellt, so Sabine Huwe.

Der stimmungsvolle Beginn des Festes am Freitagabend in der Kirchenruine wurde lediglich durch den einsetzenden Regen gestört. Bürgermeister Willi Huwe, der bei der 700-Jahrfeier noch ein Kind war, nannte ein paar Eckpunkte der dörflichen Entwicklung, die er mit verfolgt hat. Im Bezug auf das wachsende Dorf und die Zuzüge aus Berlin mahnte er die Alteingesessenen, offen gegenüber den Neubürgern zu sein. Diese sollten aber genauso bereit sein, sich ins Dorf integrieren zu lassen.

Mehr Fotos finden Sie in der Ausgabe am Dienstag

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